Tests auf verstecktes Blut im Stuhl

Untersuchung einer Stuhlprobe im Labor (Jupiterimages / Photos.com) Ein Stuhltest kann unsichtbare Blutspuren nachweisen, die von Tumoren oder Polypen im Darm stammen können. Wenn der Test solche Spuren findet, wird durch eine Darmspiegelung abgeklärt, ob sie wirklich von einem Tumor oder einer Vorstufe stammen. In Kombination mit der Darmspiegelung kann der Stuhltest nachweislich das Risiko verringern, an Darmkrebs zu sterben.

Darmkrebs und fortgeschrittene Darmpolypen können zu kleinen Blutungen führen. Mit Stuhltests lassen sich Blutspuren im Stuhl nachweisen, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind (okkultes Blut). Allerdings bluten nicht alle Tumore und Polypen: Stuhltests entdecken daher nicht jeden Tumor oder Polypen. Zudem kann Blut im Stuhl auch viele andere gutartige Ursachen haben. Stuhltests sind deshalb eher als Vortest gedacht: Wird dabei Blut gefunden, wird anschließend bei einer großen Darmspiegelung die Ursache gesucht.

Einen Stuhltest in Anspruch zu nehmen ist daher nur sinnvoll, wenn man auch dazu bereit ist, sich bei einem auffälligen Testergebnis den Darm spiegeln zu lassen.

Zurzeit werden am häufigsten chemische Stuhltests eingesetzt. Bei diesen Tests lassen sich mithilfe einer chemischen Reaktion Bestandteile des Blutfarbstoffs Hämoglobin nachweisen. Bei immunologischen Tests werden Antikörper verwendet, um Hämoglobin nachzuweisen. Zur Früherkennung müssen die gesetzlichen Krankenkassen nur die chemischen Stuhltests „Hämoccult“, „HemoFec“ und „HemoCare“ bezahlen. Die Kosten im Rahmen der Früherkennung werden bei Versicherten ab einem Alter von 50 Jahren übernommen. Einige Kassen übernehmen auch die höheren Kosten für einen immunologischen Test.

Die Untersuchung

Für den Stuhltest werden zwei erbsengroße Stuhlproben mit einem Spatel auf ein spezielles Kärtchen aufgetragen. Dieses Kärtchen wird auch Testbrief genannt, da es wie ein Brief mit einer Lasche verschlossen werden kann. Ein Untersuchungsset enthält drei Testbriefe für drei aufeinander folgende Toilettengänge. Den Stuhltest kann man entweder in der Arztpraxis abgeben oder mit der Post dorthin schicken. Die Stuhlproben werden dann im Labor auf Blut untersucht.

Manche Menschen lehnen den Stuhltest ab, weil sie ihn als eklig oder unhygienisch empfinden oder auch Scham davor haben, die Testbriefe per Post zu verschicken. Man muss sich darüber aber keine Gedanken machen: Die Testbriefe können hygienisch und geruchsdicht verschlossen werden.

Bestimmte Nahrungsmittel und Medikamente können das Ergebnis eines chemischen Stuhltests verfälschen. Dazu gehören vor allem rotes Fleisch wie zum Beispiel Rindfleisch, Lamm und Leber. Daher wird empfohlen, vor dem Test auf diese Lebensmittel zu verzichten. Auch gerinnungshemmende Medikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS) und größere Mengen von Vitamin C können die Ergebnisse des Stuhltests beeinflussen.

Wer Medikamente nimmt und unsicher ist, ob sie den Test verfälschen könnten, bespricht dies am besten rechtzeitig mit der Ärztin oder dem Arzt. Informationen zur richtigen Anwendung des Stuhltests finden sich auch in der Gebrauchsanweisung.

