Abschied nehmen

Foto von Paar (Comstock Images / Stockbyte / Thinkstock) Wenn Sie spüren, dass Ihre Kräfte schwinden und Ihnen womöglich nicht mehr viel Lebenszeit bleibt, kann es hilfreich sein, sich auf den Abschied vorzubereiten und mit nahestehenden Menschen zu klären, was Ihnen wichtig ist. Dies betrifft auch die medizinische Betreuung und Pflege in der letzten Lebensphase.

Wenn der Brustkrebs voranschreitet und voraussehbar wird, dass die verbleibende Lebensspanne vermutlich nur noch kurz ist, reagieren die meisten Frauen mit tiefer Verzweiflung. Es können aber auch Gefühle wie Niedergeschlagenheit, Unsicherheit, Angst oder auch Wut und Aggressionen auftreten und einander abwechseln. Lebenspläne nicht mehr umsetzen zu können, Kinder und Enkelkinder nicht aufwachsen zu sehen oder nicht mit dem Partner und Freunden alt zu werden, ist für viele unbeschreiblich schmerzhaft. Hinzu kann das Gefühl kommen, in der letzten Lebensphase anderen zur Last zu werden.

Jede Frau erlebt diese Situation anders. Manche Frauen spüren das Bedürfnis, sich mit dem Abschied nehmen und Sterben auseinanderzusetzen, und wollen darüber reden. Andere versuchen, den Blick auf die Endlichkeit des Lebens zu vermeiden, oder fühlen sich hin- und hergerissen. Hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Wichtig ist vielmehr, dass Sie einen Weg finden, der Ihnen persönlich Ihren Bedürfnissen und Wünschen entspricht. Die folgenden Hinweise können vielleicht helfen, Ihren individuellen Weg zu finden und sich die Unterstützung zu holen, die Sie dafür brauchen.

Wenn Sie spüren, dass Ihre Kräfte schwinden und womöglich nicht mehr viel Lebenszeit bleibt, kann es entlastend sein, sich selbst vorzubereiten und mit nahestehenden Menschen zu klären, was Ihnen wichtig ist. Vielleicht brauchen diese Gespräche Mut von beiden Seiten. Aber gerade sie lassen oft eine besondere Nähe und Verbundenheit entstehen. Bei Ihnen kann sich dadurch das Gefühl der Geborgenheit verstärken und Ihre Angehörigen tröstet der Gedanke, für Sie da und Ihnen nahe zu sein.

Sie können beispielsweise mit Ihren Angehörigen besprechen, ob für Sie eine Betreuung zu Hause infrage kommt und ob die Angehörigen sich dafür stark genug fühlen – oder ob eher die Betreuung in einem Hospiz oder in einer Klinik das Richtige für Sie und Ihre Angehörigen ist. Bei dieser Abwägung können Sie auch den Rat Ihrer Ärztinnen und Ärzte in Anspruch nehmen. Außerdem kann eine Beratung durch Ehrenamtliche oder Fachkräfte mit Erfahrung in Trauer- und Sterbebegleitung hilfreich sein.

Was bedeutet Trauer?

Bei dem Begriff „Trauer“ denken die meisten spontan an die Zeit nach dem Tod. Trauer kann sich aber auch auf nicht mehr Erreichbares richten: auf den Verlust der Zukunft, unerreichte Ziele, nicht erfüllte Wünsche, unbewältigte Konflikte. Zu trauern bedeutet, den Schmerz zu durchleben und gleichzeitig zu erkennen, was im Leben wichtig war und ist. Dabei trauern Menschen unterschiedlich. Einige sind in sich gekehrt, andere suchen den Austausch, manche spüren die Trauer seelisch und körperlich. Trauer kann helfen, sich zu erinnern, Rückschau zu halten – und es am Ende leichter machen, sich zu lösen. Manche Frauen empfinden es nach einer gewissen Zeit als erleichternd, ihre Trauer zuzulassen, ihrem Schmerz Ausdruck zu geben und sich selbst genügend Raum dafür einzuräumen. Einige brauchen neben Gesprächen mit Vertrauten Ruhe und Zeit für sich allein.

