Krampfadern der Beine: Welche Behandlungsergebnisse kann man von einer Operation erwarten?

Unterschenkel
Die Behandlung, die am ehesten dauerhaft von Krampfadern (Varizen) befreit, ist eine Operation. Bei manchen Menschen entstehen nach dem Eingriff allerdings neue Krampfadern. Nach einer Operation ist wahrscheinlich mit ein bis drei Wochen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen.

Selbst kleine oder mittelgroße Krampfadern in den Beinen können verschiedene Beschwerden auslösen. Große Varizen sind zudem oft unansehnlich. Zu den Beschwerden durch Krampfadern gehören "schwere", müde und schmerzende Beine, Jucken sowie nächtliche Krämpfe. Da Krampfadern weit verbreitet sind, zählt ihre chirurgische Entfernung zu den häufigsten Eingriffen. Etwa einer von drei Erwachsenen hat Krampfadern, vielleicht sogar mehr. Varizen befinden sich meist an den Waden oder an den Innenseiten der Beine.

Krampfadern entstehen, wenn die Venen das Blut nicht mehr so gut zum Herzen zurück transportieren können. Das kann daran liegen, dass die Venenklappen nicht mehr richtig schließen. Wenn deshalb das Blut nicht mehr ausreichend gegen die Schwerkraft aufwärts befördert wird, kann es in die falsche Richtung abfließen. Dies bezeichnet man als Rückfluss oder "Reflux". Häufiger sind jedoch die Venenwände selbst beschädigt oder geschwächt. Wenn das Blut nicht richtig aufwärts fließen kann, staut es sich. Der dadurch entstehende Druck auf die Gefäßwände lässt die Venen anschwellen und zu Krampfadern werden, die bläulich oder lila schimmern und knotig aussehen können.

Mehr Informationen über Krampfadern finden Sie in unserem Spezial: Sie erfahren, was Krampfadern sind, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und welche Anzeichen auf Komplikationen oder ernsthaftere Probleme hinweisen. Wir erklären mögliche Selbsthilfemaßnahmen und medizinische Behandlungen sowie Alternativen zur chirurgischen Therapie, insbesondere die Varizenverödung (Sklerotherapie) und Laserbehandlung.

Operationsverfahren zur Varizenentfernung

Krampfadern können chirurgisch entfernt werden. Dadurch wird der Blutabfluss aus den Beinen normalerweise nicht gestört. Die Beine enthalten viele Venen, so dass sich das Blut auf die anderen, gesunden Venen verteilen kann.

Grundsätzlich kann der Eingriff an einem Tag vorgenommen werden, manchmal kann es auch nötig sein, über Nacht im Krankenhaus zu bleiben. Der geringe Zeitaufwand für den Eingriff bedeutet jedoch nicht, dass man bereits nach einem Tag wieder obenauf wäre. Die vollständige Genesung nach einer Varizenoperation kann bis zu drei Wochen dauern. Menschen, die in einem Büro tätig sind, können vielleicht schon nach einer Woche wieder arbeiten. Wer einen körperlich anstrengenden Beruf hat, muss seiner Arbeit möglicherweise zwei bis drei Wochen fernbleiben.

Drei der wichtigen Methoden, Krampfadern zu operieren, sind: das Venenstripping, die Phlebektomie und die Venenligatur. Beim Venenstripping wird oben am Bein ein Schnitt gesetzt und ein Draht oder Faden durch die Vene geführt, um sie dann herauszuziehen. Die Phlebektomie eignet sich bei mehreren Varizen. Bei diesem Verfahren schneidet man die Haut über jeder Krampfader minimal ein, um die Venen abzubinden oder herauszuziehen. Bei der Venenligatur wird die betroffene Vene in der Nähe des Blutstaus von innen abgebunden.

