Typ-2-Diabetes: Welche Vor- oder Nachteile hat Linagliptin (Trajenta)?

Linagliptin (Handelsname Trajenta) ist seit Mitte 2011 für Erwachsene mit Typ-2-Diabetes mellitus zugelassen, bei denen Ernährungsumstellung und Bewegung einen erhöhten Blutzuckerspiegel nicht ausreichend senken. Es kommt für Personen infrage, die den üblicherweise eingesetzten Wirkstoff Metformin nicht vertragen oder nicht einnehmen sollten. Außerdem kann Linagliptin zusätzlich eingenommen werden, wenn Metformin oder eine Kombination aus Metformin und einem Sulfonylharnstoff nicht ausreichen.

Wie wird Linagliptin angewendet?

Linagliptin wird einmal täglich als Tablette in einer Dosis von 5 mg eingenommen.

Womit wurde Linagliptin verglichen?

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Linagliptin zuletzt Ende 2012 in drei Einsatzgebieten bewertet:

  • Als Ersatz für Metformin, wenn Metformin nicht vertragen wird oder wegen einer Störung der Nierenfunktion nicht eingenommen werden sollte; im Vergleich zu zwei Medikamenten aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe (Glibenclamid und Glimepirid);
  • In der Zweifach-Kombination Linagliptin / Metformin im Vergleich zu Metformin und einem Sulfonylharnstoff (Glibenclamid und Glimepirid);
  • In der Dreifach-Kombination Linagliptin / Metformin / Sulfonylharnstoff im Vergleich zur Kombination aus Humaninsulin und Metformin.


Hat Linagliptin Vorteile?

Typ-2-Diabetes ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der es zu einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel kommt. Wenn der Blutzuckerspiegel über Jahre deutlich erhöht ist, kann das zu Schäden an den kleinen Blutgefäßen (etwa in den Augen und Nieren) und an den Nerven (besonders in den Füßen) führen. Auch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle nimmt zu.

Für die Bewertung des Nutzens eines Medikaments genügt es nicht zu wissen, dass es den Blutzuckerspiegel senken kann. Entscheidend ist vielmehr, ob untersucht ist, wie ein Medikament langfristig Komplikationen und Folgeerkrankungen eines Typ-2-Diabetes beeinflusst.

  • Sterberisiko: Für keines der drei Einsatzgebiete lagen für Linagliptin geeignete Vergleichsdaten zur Sterblichkeit vor.
  • Komplikationen und Folgeerkrankungen: Für keines der drei Einsatzgebiete lagen für Linagliptin geeignete Vergleichsdaten zum Risiko von Folgeerkrankungen vor.
  • Lebensqualität: Für keines der drei Einsatzgebiete lagen für Linagliptin geeignete Vergleichsdaten zur Lebensqualität vor.


Hat Linagliptin Nachteile?

  • Nebenwirkungen: Für keines der drei Einsatzgebiete lagen für Linagliptin geeignete Vergleichsdaten zu unerwünschten Wirkungen vor.
  • Generelle Nebenwirkungen von Linagliptin sind im Beipackzettel aufgelistet.


Wo finde ich weitere Informationen?

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse von zwei Gutachten des IQWiG zu Linagliptin zusammen. Das erste Gutachten wurde im Januar 2012 veröffentlicht, das zweite im Dezember 2012. Die vollständigen Gutachten finden Sie hier.

Auftraggeber ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Rahmen der „frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln nach § 35a SGB V“. Der G-BA hat im März 2012 auf Basis des ersten Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen einen Beschluss zum Zusatznutzen von Linagliptin (Trajenta) gefasst. Im Februar 2013 wurde vom G-BA unter Berücksichtigung des zweiten Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen erneut ein Beschluss zum Zusatznutzen von Linagliptin gefasst. Über den Hintergrund der Nutzenbewertungen und die Beschlüsse können Sie sich auf der Website des G-BA informieren: www.g-ba.de.


Weitere Informationen zu Typ-2-Diabetes finden Sie in einem ausführlichen Spezial.


  • Letzte Aktualisierung: 01. März 2013 10:53
  • Erstellt am: 30. Dezember 2011 10:04

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