Manche Frauen berichten, dass für sie in der letzten Lebensphase ganz konkrete Tätigkeiten wichtig sind: zum Beispiel das Ordnen ihrer persönlichen Dinge, Abschließen von Projekten, Planen und Vorsorgen für die Familie, Abgeben von Aufgaben, Regeln von Erbschafts-Angelegenheiten und Vorbereitungen für ihr Begräbnis. Manche versuchen, Konflikte, die sie belasten, zu lösen oder sich Wünsche zu erfüllen, die sie schon lange hegen, und eine erfüllte gemeinsame Zeit mit ihren Lieben zu leben.

Wie kann ich diese Zeit mit meinen Lieben gestalten?

Viele Frauen beschäftigt als zentrales Thema, ihre Familie und Freunde verlassen zu müssen und die eigenen Kinder oder Enkel nicht aufwachsen zu sehen. Sie sorgen sich um die Belastung, die ihr Tod für ihre Angehörigen bedeutet. Gemeinsam mit Partner oder Partnerin, Familie und anderen Nahestehenden zu trauern und Hoffnungen, Ängste und Wünsche auszudrücken, ist für viele Frauen wichtig. Das Gefühl, nicht über die bevorstehende Zeit und den Tod sprechen zu dürfen, sich nicht zu trauen, darüber zu sprechen, oder keine Worte zu finden, kann das Abschied nehmen und Loslassen erschweren.

Angesichts des nahenden Abschieds entsteht bei vielen Menschen das Bedürfnis, ihre Beziehungen zu Nahestehenden zu klären, um in Frieden auseinandergehen zu können. Ungelöste Konflikte anzusprechen und Probleme innerhalb der Familie bewusst zu machen, gelingt jetzt manchmal leichter als zuvor.

Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf die Herausforderung, über Themen wie Tod, Abschied und das Leben danach zu sprechen. Für manche ist eine Unterstützung durch Außenstehende sehr hilfreich. Beratung, psychoonkologische, psychotherapeutische oder seelsorgerische Hilfe anzunehmen, kann ebenfalls die Bewältigung der schwierigen Situation erleichtern.

Wie kann ich meine Kinder vorbereiten?

Je nachdem, wie alt Ihre Kinder sind, können Sie mehr oder weniger offen mit ihnen sprechen und sie behutsam auf das Leben ohne Sie vorbereiten. Kleine Kinder können die Dimension des Todes noch nicht begreifen, aber sie ahnen, dass etwas geschieht, was ihr Leben verändern wird. Sie können mit Verunsicherung, Ängsten und Anhänglichkeit reagieren. Ihnen immer wieder Liebe zu zeigen und ihnen zu sagen, dass Ihre Liebe sie auch begleiten wird, wenn Sie fort sind, kann helfen.

Größere Kinder verstehen meist, dass sie Abschied nehmen müssen. Auch für sie ist das Gefühl wichtig, dass Sie trotzdem „bei ihnen bleiben“. So ehrlich wie möglich mit ihnen über das zu sprechen, was nach Ihrem Tod in der Familie geschehen könnte – und auch darüber, was sich das Kind vorstellt und was Sie ihm für seine Zukunft wünschen –, ist meistens hilfreich. Einem Kind Versprechen abzunehmen – zum Beispiel, sich um jüngere Geschwister zu kümmern oder später eine neue Partnerin an der Seite ihres Vaters zu akzeptieren –, kann jedoch zur Belastung werden: Schafft das Kind es nicht, das Versprechen einzulösen, können sich Schuldgefühle entwickeln.

Um Kindern später die Möglichkeit zu geben, sich zu erinnern und zu erfahren, wer ihre Mutter war, können Sie ein persönliches Erbe vorbereiten. Sie können ihnen zum Beispiel Ihre Lebensgeschichte aufschreiben oder erzählen – in Form von Briefen, Tagebüchern, Video- oder Audioaufnahmen. Sie können Ihre eigene Kindheit beschreiben und das Aufwachsen Ihrer Kinder mit schönen, wichtigen und lustigen wie schmerzlichen gemeinsamen Erlebnissen schildern.

