Thrombose-Vorbeugung nach Hüft- und Kniegelenkersatz: Welche Vor- oder Nachteile hat Apixaban (Eliquis)?

Foto mit Patientin

Apixaban (Handelsname Eliquis) ist seit Mai 2011 zugelassen zur Vorbeugung von Thrombosen nach Operationen zum Ersatz eines Hüft- oder Kniegelenks.

Nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks ist eine Zeit lang das Risiko für Gerinnsel in den Blutgefäßen erhöht. Diese Blutgerinnsel (medizinisch: Thrombus) können dann mit dem Blutfluss weggeschwemmt werden und an einer anderen Stelle im Körper ein Blutgefäß verstopfen. Die meisten Gerinnsel werden aber vom Körper so schnell wieder abgebaut, dass sie keine Beschwerden verursachen. Manchmal entstehen in den Wochen nach einer Gelenkersatz-Operation jedoch symptomatische „Thromboembolien“ zum Beispiel in der Lunge und im Inneren des Beins gelegenen Gefäßen (sogenannte tiefe Beinvenen). Zur Vorbeugung von Thrombosen, die zu Beschwerden führen, stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Mit Apixaban ist im Mai 2011 ein weiteres Mittel zugelassen worden.

Wie wird Apixaban angewendet?

Apixaban wird zweimal täglich als Tablette (2,5 Milligramm) eingenommen, das erste Mal innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach der Operation. Nach einem Hüftgelenkersatz soll es 32 bis 38 Tage genommen werden, nach einem Kniegelenkersatz 10 bis 14 Tage.

Womit wurde Apixaban verglichen?

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Anfang 2012 geprüft, welchen Nutzen Apixaban im Vergleich zum Wirkstoff Enoxaparin hat, der ebenfalls zur Thrombose-Vorbeugung eingesetzt wird. Enoxaparin wird einmal täglich unter die Haut gespritzt. Da die Ergebnisse für Personen mit einem Ersatz eines Hüftgelenks zum Teil anders ausfallen als nach einer Kniegelenkersatz-Operation, sind die Vor- und Nachteile im Folgenden getrennt dargestellt.

Personen mit einem Ersatz eines Kniegelenks

Hat Apixaban Vorteile?

  • Todesfälle: Im Vergleich zwischen Apixaban und Enoxaparin zeigt sich kein Unterschied. Todesfälle waren generell selten.
  • Tiefe Beinvenenthrombose: Die Studien zeigen, dass Apixaban zu Beschwerden führenden tiefen Beinvenenthrombosen besser vorbeugt als Enoxaparin. Von 1000 Personen, die Apixaban einnahmen, kam es bei etwa 1 zu einer symptomatischen tiefen Venenthrombose. Bei 1000 Personen, die Enoxaparin spritzten, waren es etwa 4.
  • Lebensqualität: In den Studien wurde die Lebensqualität nicht untersucht.


Hat Apixaban Nachteile?

  • Lungenembolie: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass bei Personen mit Kniegelenk-OP, die Apixaban einnehmen, häufiger Lungenembolien auftreten als unter Enoxaparin. Von 1000 Personen, die Apixaban einnahmen, hatten etwa 5 eine Lungenembolie. Unter Enoxaparin kam es bei etwa 1 von 1000 Personen zu einer Lungenembolie.
  • Blutungen: Im Vergleich zwischen Apixaban und Enoxaparin zeigt sich kein Unterschied. Bei beiden Medikamenten kam es bei etwa 10 von 1000 Personen zu einer größeren Blutung.
  • Informationen über weitere mögliche Nebenwirkungen finden sich im Beipackzettel.


Personen mit einem Ersatz eines Hüftgelenks

Hat Apixaban Vorteile?

  • Lebenserwartung: Im Vergleich zwischen Apixaban und Enoxaparin zeigt sich kein Unterschied. Todesfälle waren generell selten.
  • Tiefe Beinvenenthrombose: Die Ergebnisse entsprechen denen bei Personen mit Ersatz eines Kniegelenks. Studien zeigen, dass Apixaban zu Beschwerden führenden tiefen Beinvenenthrombosen besser vorbeugt als Enoxaparin. Von 1000 Personen, die Apixaban einnahmen, kam es bei etwa 1 zu einer symptomatischen tiefen Venenthrombose. Bei 1000 Personen, die Enoxaparin spritzten, waren es etwa 4.
  • Lebensqualität: In der Studie wurde die Lebensqualität nicht untersucht.


Hat Apixaban Nachteile?

  • Lungenembolie: Hier zeigen die Ergebnisse keinen Unterschied zwischen Patienten, die mit Apixaban oder Enoxaparin behandelt werden.
  • Blutungen: Im Vergleich zwischen Apixaban und Enoxaparin zeigt sich kein Unterschied. Bei beiden Medikamenten kam es bei etwa 10 von 1000 Personen nach einer Hüftgelenk-OP zu einer größeren Blutung.
  • Informationen über weitere mögliche Nebenwirkungen finden sich im Beipackzettel.


Wo finde ich weitere Informationen?

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines im März 2012 veröffentlichten Gutachtens des IQWiG zusammen. Das vollständige Gutachten finden Sie auf der Website des IQWiG hier.

Auftraggeber ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Rahmen der „frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln nach § 35a SGB V“. Der G-BA hat im Juni 2012 auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen einen Beschluss zum Nutzen von Apixaban (Eliquis) gefasst. Über den Hintergrund der  Nutzenbewertungen und den Beschluss können Sie sich auf der Website des G-BA  informieren: www.g-ba.de.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Text „Tiefe Venenthrombose (TVT): Können Medikamente Thrombosen in ruhiggestellten Beinen verhindern?“


  • Letzte Aktualisierung: 16. Juli 2012 08:47
  • Erstellt am: 12. März 2012 11:42

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