Raucherentwöhnung: Wie hilfreich sind Nikotinpflaster oder -kaugummis?

Raucher
Eine Entwöhnungstherapie mit nikotinhaltigen Produkten kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein starker Raucher mit dem Rauchen aufhört. Dennoch ist meistens mehr als ein Versuch nötig.

Raucherentwöhnung hat viele Vorteile, ist aber für die meisten keine leichte Aufgabe. Die erste Woche kann dabei besonders schwierig sein. Die Menschen greifen vor allem deshalb wieder zum Tabak, weil ihrem Körper das Nikotin fehlt. Sie sind oft leicht reizbar, aggressiv, ängstlich oder depressiv.

Eine Nikotinersatztherapie soll diese Entzugserscheinungen lindern. In Deutschland kann man sich die Produkte ohne Rezept in der Apotheke kaufen. Hier werden nikotinhaltige Kaugummis, Tabletten zum Schlucken oder Lutschen und Pflaster angeboten, in einigen anderen Ländern auch Nasensprays oder Inhalatoren. Mehr zu den Einzelheiten können Sie hier lesen. Aufgrund geltender Bestimmungen können die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Medikamente zur Raucherentwöhnung nicht übernehmen.

Um die Vor- und Nachteile der Nikotinersatztherapie beurteilen zu können, haben Wissenschaftler der Cochrane Collaboration alle Studien recherchiert, in denen nikotinhaltige Produkte erprobt wurden. Sie haben mehr als 130 Studien mit mehr als 40.000 Rauchern systematisch ausgewertet. Ihr Ergebnis: Nikotinersatzpräparate können beim Aufhören helfen. Dies trifft vor allem für Raucher zu, die mehr als zehn Zigaretten pro Tag rauchen.

In den Studien waren alle Anwendungsformen der Ersatztherapie hilfreich. Die Mehrheit schaffte es nicht, mit dem Rauchen ganz aufzuhören. Von 100 Rauchern, die keine Nikotinersatztherapie versuchten, haben nur etwa 10 nicht mehr geraucht (10 %). Von 100 Rauchern, die eine Nikotinersatztherapie verwendet hatten, kamen nach sechs Monaten etwa 17 ohne Zigaretten zurecht (17 %). Einige der Raucher, die weiterhin rauchten, reduzierten immerhin die Zahl der Zigaretten pro Tag.

Ob eine Nikotinersatztherapie wirkt, scheint unabhängig von weiteren Begleittherapien zu sein. Menschen, die viel rauchten und Kaugummi benutzten, hatten bessere Erfolgschancen, wenn sie ein Kaugummi mit einer höheren Nikotindosis wählten. Bei einer Nikotinersatztherapie mit Pflastern scheint eine Behandlungsdauer von acht Wochen auszureichen; eine längere Therapie wirkte nicht besser. Zudem reicht es offenbar, die Pflaster nur tagsüber etwa 16 Stunden zu tragen: Dies war genauso wirksam wie die Anwendung über 24 Stunden.

Die meisten Menschen vertragen eine Nikotinersatztherapie gut. Nasensprays können die Nasenschleimhäute reizen, insbesondere bei Menschen mit Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder mit Erkältungen. Nikotinpflaster können bei manchen Menschen Hautreizungen und -rötungen hervorrufen. Die Kaugummis verursachen manchmal Kieferschmerzen oder Magen-Darm-Probleme.

  • Erstellt am: 31. Juli 2006 19:28
  • Letzte Aktualisierung: 15. Februar 2008 13:12
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  • Quellen:

    Stead LF, Perera R, Bullen C, Mant D, Lancaster T. Nicotine replacement therapy for smoking cessation. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Issue 1. [Cochrane-Zusammenfassung]

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