Kinder, deren Mütter an Krebs gestorben sind, als sie noch klein waren, berichten, dass das Hinterlassen und Bewahren von Erinnerungen ihnen später sehr geholfen hat. Sie wollten wissen, was und wer im Leben ihrer Mutter wichtig war. Sie waren dankbar für Namen und Adressen von Freunden und Verwandten, mit denen sie später Erinnerungen austauschen konnten. Auch Dinge von persönlicher Bedeutung wie Schmuck, Kleidung, Bilder oder auch Lieblings-Kochrezepte waren wichtig und hilfreich. Insbesondere ältere oder erwachsene Töchter interessieren sich zudem für die Krankheitsgeschichte ihrer Mütter und – vor dem Hintergrund eines möglichen familiären Risikos – auch für Krankenunterlagen.

Welche weiteren Vorbereitungen können sinnvoll sein?

„Letzte Dinge“ zu regeln, ist für viele Frauen wichtig. Indem Sie Ihre persönlichen Sachen und Angelegenheiten ordnen und für Ihre Angehörigen vorsorgen, können Sie etwas von sich bewahren. Sie können Dinge regeln, die Ihnen am Herzen liegen, und so Ihren Lieben helfen, zu trauern, sich zu erinnern und ihr zukünftiges Leben zu gestalten. Dazu kann auch gehören, gemeinsam zu überlegen, wie sich Aufgaben und Rollen neu verteilen lassen.

Wichtig ist vor allem, dass Sie für sich selbst Vorsorge treffen. Zum Beispiel kann es sinnvoll sein, in einer Patientenverfügung festzulegen, wie Sie ärztlich behandelt werden möchten, falls eine Situation eintritt, in der Sie sich selbst nicht mehr dazu äußern können. In einer Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung können Sie bestimmen, wer wichtige Angelegenheiten für Sie regeln soll, wenn Sie selbst nicht mehr dazu in der Lage sein sollten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie dazu beraten. Grundlegende Informationen zum Betreuungsrecht, zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung finden Sie auf der Themenseite des Bundesministeriums der Justiz, außerdem Links zu Formularvorlagen und Broschüren zum kostenlosen Download.

Wenn Sie Ihren Nachlass regeln und andere Vorkehrungen für die Zeit nach Ihrem Tod treffen wollen, legen Sie dies am besten in einem Testament fest. Sie können stattdessen auch auf die gesetzliche Erbfolge vertrauen und darauf, dass sich Ihre Erben untereinander einig werden. Wenn Sie jedoch bestimmte Vorstellungen haben, wem Sie welche persönlichen Dinge und finanziellen Werte hinterlassen möchten, ist es nötig, dies handschriftlich festzuhalten. Wichtig zu wissen: Wenn Sie nicht verheiratet sind oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, bleibt Ihr Partner oder Ihre Partnerin ohne entsprechendes Testament unberücksichtigt.

Die einfachste Form, ein Testament aufzusetzen, ist das eigenhändige Testament. Dazu schreiben Sie Ihren letzten Willen mit der Hand nieder, versehen ihn mit Datum und Ortsangabe und unterschreiben mit vollem Namen. Sie können sich auch vom Notar beraten und Ihr Testament notariell niederlegen lassen. Eine notarielle Beratung ist sinnvoll, wenn Sie vor Ihrem Tod Schenkungen veranlassen möchten.

Im Testament können Sie auch festlegen, wie Sie beerdigt werden möchten. Manche Menschen planen ihr Begräbnis sehr genau, andere möchten dies nicht und überlassen die Umstände ihrer Bestattung ihrer Familie. Für Angehörige kann es hilfreich sein, wenn sie das Begräbnis in Ihrem Sinne begehen und sich Ihnen dabei nahe fühlen können. Welche Bestattungsarten es gibt und welche Formalitäten zu beachten sind, dazu beraten Bestattungsinstitute. Außerdem ist zu diesen sowie zu allen Fragen der Nachlassregelung umfangreiche Ratgeberliteratur erhältlich.

Wie kann eine Betreuung zu Hause gelingen?

