Was sind Mikroben?
Mikroben sind winzig kleine Lebewesen, die uns umgeben – zu klein, um sie mit dem bloßen Auge zu erkennen. Sie befinden sich im Wasser, in der Erde und in der Luft. Auch unseren Körper bevölkern Millionen dieser Mikroben, auch Mikroorganismen genannt. Manche Mikroben machen uns krank, andere sind für unsere Gesundheit wichtig. Die häufigsten Vertreter sind Bakterien, Viren und Pilze. Darüber hinaus gibt es die Gruppe der Protozoen. Dabei handelt es sich um Kleinstlebewesen, die für Krankheiten wie die Toxoplasmose oder Malaria verantwortlich sind.
Bakterien bestehen aus nur einer Zelle
Bakterien gehören zu den einzelligen Lebewesen. Unter dem Mikroskop sehen sie aus wie kleine Kügelchen, Stäbchen oder Spiralen. Manche Bakterien benötigen zum Überleben Sauerstoff, während andere ohne Sauerstoff auskommen. Einige lieben die Hitze, andere leben bevorzugt in einer kalten Umgebung. Bekannte Bakterien sind zum Beispiel Salmonellen oder Staphylokokken.
Die meisten Bakterien sind für den Menschen ungefährlich. Viele von ihnen leben sogar auf oder in unserem Körper und helfen uns dabei, gesund zu bleiben. Beispielsweise unterstützen Milchsäurebakterien im Darm die Verdauung. Andere Bakterien helfen dem Abwehrsystem, indem sie Krankheitserreger bekämpfen. Manche Bakterien werden auch dazu benötigt, um bestimmte Lebensmittel herzustellen, wie zum Beispiel Joghurt, Sauerkraut oder Käse.
Weniger als 1 % aller Bakterien sind für Krankheiten verantwortlich wie zum Beispiel die Tuberkulose oder Harnwegsentzündungen. Viele andere Infektionen können ebenfalls durch Bakterien verursacht werden wie Durchfall, Lungenentzündungen oder eine Mandelentzündung – alle diese Erkrankungen können aber auch durch andere Erreger ausgelöst werden.
Bakterielle Infektionen können mit Antibiotika behandelt werden. Dies sind Medikamente, die Bakterien davon abhalten, sich weiter zu vermehren oder die Bakterien zerstören. Weitere Informationen darüber, wie man Antibiotika richtig anwendet, finden Sie hier.
Viren dringen in gesunde Zellen ein und machen uns dadurch krank
Im Gegensatz zu Bakterien haben Viren keine eigene Zelle. Daher handelt es sich bei ihnen auch nicht um Lebewesen im eigentlichen Sinne. Sie bestehen vielmehr aus einem oder mehreren Molekülen, die von einer Eiweißhülle umgeben sind. Darin befinden sich genetische Informationen, die die Viren benötigen, um sich zu vermehren. Viren können unterschiedlich aussehen: unter anderem kreisrund, stabförmig oder auch wie Kaulquappen.
Viele Viren sind für Krankheiten verantwortlich. Manche sind harmlos und lösen nur eine lästige Erkältung aus, während andere ernsthafte Krankheiten verursachen können wie zum Beispiel HIV/AIDS. Andere Erkrankungen, die durch Viren ausgelöst werden, sind etwa die Grippe, Masern oder eine Leberentzündung (Virus-Hepatitis).
Viren dringen in gesunde Zellen ein und vermehren sich von dort aus. Ohne eine solche Wirtszelle kann sich ein Virus nicht vermehren. Nicht alle Viren lösen Beschwerden aus und in vielen Fällen bekämpft der Körper die Eindringlinge erfolgreich. So zum Beispiel beim Lippenherpes, von dem viele Menschen irgendwann betroffen sind. Er wird durch Viren ausgelöst, die sich in bestimmten Nervenzellen befinden und bei manchen Menschen zu Lippenbläschen führen können, die meist von selbst abheilen.
Viren sind durch Medikamente relativ schwer zu bekämpfen. Zum Schutz vor manchen Viren kann man das Immunsystem durch eine Impfung „trainieren“ und den Körper dadurch weniger empfindlich gegen die Erreger machen.
Pilze gehören zu den pflanzlichen Organismen
Pilze sind genaugenommen Pflanzen. Zu den bekanntesten Pilzen gehören die Hefepilze, Schimmel- und Speisepilze wie Champignons. Wie Bakterien kommen auch einige Pilze natürlicherweise auf der Haut oder im Körper vor. Pilze können aber ebenfalls Erkrankungen auslösen.
Krankheiten, die durch Pilze verursacht werden, nennt man Mykosen. Dazu gehören zum Beispiel die häufig vorkommenden Fuß- und Nagelpilzinfektionen. Manchmal können Pilzinfektionen auch eine Lungenentzündung oder Schleimhautentzündungen im Mund oder an Geschlechtsorganen auslösen und bei einem schwachen Immunsystem lebensbedrohlich werden. Der Mensch hat aber auch von hilfreichen Eigenschaften einiger Pilze profitiert. So verdanken wir die Entdeckung des Penizillins einem Schimmelpilz, aus dem dieses Antibiotikum gewonnen werden kann.
Pilzinfektionen können durch Medikamente behandelt werden, die Antimykotika genannt werden. Sie töten die Pilze ab oder verhindern, dass diese sich vermehren können.
Nicht alle Krankheitserreger übertragen sich leicht – mit einigen steckt man sich jedoch relativ schnell an. Hierzu gehören insbesondere Viren, die Atemwegsinfektionen auslösen, wie Erkältungen oder eine Grippe. Wie Sie sich davor schützen können, erfahren Sie hier.
Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
- Letzte Aktualisierung: 12. September 2011 08:24
- Erstellt am: 06. Oktober 2010 10:55
- Historie: Liste anzeigen
- Quellen:
Deutsche Forschungsgemeinschaft und Robert Koch-Institut. Mensch Mikrobe - Das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung. Berlin: DFG und RKI. 2010. [Volltext]
National Institute of Allergy and Infectious Diseases. Understanding Microbes in Sickness and in Health. NIH Publication No. 09-4941. Bethesda: National Institutes of Health. September 2009. [Volltext]
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