Aromatasehemmer als erweiterte Therapie bei frühem Brustkrebs

Foto von nachdenklicher Frau (PantherMedia / Peter Werner) Bei einer erweiterten Therapie wird im Anschluss an eine fünfjährige Behandlung mit Tamoxifen ein Aromatasehemmer eingenommen.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, welche Vor- und Nachteile Aromatasehemmer als erweiterte Therapie für Frauen mit frühem Brustkrebs haben.

Das Institut hat untersucht, wie Aromatasehemmer als erweiterte Therapie im Vergleich zu keiner Behandlung oder einer Scheinbehandlung abschneiden. Für diese Fragestellung identifizierte das Institut nur eine Studie mit dem Aromatasehemmer Letrozol. An der Studie nahmen insgesamt 5187 Frauen nach der Menopause teil. Die Hälfte der Frauen erhielt über einen Zeitraum von 5 Jahren 2,5 mg Letrozol pro Tag, die andere ein Scheinmedikament (Placebo). Alle Frauen waren zuvor über 5 Jahre mit Tamoxifen behandelt worden. Die Ergebnisse sind im Folgenden dargestellt.

Welche Vorteile haben Aromatasehemmer als erweiterte Therapie?

  • Leben ohne Rückfall: Die Studie gibt einen schwachen Hinweis, dass Letrozol Rückfälle (Rezidive) verhindern kann: Etwa 9 von 100 Frauen, die nur zum Schein behandelt wurden, bekamen innerhalb von 2 Jahren einen Rückfall oder starben. Demgegenüber waren es von den Frauen, die Letrozol erhielten, etwa 6 von 100.

Welche Nachteile haben Aromatasehemmer als erweiterte Therapie?

  • Abbruch wegen Nebenwirkungen: Die Studie weist darauf hin, dass Letrozol Therapieabbrüche fördert, die durch Nebenwirkungen hervorgerufen werden: Etwa 4 von 100 Frauen, die nur zum Schein behandelt wurden, brachen ihre Therapie wegen Nebenwirkungen ab. Demgegenüber waren es von den Frauen, die Letrozol erhielten, etwa 5 von 100.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Lebenserwartung: Es zeigte sich kein Unterschied in der Lebenserwartung zwischen Letrozol und einer Scheinbehandlung.
  • schwere Nebenwirkungen: Es zeigte sich auch kein Unterschied im Auftreten schwerer Nebenwirkungen. Etwa 15 von 100 Frauen hatten während der Behandlung damit zu tun.

Welche Fragen sind noch offen?

  • Beschwerden und Lebensqualität: Die Studie enthält keine geeigneten Daten zum Einfluss von Letrozol auf die Beschwerden oder die Lebensqualität der Frauen.
  • Die Studie enthält außerdem keine geeigneten Daten zum Einfluss von Letrozol auf folgende schwere Nebenwirkungen der Behandlung:

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Auf der IQWiG-Plattform „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

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