Kognitive Verhaltenstherapie auf einen Blick

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist der Überbegriff für eine bestimmte Gruppe von Psychotherapien. Der Begriff "kognitiv" ist vom lateinischen "cognoscere" abgeleitet und bedeutet "erkennen". Die KVT:

  • ist eine problemorientierte Behandlung.
  • hilft dabei, aktuelle Probleme zu erkennen und Lösungen dafür zu finden.
  • hat das Ziel, das eigene Leben möglichst schnell wieder ohne therapeutische Hilfe bewältigen zu können.
  • beschäftigt sich nicht vorrangig mit der Vergangenheit. Es geht nicht in erster Linie darum, die tieferen Ursachen von Problemen zu ergründen.
  • beruht auf einer partnerschaftlichen Beziehung zwischen Therapeutin oder Therapeut und Klientin oder Klient. Die Therapie wird gemeinsam gestaltet.
  • erfordert viel Eigeninitiative. Eine erfolgreiche Therapie setzt voraus, dass man zwischen den Sitzungen weiter an den eigenen Problemen arbeitet.

In einer KVT setzt man sich damit auseinander:

  • ob sich die eigenen Gedanken und Überzeugungen negativ auf das Wohlbefinden auswirken.
  • ob bestimmte Verhaltensweisen zu Problemen beitragen.

Der KVT liegt die Annahme zugrunde, dass unsere Gedanken, unser Verhalten und unser Wohlbefinden sich gegenseitig beeinflussen:


Verhalten - Gefühle - Gedanken


Manchmal führen schädliche Gedanken oder Verhaltensweisen dazu, dass wir uns schlecht fühlen. Dies lässt sich am besten an einem Beispiel darstellen:

Stellen Sie sich vor, Sie begegnen auf der Straße einem Bekannten und grüßen ihn, aber ihr Bekannter grüßt Sie nicht zurück. Es gibt unterschiedliche Arten hierauf zu reagieren.

Reaktion schädlich
neutral
Gedanken "Er hat mich ignoriert - er kann mich nicht mehr leiden." "Er hat mich gar nicht bemerkt - vielleicht bedrückt ihn etwas. Ich sollte mal wieder bei ihm anrufen und hören, wie es ihm geht."
Gefühle Wer so denkt, fühlt sich niedergeschlagen, traurig und zurückgewiesen. Bei diesem Gedanken kommen keine negativen Gefühle auf.
Verhalten Dieser Gedanken hat zur Folge, dass man den Bekannten in Zukunft meidet, obwohl die Vermutung völlig falsch sein könnte. Dieser Gedanke führt dazu, dass man mit dem Bekannten Kontakt aufnimmt und nachhört, ob alles in Ordnung ist.

  • Letzte Aktualisierung: 27. September 2011 10:11
  • Erstellt am: 31. Dezember 2008 02:49
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