Chronischer Husten und Atembeschwerden
4.1. Bedeutung für den Alltag
Wenn sich die COPD verstärkt, kann die Atemnot zu einem ständigen Begleiter werden. Mit fortschreitender Erkrankung können Menschen mit COPD den normalen Alltag immer weniger selbstständig bewältigen. Einkaufen gehen, Schuhe zubinden oder Haare waschen können zu anstrengend werden. Auch das Essen kann schwer fallen, wenn man ohnehin schon kurzatmig ist und während des Schluckens den Atmen anhalten muss [13], [16]. Gemeinsames Essen ist auch ein soziales Ereignis, das mit dem Fortschreiten einer COPD durchaus seltener werden kann. So kann es passieren, dass Menschen mit schwerer COPD stark abnehmen [1]. Eine Unterernährung kann die Erkrankung verschlechtern, sodass es sinnvoll ist, bei beginnendem Gewichtsverlust auf sich und die Ernährung besonders zu achten. Die Art der Lebensmittel, die Häufigkeit der Mahlzeiten und die eingenommenen Essensmengen, die eine Bewältigung der Erkrankung unterstützen sollen, können sich von den bisherigen Lebensgewohnheiten unterscheiden. Oft wird in dieser Situation eine Ernährungsberatung angeboten.Katharina
„Eigentlich dreht sich sehr viel um die Erkrankung. Das ganze Leben dreht sich darum. Ich habe jetzt eine Putzfrau. Sie kommt alle 14 Tage. Ich kann so schwere Dinge wie Teppichsaugen nicht mehr. Das ist mir zu anstrengend. Ich lasse mir da helfen und muss mich aber erst daran gewöhnen. Ich muss mich auch dran gewöhnen, dass man mir ansieht, dass ich nicht mehr gesund bin, zum Beispiel wenn mir die Verkäuferin im Supermarkt die Tasche einräumen möchte. Aber ich gehe trotzdem raus und sperre mich nicht ein. Also ich schaffe noch sehr viel, weil ich mich bemühe, in Bewegung zu bleiben. Ich hoffe, dass ich das noch sehr lange kann.“
Es kann vorkommen, dass sich Menschen mit schwerer COPD schlechter konzentrieren können, oder auch vergesslich werden. Dies kann mit der Schwere der Atemwegs- und Lungenschädigung zusammenhängen oder an einer anderen, gleichzeitig bestehenden Erkrankung (z.B. der Blutgefäße) liegen. Viele Betroffene können nachts nicht gut schlafen. Menschen mit schwerer COPD sind auch häufig erschöpft, ständig müde und nur eingeschränkt leistungsfähig [14], [20].Katharina
„Ich nehme sehr schnell ab. Wenn ich zwei Tage nicht richtig esse, dann sind gleich zwei Kilo weg. Das Atmen ist für mich Schwerarbeit – und das am Tag und in der Nacht. Ich kann nicht so viel essen, weil das auf die Lunge drückt. Wenn ich so richtig viel essen würde, dann wäre mir sehr schnell schlecht. Ich habe oft gar keinen Hunger und keine Lust zu essen. Deshalb gehe ich jeden Tag einkaufen, dabei hole ich mir Appetit. Dann sehe ich verschiedene Sachen und denke, dass ich das jetzt essen könnte.“
Das wirkt sich auf die Fähigkeit aus, Alltagspflichten zufriedenstellend zu erfüllen, einem Beruf nachzugehen oder seine sozialen Kontakte zu pflegen [14],[17],[20]. Diese Einschränkungen empfinden manche als frustrierend [16],[19],[21]. Einige fühlen sich als Belastung für andere, andere empfinden ihr Leben als zunehmend langweilig [19]. Manchen hilft der Austausch mit ebenfalls von der Erkrankung betroffenen Menschen in Selbsthilfegruppen.
Menschen mit COPD benötigen nicht nur dauerhaft bestimmte Medikamente und gegebenenfalls Sauerstoff, viele von ihnen sind irgendwann auf die regelmäßige Hilfe anderer angewiesen. Das zu akzeptieren, fällt vielen nicht leicht [13],[17],[19],[21]. Das Selbstwertgefühl leidet häufig darunter [21], weil die umfassende Betreuung auch bedeutet, dass Privatsphäre und Intimität verloren gehen können [12].Helmut
„In der Klinik hatte alles sehr gut geklappt. Ich wurde von den Ärzten und Schwestern versorgt und ich bekam mein Essen. Zu Hause fiel ich in ein tiefes Loch und wusste nichts mit mir anzufangen. Ich habe gedacht, dass ich nichts mehr kann.“
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- Letzte Aktualisierung: 29. März 2007 16:31
- Erstellt am: 23. März 2007 18:10
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