Zwei weitere operative Behandlungsmöglichkeiten sind die Radiofrequenzablation und das Trivex-Verfahren. Bei dem ersten Verfahren wird ein Draht über die gesamte Länge der Vene eingeführt und mit Hilfe von hochfrequenter Energie (Mikrowellen) erhitzt, um die Vene zu verschließen. Das Trivex-Verfahren ist eine Technik, bei der eine kleine, rotierende Klinge die Vene von innen zerstört. Das Instrument wird unter Betäubung eingeführt, gleichzeitig können die Venenteile heraussaugt werden.

Häufig werden chirurgische Verfahren kombiniert, zum Beispiel indem man die Venen bis zum Knie durch ein "Stripping" entfernt und die unterhalb des Knies durch eine Phlebektomie.

Operationsverfahren im Vergleich

Wissenschaftler der Cochrane Collaboration und des englischen "National Coordinating Centre for Health Technology Assessment" haben Operationsverfahren zur Varizenentfernung untersucht. Die Wissenschaftler zogen den Schluss, dass sowohl Venenstripping als auch Phlebektomien nachweislich Krampfadern abbauen und erneute Beschwerden verringern können. Bisher ist aber noch unklar, welche Operationsverfahren oder Verfahrenskombinationen in welcher Situation am geeignetsten sind.

Die Radiofrequenzablation kann Varizenbeschwerden ebenfalls lindern. Wie die anderen Verfahren verursacht die Radiofrequenzablation vorübergehend Schmerzen und blaue Flecken. Für das Trivex-Verfahren konnten keine besseren Behandlungsergebnisse als für das Venenstripping oder die Phlebektomie nachgewiesen werden.

Die Wissenschaftler haben nicht nur Studien zu Varizenoperationen analysiert, sondern auch eine Befragung von 100 operierten Patienten durchgeführt. Der Großteil der Befragten war mit den Behandlungsergebnissen über einen kürzeren Zeitraum zufrieden: 89 % von ihnen berichteten, dass sie sich für einige Monate nach dem Eingriff wesentlich besser oder vollständig genesen fühlten. Bei 25 % der Befragten waren die Krampfadern 10 Jahre nach der Operation zurückgekehrt (bei 25 von 100 oder: einer von 4 Personen).

Die Forscher zogen auch Langzeitberichte anderer Studien heran, um abzuschätzen, wie oft Varizen nach einer Operation wiederkehren. Da die Häufigkeit einer Rückkehr von Krampfadern in den Berichten mit 10 % bis 40 % angegeben wurde, ist eine verlässliche Schätzung nicht möglich.

Die Wissenschaftler untersuchten ferner das andere gängige medizinische Behandlungsverfahren für Krampfadern, die Varizenverödung (Sklerotherapie). Dabei wird eine Flüssigkeit oder ein Schaum in die Vene gespritzt, um sie zu verschließen. Mehr darüber können Sie hier lesen. Möglicherweise führt die Varizenverödung seltener zu unerwünschten Wirkungen als eine Operation, doch ihr Nutzen könnte weniger lange anhalten.

Eine Verödung der Varizen ist auch eine Möglichkeit, wenn nach einer Operation kleine, oberflächliche Krampfadern wiederkehren. Wie bei allen Operationen kann es auch zu Behandlungsmisserfolgen kommen. Wie oft dies passiert, hängt zum Beispiel von der Erfahrung der Chirurgin oder des Chirurgen ab.

  • Letzte Aktualisierung: 21. Februar 2008 13:05
  • Erstellt am: 20. Februar 2008 13:10
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  • Quellen:

    Campbell WB, Kumar AV, Collin TW, Allington KL, Michaels JA. The outcome of varicose vein surgery at 10 years: clinical findings, symptoms and patient satisfaction. Ann R Coll Surg Eng 2003; 85: 52-57. [PubMed-Zusammenfassung]

    Michaels JA, Campbell WB, Brazier JE, MacIntyre et al. Randomised clinical trial, observational study and assessment of cost-effectiveness of the treatment of varicose veins (REACTIV trial). Health Technology Assessment 2006; 10: 13. [Volltext]

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    Tisi P. Varicose veins. Clinical Evidence 2007; 10: 212.

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