Einleitung

Apremilast (Handelsname Otezla) ist seit Januar 2015 für Erwachsene mit Psoriasis (Schuppenflechte) zugelassen. Es kommt für zwei Krankheitsbilder der Psoriasis infrage:

  • Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie beispielsweise in Form einer Behandlung mit Ciclosporin oder Methotrexat oder einer Photochemotherapie nicht ausreichend geholfen hat oder nicht geeignet ist.
  • Für Personen mit Psoriasis-Arthritis, bei denen eine Therapie mit antirheumatischen Arzneimitteln nicht ausreichend geholfen hat oder die diese nicht vertragen. Apremilast wird hier alleine oder in Kombination mit antirheumatischen Arzneimitteln angewendet.

Psoriasis ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken, eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Eine Schuppenflechte verläuft in Schüben: Das Hautbild kann sich spontan verbessern, aber auch plötzlich schlechter werden. Sie ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar.

Die häufigste Form der Psoriasis ist die Plaque-Psoriasis oder Psoriasis vulgaris, die etwa 85 Prozent aller Erkrankungen ausmacht. Seltener ist die Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica), bei der sich zusätzlich verschiedene Gelenke entzünden, anschwellen und schmerzen.

Eine Psoriasis wird gewöhnlich äußerlich behandelt, beispielsweise mit Cremes oder Salben. Bei schweren Verläufen kommt eine Phototherapie infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel, die auf verschiedene Weise den Entzündungsprozess verlangsamen oder stoppen sollen. Diese Arzneimittel werden oft miteinander kombiniert. Typische Vertreter dieser sogenannten systemischen Therapie sind Methotrexat und Ciclosporin.

Apremilast soll die Entzündungsreaktion der Haut verringern, indem es einen Eiweißstoff hemmt und verschiedene entzündungsfördernde und -hemmende Botenstoffe beeinflusst.

Anwendung

Apremilast wird als Tablette eingenommen. Die empfohlene Dosis beträgt 30 mg Apremilast zweimal täglich. Der Abstand zwischen den beiden Einnahmen sollte ungefähr zwölf Stunden betragen.

Die Dosis beträgt zu Beginn der Behandlung 10 mg Apremilast und wird innerhalb von etwa fünf Tagen auf 30 mg gesteigert.

Andere Behandlungen

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie nicht geeignet ist, kommt eine Behandlung mit einem Tumor-Nekrose-Faktor (TNF)-α-Antagonisten (Adalimumab oder Infliximab) infrage. Alternativ steht Ustekinumab zur Verfügung.

Für Personen mit Psoriasis-Arthritis, bei denen eine Therapie mit antirheumatischen Arzneimitteln nicht ausreichend geholfen hat oder die diese nicht vertragen, kommt ein TNF-α-Antagonist infrage. Dieser kann auch mit Methotrexat kombiniert werden.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat im Frühjahr 2015 geprüft, welche Vor- und Nachteile Apremilast bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis oder mit Psoriasis-Arthritis hat im Vergleich zu den bewährten Standardtherapien.

Um diese Fragen zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor. Für beide Krankheitsbilder kann daher die Frage, welche Vor- und Nachteile Apremilast gegenüber den bisherigen Standardtherapien hat, nicht beantwortet werden.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Apremilast (Otezla).

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Auf der IQWiG-Plattform „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

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