Wie funktioniert die Haut?
Die Haut schützt den Körper vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Nässe, Kälte und Sonnenstrahlen, aber auch vor Krankheitserregern und schädlichen Substanzen. Sie ist sehr wichtig, um die Körpertemperatur zu regulieren. Über die Haut nimmt der Körper Sinneseindrücke auf: So können wir Hitze, Kälte, Druck, Juckreiz oder Schmerz empfinden. Manche dieser Reize lösen einen Reflex aus: Zum Beispiel ziehen wir automatisch die Hand zurück, wenn wir aus Versehen eine heiße Herdplatte berühren.
In der Haut kann der Körper Wasser speichern oder Fett und Stoffwechselprodukte ablagern. Hier wird unter dem Einfluss von Sonnenlicht auch das lebenswichtige Vitamin D produziert. Viele Erkrankungen des Körpers können sich an einer veränderten Hautfarbe oder -struktur zeigen. Menschen mit zu wenigen roten Blutkörperchen im Blut sind beispielsweise blass, eine Leberentzündung führt zu einer gelblichen Haut.
Wenn die Haut verletzt wird, wird zuerst die Durchblutung im Bereich der Wunde erhöht. Die Wunde ist daher rot und warm. Verschiedene Bestandteile des Blutes sorgen dafür, dass sich die Wunde nicht entzündet und verschließen kann. Zusätzlich gelangen mit dem Blut viele weitere Stoffe in die Wunde, die für die Wundheilung notwendig sind, insbesondere Sauerstoff und bestimmte Nährstoffe. Danach entstehen Zellen, die neue Haut, Unterhaut und Blutgefäße bilden. Zusätzlich werden Bindegewebsfasern (Kollagen) und kleine Muskelzellen produziert. Die Wunde erhält so Stabilität und zieht sich zusammen. Je nachdem, wie tief die Wunde ist, heilt sie mit oder ohne Narbe ab.
Die Haut besteht aus drei Schichten: der Oberhaut, der Lederhaut und der Unterhaut.
Die äußerste Schicht der Haut, die wir sehen können, heißt Oberhaut (Epidermis). Sie bildet die Oberfläche der Haut und erneuert sich ständig: In den unteren Schichten der Epidermis entstehen neue Zellen, die innerhalb von vier Wochen an die Oberfläche wandern, verhornen und schließlich abgestoßen werden. Die Oberhaut misst je nach Körperregion zwischen 0,03 und 4 mm: An der Stirn ist sie beispielsweise sehr dünn, an den Fußsohlen und an den Innenflächen der Hände ziemlich dick. Die Oberhaut enthält noch andere Zellarten: Bestimmte Zellen namens Melanozyten produzieren und speichern den Farbstoff Melanin. Wenn wir uns sonnen, bilden die Melanozyten mehr Melanin. Dadurch wird unsere Haut dunkler - wir werden braun. So schützt Melanin uns vor den schädlichen UV-Strahlen der Sonne. Lymphozyten spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern. Merkel-Zellen sind spezielle Nervenzellen der Haut, mit denen man Druck wahrnimmt.
Die Lederhaut (Dermis) besteht aus reißfesten, elastischen Fasern. Sie sorgen dafür, dass die Haut fest und stabil, aber auch dehnbar ist. Die Lederhaut ist durchzogen von einem Netz aus Nervenfasern und Blutgefäßen. Über diese Blutgefäße gelangen Nährstoffe und Sauerstoff zu den Zellen der Lederhaut und der Oberhaut, die selbst keine Blutgefäße enthält. Wird die Haut stark gedehnt, zum Beispiel die Bauchhaut in der Schwangerschaft, können Risse in der Lederhaut entstehen, die man von außen als helle Streifen erkennen kann.
Die Unterhaut (Subcutis) enthält vor allem Fett und Bindegewebe. Das Fett wirkt wie ein Stoßdämpfer und schützt Knochen oder Gelenke vor Schlägen oder Stößen von außen. Zusätzlich dient es als Wärmepolster. In der Leder- und Unterhaut befinden sich außerdem Blut- und Lymphgefäße, Nerven, Schweiß-, Talg- und Duftdrüsen sowie die Wurzeln der Körper- und Kopfhaare.
Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
- Letzte Aktualisierung: 07. Februar 2013 11:20
- Erstellt am: 28. September 2009 10:34
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