Dupuytren´sche Kontraktur: Welche Vor- oder Nachteile hat Collagenase aus Clostridium histolyticum?

Foto mit Patient und Arzt

Collagenase aus Clostridium histolyticum (Handelsname Xiapex) ist seit Anfang 2011 zur Behandlung von Personen mit Dupuytren´scher Kontraktur zugelassen.

Die Dupuytren´sche Kontraktur (auch Morbus Dupuytren genannt) ist eine Erkrankung der Hand, bei der sich Bindegewebsstränge in der Handinnenseite verdicken und verhärten. Bei Betroffenen führt dies dazu, dass ein oder mehrere Finger dauerhaft gekrümmt sind und nicht mehr gestreckt werden können. Collagenase kommt zur Behandlung der Dupuytren’schen Kontraktur infrage, wenn ein verhärteter Bindegewebsstrang (Faszie) in der Hand tastbar ist. Collagenase ist ein Enzym, das aus der Bakterienart Clostridium histolyticum gewonnen wird. Es soll die verhärteten Bindegewebsfasern zersetzen.

Wie wird Collagenase angewendet?

Collagenase (auch Kollagenase geschrieben) wird in einer Flüssigkeit gelöst und dann in die erkrankten Stellen gespritzt. Am folgenden Tag wird der betroffene Finger durch eine Ärztin oder Arzt aufgebogen. Dabei sollen die Verhärtungen zerrissen werden, so dass sich der Finger wieder strecken lässt. Wenn mehrere Stränge betroffen sind, werden sie nacheinander behandelt. Ein Strang kann in vierwöchigen Abständen bis zu dreimal behandelt werden, insgesamt sollen Patientinnen und Patienten höchstens 8 Spritzen erhalten.

Womit wurde Collagenase verglichen?

Die Behandlung der Dupuytren´schen Kontraktur hängt davon ab, wie stark die Funktion der Finger und der Hand eingeschränkt ist. Wenn es zwar Verhärtungen gibt aber noch keine Kontraktur, wird zumeist auch keine gezielte Behandlung eingesetzt. Bei einer mäßigen Kontraktur kommt eine Operation infrage, bei der verhärtete Fasern mit einer scharfen Nadel durch die Haut durchtrennt werden - die sogenannte perkutane Nadelfasziotomie. Wenn die Behinderungen stärker ausgeprägt sind, wird die Hand offen operiert (partielle Fasziektomie). Dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) lagen jedoch bei der Bewertung von Collagenase Anfang 2012 keine belastbaren Daten vor, welche Vor- und Nachteile das Medikament bei Personen im Vergleich zu den Operationen hat - oder (für Patientinnen und Patienten im frühen Stadium) gegenüber keiner Therapie.

Hat Collagenase Vorteile?

  • Beseitigung der Kontraktur: Zur Frage, wie Collagenase im Vergleich zu bisher eingesetzten Therapien die Beweglichkeit der Finger verbessert, lagen keine belastbaren Daten vor.
  • Lebensqualität: Wie sich Collagenase im Vergleich zu anderen Therapien auf die Lebensqualität auswirkt, lässt sich mangels Daten nicht beurteilen.


Hat Collagenase Nachteile?

  • Nebenwirkungen: Wie häufig bei einer Behandlung mit Collagenase Nebenwirkungen im Vergleich zu bisher eingesetzten Therapien auftreten, konnte nicht beurteilt werden.
  • Informationen über mögliche Nebenwirkungen finden sich im Beipackzettel.


Wo finde ich weitere Informationen?

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines im Februar 2012 veröffentlichten Gutachtens des IQWiG zusammen. Das vollständige Gutachten finden Sie hier.

Auftraggeber ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Rahmen der „frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln nach § 35a SGB V“. Der G-BA hat im April 2012 auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen einen Beschluss zum Nutzen der Collagenase gefasst. Über den Hintergrund der Nutzenbewertungen und den Beschluss des G-BA können Sie sich hier informieren: www.g-ba.de.


  • Letzte Aktualisierung: 25. April 2012 09:48
  • Erstellt am: 31. Januar 2012 13:31

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