Baricitinib (Olumiant) bei Rheuma nach Behandlung mit einem einzelnen klassischen Basismedikament

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 geprüft, welche Vor- und Nachteile Baricitinib (Handelsname Olumiant) für Personen mit rheumatoider Arthritis hat, bei denen die Erkrankung vermutlich rasch fortschreitet. Für die Bewertung legte der Hersteller dem IQWiG eine relevante Studie vor, die auf eine Reihe von Fragen erste Antworten gibt. Für diese Fragestellung wurden die Daten von 396 Patientinnen und Patienten ausgewertet. 243 Personen wurden mit Baricitinib und 153 Personen mit dem Biologikum Adalimumab behandelt. Alle Teilnehmenden erhielten zusätzlich Methotrexat. Die Studie dauerte etwa ein Jahr. Die folgenden Ergebnisse gelten für Personen mit mittelschwerem bis schwerem Rheuma, bei denen eine alleinige Therapie mit Methotrexat nicht ausreichte.

Welche Vorteile hat Baricitinib?

  • Schmerz: Nach ersten Abschätzungen hatten mit Baricitinib behandelte Männer weniger Schmerzen im Vergleich zu Männern, die mit Adalimumab behandelt wurden. Für die untersuchten Frauen zeigte sich kein Unterschied.
  • Krankheitsaktivität: Auch hier gab es für Männer einen Vorteil: Nach ersten Abschätzungen hatte sich bei der Behandlung mit Baricitinib im Vergleich zu Adalimumab die Aktivität des Rheumas bei den Männern vermindert. Für die untersuchten Frauen zeigte sich kein Unterschied.
  • Gesundheitszustand: Hier deutet die Studie darauf hin, dass mit Baricitinib behandelte Personen unter 65 Jahren einen Vorteil hatten. Für ältere Patientinnen und Patienten zeigte sich kein Unterschied.

Welche Nachteile hat Baricitinib?

  • Schwere Nebenwirkungen: Die Studie deutet auf einen Nachteil für mit Baricitinib behandelte Personen hin. Schwere Nebenwirkungen traten hier bei knapp 9 von 100 Personen auf. Bei Behandlung mit Adalimumab war das bei knapp 3 von 100 Patientinnen und Patienten der Fall.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Remission der rheumatoiden Arthritis: Unter Remission versteht man, dass dauerhaft oder zumindest vorübergehend nahezu keine Beschwerden mehr bestehen. Es zeigte sich allerdings kein Unterschied zwischen den Behandlungen. Eine Remission trat in beiden Gruppen bei etwa 20 von 100 Personen auf.
  • Anzahl der druckschmerzhaften und geschwollenen Gelenke und Morgensteifigkeit: Auch hier zeigte sich kein Unterschied.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Bei der körperlichen und psychischen Lebensqualität war kein Unterschied zwischen den Therapien erkennbar.
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: In beiden Gruppen brachen etwa 5 bis 6 von 100 Personen die Therapien aufgrund von Nebenwirkungen ab.
  • Schwere Infektionen: Auch bei schweren Infektionen zeigte sich kein Unterschied zwischen Baricitinib plus Methotrexat und Adalimumab plus Methotrexat. Schwere Infektionen traten in beiden Gruppen bei 1 bis 2 von 100 Patientinnen und Patienten auf.

Welche Fragen bleiben offen?

  • Erschöpfung: Der Hersteller legte hierzu keine Daten vor.