Asthma

5.5. Asthma-Auslöser in der häuslichen Umgebung

Herr Meier, Vater von Lennard (9 Jahre)

„Wir haben uns zuerst viele Gedanken gemacht. Es gibt da ja sehr viele Empfehlungen, wie beispielsweise keinen Teppichboden, keine Haustiere, kein Federbett, Ledercouch. Wir haben uns viel informiert und uns Gedanken gemacht, wahrscheinlich mehr als wir hätten machen müssen.“

Neben Zigarettenrauch gibt es eine Reihe von Stoffen und Reizen, die für viele Menschen mit Asthma problematisch sind. Wer zum Beispiel gegen Pollen oder Tiere allergisch ist, kann durch diese Auslöser oft auch Asthmabeschwerden bekommen. Bei anderen Menschen können Asthma-Verschlechterungen durch physikalische Reize wie kalte Luft oder auch von Medikamenten wie ASS (Acetylsalicylsäure) ausgelöst werden. [47] Haushaltschemikalien oder Kosmetika können ebenfalls Asthmabeschwerden auslösen.

Asthma ist eine komplexe Erkrankung, und es ist nicht sicher, dass der Versuch, Auslöser zu vermeiden, die oft große Mühe lohnt. [7] Bestimmte Veränderungen in der Wohnungseinrichtung zum Beispiel können manchen Menschen mit Asthma vielleicht helfen, aber es ist nicht gesagt, dass dies für die meisten anderen Betroffenen auch gilt. [7]

Tiere

Junge mit HundKatzen, Hunde oder Meerschweinchen, insbesondere die Hautschuppen behaarter Haustiere, sind als häufige Allergie-Auslöser bekannt. Der Auslöser ist dabei ein Protein, das unter anderem in der Haut, in den Talgdrüsen der Haut, im Speichel und im Urin zu finden ist. Das Protein gelangt mit dem Talg und der Fellpflege der Tiere auf ihre Haare. Über Hautschuppen verteilen sie sich in der Luft und im Hausstaub. Um dies zu vermeiden, wird üblicherweise empfohlen, die Lebensbereiche von Mensch und Tier im Haus zu trennen, das Haustier häufig abzuduschen oder zu baden oder, falls nötig, abzugeben. Wissenschaftliche Studien, ob dies allein Asthmabeschwerden verhindern kann, liegen bisher nicht vor. Ein Nutzen von Geräten zur Luftfilterung konnte nicht nachgewiesen werden. [48]

Herr Meier, Vater von Lennard (9 Jahre)

„Am Anfang haben wir sehr oft Staub gesaugt, aber das hat sich mit der Zeit wieder normalisiert. Lennard reagiert ja vorwiegend auf Tierhaare allergisch. Das müssen wir vermeiden.“

Hausstaubmilben

Die winzigen Hausstaubmilben sind überall dort zu finden, wo Menschen leben, arbeiten oder zur Schule gehen, denn sie ernähren sich von Hautschuppen. Kot und abgestorbene Teile der Milben finden sich vor allem in und auf Matratzen, Bettdecken und Kopfkissen, Teppichen, Gardinen und Kuscheltieren. Die Milben-Allergene gelangen leicht in die Atemwege und stellen wahrscheinlich die häufigsten Auslöser für allergisches Asthma dar. Hausstaubmilben gibt es in jeder Wohnung und an jedem Arbeitsplatz. Sie sind kein Zeichen für unhygienische Zustände.

Ob physikalische und chemische Maßnahmen zur Reduktion der Milbenbelastung (zum Beispiel durch milbenundurchlässige Matratzenüberzüge und Milbensprays) Asthmabeschwerden vermindern, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. [7], [49] Wissenschaftlich umstritten ist auch der Nutzen der üblicherweise empfohlenen Methoden, zum Beispiel:

  • unnötige "Staub- und Milbenfänger" wie Teppiche, Kissen, Überdecken und dicke Vorhänge aus dem Schlafzimmer entfernen,
  • den Raum kühl und trocken halten,
  • die Bettwäsche häufig wechseln und bei mindestens 60° C waschen,
  • Wohn- und Schlafräume regelmäßig lüften, häufig staubsaugen.

Es ist unmöglich, Hausstaubmilben komplett zu beseitigen beziehungsweise mit solchen Methoden zu vermeiden. Wahrscheinlich ist dies einer der Gründe, warum sie so wenig vorbeugende Wirkung haben. [7], [49] Die Erklärung dafür ist aber möglicherweise komplizierter [7], und die Forschung sucht noch nach Antworten.

Federn im Bettzeug

Kleinkind im BettEine andere gängige Empfehlung für Menschen mit Asthma und Allergien lautet, Daunen und Federn in Bettdecken und Kopfkissen durch synthetische Füllmaterialien zu ersetzen. Dies soll nächtlichen Asthmabeschwerden vorbeugen. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass beim Gebrauch von Federbetten tatsächlich weniger Beschwerden auftreten.[50] Auch dieses Thema lässt derzeit noch viele Fragen offen, und es zeigt gleichzeitig, warum verlässliche Studien so wichtig sind: Denn derzeit wissen wir nicht einmal, ob sich die bisherige Empfehlung, auf Federn zu verzichten, am Ende nicht sogar als nachteilig herausstellt.

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  • Erstellt am: 11. Januar 2008 17:56
  • Letzte Aktualisierung: 24. April 2009 15:35
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