Chronischer Husten und Atembeschwerden

Chronischer Husten und Atembeschwerden

4.2. Bewältigungsstrategien

Helmut

„Man lernt auch so einige Tricks mit der Zeit. Wenn ich rausgehe, nehme ich mir oft einen Stockschirm mit, auch wenn das Wetter schön ist. Der hilft mir beim Gehen oder wenn ich eine Pause machen muss, sodass ich die Arm- und die Beinmuskulatur dadurch ein wenig entlasten kann. Dieser Schirm kann auch eine seelische Stütze sein, dass ich weiß, wenn es mir nicht so gut geht, dann habe ich ihn zur Sicherheit dabei.“

Mann an der ReckstangeEs gibt ganz unterschiedliche Strategien und Möglichkeiten, COPD zu bewältigen. Manchen Menschen hilft es, ihren Lebensstil und Tagesablauf ganz bewusst an die Bedürfnisse des eigenen Körpers anzupassen [22]. Sie planen beispielsweise Alltags- und Freizeitaktivitäten im Voraus und führen sie langsamer oder im Sitzen aus, um Energie zu sparen. Manche konzentrieren sich mehr auf die Dinge, die ihnen besonders wichtig sind [18]. Wer bisher in der Freizeit eher aktiv war, kann das durch eher weniger anstrengende Aktivitäten ersetzen [18]. Statt Familie und Freunde regelmäßig zu besuchen, greift man schon mal häufiger zum Telefon [19]. Einige Menschen praktizieren bestimmte Atem- und Entspannungstechniken, gönnen sich Ruhe, treiben ein wenig Sport [12],[14],[18],[24].

Sind die Möglichkeiten und Grenzen der Belastbarkeit bekannt, kann der Behandlungsplan auch ein regelmäßiges Üben von Aktivitäten im Rahmen der individuellen Möglichkeiten beinhalten.

Helmut

„Ich habe bei mir festgestellt, dass ich schneller Atemnot bekomme, wenn ich mich ärgere, wenn ich aufgeregt bin und wenn ich mich selber unter Stress oder Zeitdruck setze. Ich nehme mir jetzt nur noch wenige Vorhaben pro Tag vor. Wenn das geschafft ist, kann ich immer noch entscheiden, ob ich noch etwas mache. Andere Dinge müssen dann an anderen Tagen erledigt werden bzw. bleiben liegen. “

Häufig gewinnen Menschen mit COPD Kraft und Lebenswillen durch die Familie, Freunde oder Gleichgesinnte [14],[18],[22]. Manche entdecken, dass ihre Religion ihnen Kraft gibt [19].

Vielen Menschen mit COPD ist es wichtig, trotz der Abhängigkeit von der Hilfe anderer, ihre Würde zu behalten [23]. Sie schaffen es, die Hilfe als notwendig zu akzeptieren, gleichzeitig aber bei einer Verschlimmerung der Atemnot auch selbst nicht die Fassung zu verlieren [23].

Katharina

„Bei mir hat sich eine Art Fatalismus eingestellt: Ich bin jetzt 65 und habe ein körperlich sehr aktives Leben führen dürfen. Und irgendwann muss jeder sterben. Ich habe Kontakt zu Menschen, die auch diese Erkrankung haben, und sehe, wie das weitergeht, und bin darauf auch ein bisschen vorbereitet. Es ist aber nichts Angenehmes, was da auf mich zukommt. “

Zum Umgang mit der Krankheit gehört auch, dass viele Menschen irgendwann mit ihrem Arzt über ihre Zukunftsperspektiven sprechen wollen [25]. Auch wenn man sich nicht mit allen Einzelheiten seiner Krankheit auseinandersetzen möchte und sich lieber auf andere Dinge konzentriert, gibt es die Möglichkeit, eigene grundlegende Vorstellungen über seine zukünftige Behandlung zum Beispiel in einer Patientenverfügung schriftlich festzulegen [25].

Katharina

„Mit dem Thema Tod musste ich mich aufgrund meiner Lebensgeschichte öfter auseinandersetzen. Ich sehe das Leben jetzt anders. Ich habe viel Schmerzhaftes, aber auch viel Wunderbares erlebt. Irgendwann ist es dann genug. Mit dieser Einstellung ist für mich vieles angenehmer und leichter.“

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  • Letzte Aktualisierung: 29. März 2007 16:31
  • Erstellt am: 23. März 2007 18:10
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