Vor- und Nachteile des chemischen Stuhltests

Der Vorteil von Stuhltests liegt darin, dass sie relativ einfach durchzuführen sind und keine direkten Nebenwirkungen haben. Chemische Stuhltests wurden zudem in großen Studien erprobt. Sie haben gezeigt, dass der Test das Risiko verringert, an Darmkrebs zu sterben – sofern man bei einem auffälligen Testergebnis auch eine Darmspiegelung in Anspruch nimmt.

Nachteil der Tests ist, dass sie nicht sehr zuverlässig sind. Sie liefern häufig ein auffälliges Ergebnis, ohne dass Krebs die Ursache ist. Man spricht dann von einem sogenannten „falsch-positiven“ Testergebnis. Das liegt daran, dass zum Beispiel auch Hämorrhoiden, Magengeschwüre oder Entzündungen in Magen und Darm bluten können.

Etwa 5 bis 8 von 10 auffälligen Testergebnissen erweisen sich im Nachhinein als falscher Alarm, weil bei der anschließenden Spiegelung kein auffälliger Befund gefunden wurde.

Der zweite mögliche Fehler ist, dass der Stuhltest unauffällig bleibt, obwohl fortgeschrittene Polypen oder Darmkrebs vorhanden sind. In diesem Fall spricht man von einem „falsch-negativen“ Testergebnis. Etwa 4 bis 7 von 10 bösartigen Darmtumoren werden durch den Stuhltest nicht erkannt. Daher ist es wichtig, dass man Darmbeschwerden, die einem Sorgen machen, ernst nimmt – auch wenn der letzte Test unauffällig war.

Studienergebnisse zum chemischen Stuhltest

Studien belegen, dass die Früherkennung mit einem chemischen Stuhltest die Darmkrebssterblichkeit bei Menschen über 45 senken kann, wenn sie den Test alle zwei Jahre anwenden und bei einem auffälligen Befund eine Darmspiegelung machen. In Zahlen ausgedrückt zeigte sich in Studien über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren Folgendes:

  • Ohne Stuhltest: Von 1000 Menschen, die den Test nicht gemacht haben, starben etwa 10 an Darmkrebs.
  • Mit Stuhltest: Von 1000 Menschen, die alle zwei Jahre den Test gemacht haben, starben 8 bis 9 an Darmkrebs.

Das heißt, dass der chemische Stuhltest zur Früherkennung 1 bis 2 von 1000 Menschen davor bewahrt hat, an Darmkrebs zu sterben.

Immunologische Stuhltests

Die wichtigste Alternative zu chemischen Stuhltests sind immunologische Stuhltests. Diese Tests weisen ebenfalls verborgenes Blut im Stuhl nach, allerdings nicht durch eine chemische Reaktion, sondern durch Antikörper gegen den Blutbestandteil Hämoglobin. Immunologische Tests werden im Gegensatz zu chemischen Tests nicht so leicht durch Medikamente oder Ernährung gestört und lassen sich im Labor leichter auswerten.

Auch immunologische Stuhltests lassen keine Aussage über die Ursache einer Blutung zu, so dass sich bei Auffälligkeiten eine Darmspiegelung anschließt. Bislang ist jedoch nur für chemische Stuhltests durch aussagekräftige Studien belegt, dass sie die Darmkrebs-Sterblichkeit senken können. Immunologische Tests werden von den meisten gesetzlichen Krankenkassen derzeit nicht bezahlt. Am besten erkundigt man  sich vorher bei seiner Krankenkasse, ob sie die Kosten übernimmt.

Weitere Stuhltests

Weitere Tests sind der sogenannte M2-PK-Stuhltest und der DNA-Stuhltest. Sie spielen derzeit keine große Rolle: Beim M2-PK-Stuhltest wird im Stuhl nach einem Enzym gesucht, das Hinweise auf Darmkrebs liefern soll. Beim DNA-Stuhltest wird nach Erbgut-Resten von Krebszellen gesucht, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Ob diese Tests in der Lage sind, das Risiko für Darmkrebs zu verringern, ist unklar. Die Kosten werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

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