Wenn Sie Ihre letzte Lebensphase zu Hause verbringen möchten, können ambulante Dienste die notwendige medizinische Begleitung übernehmen. Wichtig ist, mit Ihren Angehörigen zu klären, ob dies für sie möglich und für alle Beteiligten vorstellbar ist. Eine intensive häusliche Betreuung setzt voraus, dass

  • pflegende Angehörige, Freundinnen und Freunde bereit und in der Lage sind, sich mit den Anforderungen praktischer Pflege und Sterbebegleitung auseinanderzusetzen und sich gegenseitig zu unterstützen;
  • eine intensive medizinische Betreuung und ausreichende Schmerzbehandlung gesichert sind. Außer Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt ist möglicherweise onkologische, palliativmedizinische oder schmerztherapeutische Hilfe nötig;
  • praktische Hilfe und seelischer Beistand durch professionelle Pflegekräfte und / oder ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zur Verfügung steht;
  • sich die Wohnung dafür eignet – dass zum Beispiel das Bad gut erreichbar ist und ein Pflegebett aufgestellt werden kann;
  • die Kostenübernahme durch Kranken- oder Pflegekasse sowie die Finanzierung möglicher Zusatzkosten (zum Beispiel Zuzahlungen) geklärt ist.

Ihre Haus- und Fachärztinnen oder -ärzte unterstützen Sie und Ihre Familie bei der Wahl eines Pflegedienstes, ambulanten Palliativ- oder Hospizdienstes. Zur Einstufung in eine Pflegestufe, zur Antragstellung und zu weiteren Leistungen der Pflegeversicherung können Sie und Ihre Angehörigen sich in Pflegestützpunkten sowie von Ihrer Kranken- oder Pflegekasse beraten lassen. Hier erhalten Sie auch Informationen über Pflegedienste. Ambulante Pflegekräfte machen bei Bedarf Hausbesuche und beraten, wie sich die Wohnung für eine häusliche Pflege anpassen lässt und welche Hilfsmittel (zum Beispiel Pflegebett oder eine Gehhilfe) nötig sind. Da die Organisation zeitaufwendig sein kann, ist es gut, diese Dinge frühzeitig anzugehen.

Bei Pflegebedürftigkeit übernimmt die Pflegekasse je nach Pflegestufe einen Teil der Kosten für ambulante Pflege durch Fachkräfte oder zahlt den Versicherten Pflegegeld, das für pflegende Angehörige bestimmt ist. Es gibt auch Mischlösungen, bei denen die Pflegekasse einen Teil der Kosten der ambulanten Pflege übernimmt und zugleich einen bestimmten Betrag als Pflegegeld auszahlt. Leistungen der häuslichen Krankenpflege sowie Hilfsmittel zahlt die Krankenkasse, wenn sie ärztlich verordnet werden.

Wenn eine Entlassung aus dem Krankenhaus ansteht, kann der Kliniksozialdienst Sie und Ihre Angehörigen unterstützen und notwendige Maßnahmen organisieren. Möglich ist beispielsweise eine vorübergehende Brücken- oder Überleitungspflege oder eine Kurzzeitpflege, um die medizinische Versorgung und Pflege zu Hause vorzubereiten.

Zudem ist insbesondere bei Berufstätigkeit der Angehörigen eine teilstationäre Pflege am Tag oder in der Nacht möglich. Wenn die pflegenden Angehörigen erkranken oder einen Urlaub planen, ist eine vorübergehende stationäre Kurzzeitpflege möglich. Für eine Übernahme der Kosten oder einen finanziellen Zuschuss muss jedoch eine Pflegestufe vorliegen. Ansprechpartner hierfür ist die Pflegeversicherung.

Ambulante Palliativversorgung und ambulante Hospizdienste

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) bietet eine besonders intensive Form der ambulanten medizinischen Palliativversorgung und -pflege. Ihr Ziel ist, die Lebensqualität und Selbstbestimmung von Menschen am Lebensende zu erhalten und zu fördern und ein Sterben zu Hause zu ermöglichen. Dies entspricht dem Wunsch vieler Menschen. Sogenannte Palliative-Care-Teams bestehen aus ärztlichen, psychologischen und pflegerischen Fachkräften. Sie sind besonders auf die Behandlung von Schmerzen spezialisiert, oft rund um die Uhr erreichbar und arbeiten eng mit Hospizdiensten zusammen. Die SAPV ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und muss von einer Ärztin oder einem Arzt verordnet werden. Sie kann für die Betreuung zu Hause und auch im Hospiz beansprucht und oft schon im Krankenhaus vermittelt werden.

