Fortgeschrittener Brustkrebs: Welche Vor- oder Nachteile hat Eribulin (Halaven)?
Eribulin (Handelsname Halaven) ist seit März 2011 für Frauen mit lokal fortgeschrittenem und metastasiertem Brustkrebs zugelassen, bei denen die Krankheit trotz vorheriger medikamentöser Behandlung weiter fortgeschritten ist.
Brustkrebs kann bei der Mehrzahl der Frauen erfolgreich durch eine Kombination aus Operation, Chemotherapie und Bestrahlung behandelt werden. Wenn die Erkrankung aber weiter fortschreitet, stehen verschiedene Medikamente zur Behandlung zur Verfügung. Dazu gehört auch Eribulin. Es kann bei Frauen (aber auch bei Männern) mit Brustkrebs angewendet werden, die bereits bestimmte Chemotherapien erhalten haben und bei denen die Krankheit dennoch weiter fortgeschritten ist. Bei den vorherigen Chemotherapien sollen ein Anthrazyklin und ein Taxan eingesetzt worden sein, sofern diese infrage kamen. Anthrazykline und Taxane zählen wie Eribulin zu den Zytostatika und zielen darauf, das Wachstum der Krebszellen zu hemmen.
Wie wird Eribulin angewendet?
Eribulin ist in einer Flüssigkeit gelöst. Es wird über eine Dauer von 2 bis 5 Minuten in eine Vene gespritzt. Eine Behandlung mit Eribulin besteht aus mehreren sogenannten Zyklen, die jeweils drei Wochen dauern. Am ersten und am achten Tag jedes Zyklus erhalten die Patientinnen eine Infusion.
Womit wurde Eribulin verglichen?
Wenn Brustkrebs trotz einer Chemotherapie fortschreitet, gibt es eine Reihe weiterer Wirkstoffe, die infrage kommen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Ergebnisse einer Studie ausgewertet, an der erwachsene Frauen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs teilgenommen hatten. Das IQWiG wertete die Ergebnisse zu zwei Gruppen getrennt aus:
- Frauen, die nicht mehr mit Taxanen oder Anthrazyklinen behandelt werden können. Hier wurde Eribulin mit verschiedenen Medikamenten verglichen, die als Alternative eingesetzt wurden.
- Frauen, die erneut mit Taxanen oder Anthrazyklinen behandelt werden können. Hier wurde Eribulin mit Taxanen oder Anthrazyklinen verglichen.
Die Ergebnisse für die beiden Gruppen von Frauen werden im Folgenden getrennt dargestellt.
1. Vor- und Nachteile von Eribulin für Frauen, die nicht mehr mit Taxanen oder Anthrazyklinen behandelt werden können
Vorteile:
- Lebenserwartung: Die Studie liefert einen schwachen Hinweis, dass Eribulin für diese Gruppe von Frauen das Leben verlängern kann im Vergleich zu verschiedenen anderen Medikamenten. Der Unterschied lässt sich nicht genau berechnen, er betrug aber nicht mehr als wenige Monate.
- Lebensqualität: Wie sich die Behandlung auf die Lebensqualität auswirkt, wurde in der Studie nicht untersucht.
Nachteile:
- Nebenwirkungen: Schwere Nebenwirkungen traten bei den Frauen, die Eribulin erhalten hatten, insgesamt häufiger auf als unter den anderen Therapien. Angaben, wie häufig diese Nebenwirkungen speziell bei den Frauen waren, die nicht mehr mit Taxanen oder Anthrazyklinen behandelt werden konnten, ließen sich aber nicht ableiten.
- Informationen über mögliche Nebenwirkungen finden sich im Beipackzettel.
2. Vor- und Nachteile von Eribulin für Frauen, die erneut mit Taxanen oder Anthrazyklinen behandelt werden können
Vorteile:
- Lebenserwartung: Frauen, die Eribulin erhielten, lebten im Durchschnitt nicht länger als die Frauen, die eine Chemotherapie mit einem Taxan oder Anthrazyklin einsetzten. Ein Vorteil von Eribulin ist für diese Frauen also nicht belegt.
- Lebensqualität: Wie sich die Behandlung auf die Lebensqualität auswirkt, wurde in der Studie nicht untersucht.
Nachteile:
- Nebenwirkungen: Auch hier gilt, dass schwere Nebenwirkungen bei den Frauen, die Eribulin erhalten hatten, insgesamt häufiger auftraten als unter der Behandlung mit anderen Therapien. Angaben, wie häufig diese Nebenwirkungen speziell bei den Frauen waren, die erneut mit Taxanen oder Anthrazyklinen behandelt werden konnten, ließen sich aber nicht ableiten.
- Informationen über mögliche Nebenwirkungen finden sich im Beipackzettel.
Wo finde ich weitere Informationen?
Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines im Februar 2012 veröffentlichten Gutachtens des IQWiG zusammen. Das vollständige Gutachten finden Sie hier.
Auftraggeber ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Rahmen der „frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln nach § 35a SGB V“. Der G-BA hat im April 2012 auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen einen Beschluss zum Nutzen von Eribulin (Halaven) gefasst. Über den Hintergrund der Nutzenbewertungen und den Beschluss können Sie sich auf der Website des G-BA informieren: www.g-ba.de.
- Letzte Aktualisierung: 25. Oktober 2012 14:11
- Erstellt am: 31. Januar 2012 13:18
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