Wie funktioniert die Wirbelsäule?
Die Wirbelsäule bildet die „knöcherne Mitte“ unseres Körpers. Sie hält uns aufrecht und verbindet verschiedene Skelettteile miteinander, zum Beispiel Kopf, Brustkorb, Becken, Schultern, Arme und Beine. Obwohl die Wirbelsäule aus einer zusammenhängenden Kette von Knochen besteht, ist sie beweglich. Dafür sorgen elastische Bandscheiben und Bänder.
Wie lang die Wirbelsäule ist, hängt von der Größe eines Menschen ab. Bei Männern misst sie im Durchschnitt 71 cm, bei Frauen 61 cm. Unser Rückgrat hat viele Funktionen: Es trägt die Last von Kopf, Rumpf und Armen und ermöglicht Bewegungen des Körpers in alle Richtungen. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule ist in den verschiedenen Abschnitten unterschiedlich. Am flexibelsten ist unser Hals. Die Wirbelsäule schützt auch das Rückenmark in ihrem Inneren, das ein wichtiger Teil unseres Nervensystems ist.
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Betrachtet man die Wirbelsäule eines Erwachsenen von der Seite, erkennt man vier leichte Krümmungen: Hals- und Lendenwirbelsäule sind bei gesunden Menschen nach vorne geschwungen, Brustwirbelsäule und Kreuzbein nach hinten. Durch die Krümmungen ist die Wirbelsäule belastbarer: Sie helfen, in der aufrechten Position die Balance zu halten, fangen beim Gehen Erschütterungen ab und schützen die Wirbelkörper vor Brüchen.
An der Wirbelsäule eines Erwachsenen lassen sich in der Regel 26 Wirbel zählen:
- 7 Halswirbelkörper
- 12 Brustwirbelkörper
- 5 Lendenwirbelkörper
- 1 Kreuzbein (5 zusammengewachsene Kreuzbeinwirbel)
- 1 Steißbein (4 zusammengewachsene Steißbeinwirbel)
Die Wirbel müssen umso mehr Gewicht tragen, desto weiter unten sie angeordnet sind. Daher werden sie von oben nach unten immer größer.
In der menschlichen Wirbelsäule gibt es 23 Bandscheiben, die zwischen den einzelnen Wirbeln liegen. Nur zwischen dem Schädel und dem ersten Halswirbel sowie zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel befinden sich keine Bandscheiben. Jede Bandscheibe besteht aus zwei Teilen: einem äußeren Ring aus Faserknorpel und einem inneren, federnden Kern, der wie ein flüssigkeitsgefülltes Kissen aufgebaut ist. Die Bandscheiben ermöglichen rotierende und seitliche Bewegungen der Wirbelsäule und dienen zugleich als „Stoßdämpfer“.
Wenn die Bandscheiben belastet werden, verlieren sie Flüssigkeit und werden dünner; bei Entlastung nehmen sie wieder Flüssigkeit auf und werden dicker. Da ein Mensch seine Wirbelsäule in der Regel tagsüber belastet und nachts entlastet, ist er „abends ein Zwerg und morgens ein Riese“: Pro Tag wird ein erwachsener Mensch wegen des Flüssigkeitsverlustes durch Belastung um etwa 1,5 bis 2 cm kleiner. Im Alter werden die Bandscheiben schmaler, die Wirbelkörper werden zusammengedrückt und die Wirbelsäule krümmt sich stärker. Deshalb sind wir im Alter meist einige Zentimeter kleiner als in jüngeren Jahren.
Im Inneren der Wirbelkörper verläuft das Rückenmark. Der Wirbelbogen eines jeden Wirbels ist oben und unten etwas eingebuchtet. Zwei benachbarte Wirbelbögen bilden so zusammen zwei Lücken, durch die jeweils ein Rückenmarksnerv (Spinalnerv) das Rückenmark verlassen kann. Dadurch, dass von oben nach unten immer mehr Nervenstränge (sogenannte Spinalnerven) abzweigen, verjüngt sich das Rückenmark. Entsprechend werden die Wirbellöcher im Inneren der Wirbel von oben nach unten immer kleiner.
Die Spinalnerven leiten Bewegungssignale des Gehirns über das Rückenmark an die Muskeln des Skelettes und der Eingeweide weiter. Zugleich melden sie Berührungen, Druck, Kälte, Wärme, Schmerz und andere Empfindungen von der Haut, den Muskeln, den Gelenken und den Eingeweiden über das Rückenmark an das Gehirn. Rückenmark, Spinalnerven und Gehirn bilden zusammen das zentrale Nervensystem. Weitere Informationen zum Nervensystem finden Sie hier.
Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
- Letzte Aktualisierung: 15. April 2011 09:07
- Erstellt am: 25. November 2009 16:52
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