Ambulante Hospizdienste bestehen aus Fachkräften und speziell geschulten ehrenamtlichen Kräften, die bei der Betreuung zu Hause oder in der Klinik psychosoziale Unterstützung leisten. Ehrenamtlich helfende Menschen können keine pflegerische oder ärztliche Versorgung ersetzen. Sie stehen vielmehr für Gespräche, zum Vorlesen oder auch als stille Begleitung zur Verfügung, können beispielsweise kleinere Erledigungen übernehmen oder bei Arztbesuchen zur Seite stehen. Beratung und Gespräche mit in der Sterbebegleitung erfahrenen Helferinnen und Helfern können auch für Angehörige eine große Entlastung sein und neue Kraft geben.

Wie werde ich in der Klinik oder im Hospiz betreut?

Nicht immer ist eine intensive Versorgung und Pflege zu Hause möglich, und nicht jeder Mensch möchte von seinen Angehörigen gepflegt werden. Manche Frauen ziehen es vor, die körperliche Pflege professionellen Kräften zu überlassen, und fühlen sich in einer Einrichtung mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung gut aufgehoben. Wenn Angehörige an ihre Grenzen kommen, kann die Betreuung in einer Einrichtung für sie unter Umständen eine große Entlastung sein. Durch diese Entlastung kann wiederum mehr Raum für intensive Begegnungen und Gespräche in der letzten Lebensphase entstehen.  

Eine stationäre Betreuung ist in der Klinik (Palliativstation), in einem Hospiz oder Pflegeheim möglich. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, der Kliniksozialdienst und auch die Krankenversicherung sowie die Pflegeversicherung helfen bei der Auswahl einer geeigneten Einrichtung und bei der Klärung der Kostenübernahme.

Palliativstationen sind Spezialabteilungen von Kliniken, in der unheilbar Erkrankte mit starken Beschwerden über einige Tage bis Wochen intensiv betreut werden. Die Therapie soll die Symptome der Erkrankung begrenzen und Beschwerden lindern – meist mit dem Ziel der Entlassung nach Hause oder in ein Hospiz. Im Gegensatz zu Intensivstationen stehen auf Palliativstationen nicht medizinische Technik, sondern Pflege und Zuwendung im Mittelpunkt. Die Zimmer sind meist wohnlich eingerichtet, Angehörige oder Freunde können auf der Station übernachten. Wie in Hospizen ist auch in Palliativstationen die seelsorgerische und gegebenenfalls die Sterbebegleitung ein zentraler Bestandteil der Betreuung, falls dies gewünscht wird.

Ein Hospiz ist keine Klinik, sondern eine Einrichtung, in der Menschen in ihrer letzten Lebensphase von einem Team aus unter anderem ärztlichen, psychologischen und Pflege-Fachkräften versorgt und begleitet werden. In der Regel arbeiten Hospize mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zusammen. Auch Gespräche und Angebote wie Musiktherapie gehören zum Standard. In einem Hospiz sind außerdem immer Ehrenamtliche für Sie und Ihre Angehörigen da, die speziell für die Sterbebegleitung geschult sind, aber auch alltägliche Unterstützung anbieten. Auf Wunsch ist eine zusätzliche seelsorgerische Betreuung möglich. Hospize sind in der Regel kleinere, wohnlich ausgestattete Gebäude.

Auch in Hospizen kommt nur sehr wenig Technik zum Einsatz und keine Maßnahmen, die das Leben um jeden Preis verlängern. Die Therapie konzentriert sich auf eine ausreichende Behandlung von Schmerzen und anderen Beschwerden wie Luftnot und Übelkeit. Es wird viel Wert auf Zuwendung und Anteil nehmende Begleitung gelegt.

Nicht nur im Hospiz, auch in den meisten Kliniken und Palliativstationen sind Angehörige und Freunde heute willkommen. Sie werden auf Wunsch in die Versorgung und Begleitung einbezogen und bekommen auch selbst Unterstützung.

Weitere Informationen

Wenn Sie weitere Informationen benötigen, finden Sie auf der Website des Krebsinformationsdienstes eine Zusammenstellung von Adressen und Ansprechpartnern zur Palliativversorgung und Hospizen sowie zur häuslichen Krankenpflege. Da Hospize oft eine Warteliste haben, ist es sinnvoll, sich frühzeitig anzumelden.

Weiterhin können Sie sich beispielsweise bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland, den Krebsberatungsstellen sowie dem kostenlosen Beratungstelefon des Krebsinformationsdienstes beraten lassen.

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