Wie funktionieren die Mandeln?

Die Mandeln (Tonsillen) gehören zum Abwehrsystem des Körpers. Durch ihre Lage an Rachen und Gaumen üben sie eine Art Wächterfunktion aus. Sie kommen besonders früh mit Krankheitserregern, die über Mund oder Nase eindringen, in Kontakt und können so das Immunsystem frühzeitig aktivieren. Mehr dazu, wie das Immunsystems arbeitet, erfahren Sie in unserem Spezial.

Es gibt insgesamt vier Mandeln:

•    Zwei Gaumenmandeln (Tonsilla palatina)
•    Eine Rachenmandel (Tonsilla pharyngealis)
•    Eine Zungenmandel (Tonsilla lingualis)

Die beiden Gaumenmandeln liegen rechts und links in der Schleimhautfalte der Gaumenbögen und sind die einzigen, die bei geöffnetem Mund ohne Hilfsmittel sichtbar sind. Die Rachenmandel liegt am Gaumendach und ist nur bei einer Nasenspiegelung sichtbar. Die Zungenmandel befindet sich weit hinten am Zungengrund an der hinteren Fläche der Zunge.

Die vier Mandeln umgeben ringförmig die Ausgänge des Mund- und Nasenraums in den Rachen. Sie werden daher zusammen auch als Rachenring bezeichnet. So können sie Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien abfangen, die über den Mund oder die Nase in den Körper gelangen könnten. Zusätzlich zum Rachenring befinden sich hinten an der seitlichen Rachenwand weitere Abwehrzellen. Diese Zellen werden auch „Seitenstrang“ genannt und können nach der Entfernung der Rachenmandel deren Aufgabe übernehmen.

Bei häufigen Mandelentzündungen können sich vor allem die Gaumenmandeln dauerhaft vergrößern. Bei Kindern kann die Rachenmandel, im Volksmund auch Polypen genannt, sehr groß werden, die Atmung behindern und einen Dauerschnupfen verursachen. Dann kann es manchmal erforderlich werden, die Mandeln durch eine Operation zu entfernen.

Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)


  • Letzte Aktualisierung: 07. Juli 2011 13:13
  • Erstellt am: 08. März 2011 14:03
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