Endometriose

7. Mit Endometriose leben: Schlusswort

Endometriose ist eine komplizierte und in einigen Bereichen noch ungeklärte Erkrankung, die viele wichtige Lebensbereiche einer Frau betreffen kann - vom Selbstgefühl als Frau bis hin zur Familien- und Lebensplanung. Einen Weg zu finden, um trotz der Beschwerden eine möglichst gute Lebensqualität zu erhalten, verlangt viele Entscheidungen. Fundierte Informationen sind nötig, um diese treffen zu können - über die Art der Therapie wie über Möglichkeiten, das eigene Leben so zu organisieren, dass die Beschwerden den Alltag möglichst wenig belasten.

Wichtig ist eine gute Betreuung und Begleitung durch eine Ärztin oder einen Arzt mit umfassenden Erfahrungen in der Diagnose und Behandlung von Endometriose. Ärztliche Begleiter sollten sich zudem auch gut mit den körperlichen wie psychischen Belastungen und sozialen Auswirkungen der Erkrankung auskennen. Es kann hilfreich sein, eine zweite ärztliche Meinung heranzuziehen, wenn schwierige Entscheidungen anstehen, wie zum Beispiel für oder gegen eine Operation.

FotoInsbesondere nach einer Operation oder bei anhaltenden Beschwerden trotz umfangreicher Therapie besteht unter Umständen die Möglichkeit, eine Rehabilitation oder "Anschlussheilbehandlung" in einer Einrichtung in Anspruch zu nehmen, die auf gynäkologische Erkrankungen spezialisiert ist. Manche Kliniken bieten speziell auf Endometriose ausgerichtete Therapieprogramme. Mancherorts sind "Endometriosezentren" entstanden. Dabei handelt es sich um ein relativ neues Behandlungsangebot, das sich aus verschiedenen Therapiebausteinen zusammensetzt. In diesen nach bestimmten Kriterien geprüften ("zertifizierten") Einrichtungen arbeiten speziell ausgebildete Fachkräfte aus verschiedenen Gesundheitsberufen zusammen. Ziel ist, jeder Frau eine auf ihre Beschwerden und ihre Lebenssituation persönlich abgestimmte "ganzheitliche" Therapie zu ermöglichen. Bisher gibt es noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen zur Wirkung solcher Angebote.

Um mit Endometriose und ihren möglichen Folgen umgehen zu können, ist eine gute Unterstützung durch Familie, Partner oder Freunde wertvoll. Dies setzt voraus, dass auch Angehörige über die chronische Erkrankung informiert sind und Verständnis für die Belastungen aufbringen, die sie mit sich bringen kann. Für manche Frauen bedeutet auch der Austausch mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe eine wichtige Unterstützung. Andere möchten ihre Probleme lieber für sich lösen. Entscheidend ist, dass jede Frau ihren eigenen Weg findet, mit ihrer Endometriose umzugehen und so gut wie möglich mit der chronischen Erkrankung zu leben. Dabei kann sie auf eine große Bandbreite von Angeboten fachlicher Unterstützung und Selbsthilfe-Möglichkeiten zurückgreifen.

Carolin, 38 Jahre

„Gemeinsam mit meinem Netzwerk aus Ärzten habe ich anschließend einen Antrag für einen Rehabilitationsaufenthalt gestellt, den ich dann auch bewilligt bekommen habe. Und zwar an einem Ort mit einem speziellem Endometriose-Programm. Ich bin dann mit dem Gedanken hingefahren, den ich mir vorher nicht erlaubt habe: Jetzt geht es nur um mich.“

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  • Letzte Aktualisierung: 05. April 2009 12:18
  • Erstellt am: 25. Februar 2008 13:45
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