Wie funktioniert der Zahnhalteapparat?

Der Zahnhalteapparat – auch Periodontium oder Zahnbett genannt – sorgt dafür, dass die Zähne fest im Gebiss verankert sind. Er besteht aus vier Teilen:

  • den Zahnfächern (Alveolen)
  • der Wurzelhaut (Periodontium)
  • dem Zahnzement (Zementum)
  • dem Zahnfleisch (Gingiva)


Als Zahnfächer werden die Mulden im Kiefer bezeichnet, in denen sich die Zahnwurzeln befinden. Sie werden auch Alveolen genannt. Der Kiefer und die Wände der Zahnfächer bestehen aus Knochengewebe. Diesen Teil des Zahnhalteapparats kann man normalerweise nicht sehen.

Illustration Zahnhalteapparat

Durch die Wurzelhaut und den Zahnzement sind die Zähne mit den Wänden der Zahnfächer verbunden und im Kiefer verankert. Die Wurzelhaut besteht aus Bindegewebe und enthält Kollagenfasern. Sie sind besonders zugfest, sodass die Zähne dem großen Druck standhalten können, der beim Kauen auf ihnen lastet. Zudem können sich die Zähne in der Wurzelhaut leicht bewegen, um den Kaudruck auszugleichen. Zahnimplantate sind im Gegensatz dazu fest im Kiefer verankert und nicht beweglich. Neben dem Bindegewebe und den Kollagenfasern enthält die Wurzelhaut Gefäße und Nerven: Die Gefäße versorgen die Wurzelhaut mit Nährstoffen, die Nerven sind für den Drucksinn verantwortlich und helfen, den Druck beim Kauen zu kontrollieren.  

Der eigentliche Zahn ist im Bereich der Zahnwurzel mit Zahnzement überzogen. Der Zahnzement besteht zu einem großen Teil aus Mineralien und enthält ebenfalls Kollagenfasern. Er ist sehr fest mit der Wurzelhaut verbunden und verbindet so die Zahnwurzel mit dem restlichen Zahnhalteapparat. Der Zahnzement geht im Bereich des Zahnhalses in den Zahnschmelz über.

Das Zahnfleisch (die Gingiva) bedeckt und schützt die Wurzelhaut sowie die Zahnhälse. Es ist normalerweise der einzige sichtbare Teil des Zahnhalteapparats. Das Zahnfleisch umfasst die Zähne eng wie ein Kragen. Dort, wo es am Zahn anliegt, ist es etwas nach innen gestülpt, sodass eine kleine Furche entsteht.

Das Zahnfleisch kann sich leicht entzünden. Eine solche Zahnfleischentzündung (Gingivitis) kann sich durch Zahnfleischbluten bemerkbar machen, löst aber oft auch keine Beschwerden aus. Manchmal kann eine Zahnfleischentzündung zu einer Parodontitis führen. Das ist eine Entzündung des Zahnhalteapparats, die sowohl das Zahnfleisch als auch den Kieferknochen angreifen und ernsthaftere Problemen bis hin zum Zahnverlust verursachen kann.


Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)


  • Letzte Aktualisierung: 04. Oktober 2011 15:28
  • Erstellt am: 22. März 2011 14:11
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