Auswirkungen einer koronaren Herzkrankheit auf Befinden und Alltag

Foto von älterem Paar im Grünen (Frenk Kaufmann / Hemera / Thinkstock)

Eine koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine chronische Erkrankung – das muss aber nicht heißen, dass sie das Leben bestimmt. Sich mit der Krankheit gut auszukennen, hilft dabei, die Behandlung im Griff zu behalten und mögliche Probleme rechtzeitig zu erkennen.

Menschen mit Herzproblemen bekommen viele gut gemeinte Ratschläge und manchmal das Gefühl, ihr ganzes Leben ändern zu müssen. Das ist aber meist unrealistisch. Wer seine Lebensweise ändern möchte, hat bessere Chancen, wenn er sich ein Ziel nach dem anderen setzt. Schritt für Schritt lässt sich mehr erreichen, als wenn man versucht, das ganze Leben auf einmal umzustellen.

Wichtig ist: Wer an KHK erkrankt ist, muss deshalb keine Schuldgefühle haben. Der persönliche Lebensstil ist nur einer von mehreren Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen. So spielt zum Beispiel auch die familiäre Veranlagung eine entscheidende Rolle.

Psychische Folgen einer KHK

Wer eine KHK hat, bemerkt sie häufig erst, wenn es zu Folgeerkrankungen wie einem Herzinfarkt kommt. Dies ist für viele Menschen ein einschneidendes Erlebnis. Nicht wenige entwickeln dann depressive Gedanken. Schätzungen zufolge erkranken 20 von 100 Menschen, die wegen eines Herzinfarkts im Krankenhaus behandelt werden, an einer behandlungsbedürftigen Depression. Die langfristigen Folgen eines Herzinfarkts sind aber oft weniger schwerwiegend, als Menschen in den ersten Wochen nach einem Infarkt glauben. Daher ist es wichtig, sich nicht entmutigen zu lassen, sondern zu lernen, wie man das Leben mit der Erkrankung gestalten kann. Für Menschen, die eine Depression entwickeln, gibt es zudem wirksame Behandlungen, wie zum Beispiel bestimmte Psychotherapien. Auch kardiologische Rehabilitationsprogramme bieten teilweise psychologische Unterstützung an.

Für Menschen mit Angina-Pectoris-Beschwerden kann es belastend sein, dauerhaft mit der Angst zu leben, dass es zu einem Herzinfarkt kommen könnte. Dieses Risiko wird durch eine ausreichende medikamentöse Behandlung jedoch soweit wie möglich verringert. Wichtig ist es, die Anzeichen für einen Herzinfarkt und für eine instabile Angina Pectoris zu kennen, um bei einem Notfall rechtzeitig Hilfe holen zu können.

Sexualität

Viele Menschen mit KHK fragen sich, ob sie durch Sex einen Herzinfarkt bekommen können. Wie jede größere körperliche Anstrengung erhöht Sex das Infarktrisiko möglicherweise etwas, insgesamt bleibt es aber niedrig. Daher spricht nichts dagegen, dass Menschen mit KHK Sex haben. Wer regelmäßig leichten Ausdauersport macht, ist möglicherweise weniger anfällig für Herzinfarkte, die durch körperliche Anstrengung ausgelöst werden.

Eine Herzerkrankung schließt den Einsatz von Potenzmitteln wie Viagra nicht grundsätzlich aus. Dies hängt aber unter anderem davon ab, welche Herzmedikamente jemand sonst noch nimmt. Beispielsweise wird davon abgeraten, Potenzmittel zusammen mit Nitraten einzusetzen. Um Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, mögliche Wechselwirkungen vorher mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.

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