Hilfen zur Raucherentwöhnung

Foto von Mann am Fenster (Jupiterimages / Photos.com) Die meisten Raucherinnen und Raucher fassen irgendwann den Entschluss, aufzuhören. Doch diesen Vorsatz in die Tat umzusetzen, fällt oft schwer. Meist sind mehrere Anläufe nötig, bis es gelingt, auf Tabak zu verzichten. Verschiedene Mittel und Maßnahmen können bei der Rauchentwöhnung helfen.

Wer rauchfrei werden möchte, kann verschiedene Dinge ausprobieren, um nicht wieder zur Zigarette zu greifen. Etwa die Hälfte schafft es ohne Hilfsmittel. Viele Menschen erhalten von ihrer Partnerin, ihrem Partner, von Freunden oder der Familie wichtige Unterstützung. Eine weitere Möglichkeit ist, sich von einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke Tipps zur Raucherentwöhnung zu holen. Eine Nikotinersatztherapie und bestimmte Medikamente können helfen, vom Nikotin loszukommen und Entzugserscheinungen zu lindern.

Vielleicht ist auch der Gedanke hilfreich, durch den Verzicht aufs Rauchen viel Geld zu sparen. Mit unserem Zigaretten-Rechner lässt sich herausfinden, wie viel Geld man für Zigaretten ausgibt. Zudem spornt es an, sich persönliche Ziele zu setzen – zum Beispiel einen Monat nicht zu rauchen – und sich zu belohnen, wenn das Ziel erreicht ist, etwa mit einem guten Essen oder einem schönen Kleidungsstück.

Es gibt viele Broschüren, Materialien und Online-Angebote, die bei der Raucherentwöhnung unterstützen sollen – wie zum Beispiel die Website www.rauchfrei-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Ein weiteres Angebot sind Kurse zur Raucherentwöhnung. Die Kosten für solche Kurse werden von manchen Krankenkassen zum Teil getragen.

Nikotinersatztherapie: hilfreich und gut verträglich

Wer mit dem Rauchen aufhört, hat es in der ersten Woche meist besonders schwer. Dem Körper fehlt das Nikotin und es treten Entzugserscheinungen auf: Man wird unruhig, aggressiv, fühlt sich niedergeschlagen und hat ein starkes Verlangen zu rauchen. Viele Menschen können sich auch nicht mehr so gut konzentrieren und haben mehr Appetit als sonst. Eine Nikotinersatztherapie kann diese Entzugserscheinungen lindern. Etwa 6 von 100 Menschen fällt es mit einer Nikotinersatztherapie leichter, mit dem Rauchen aufzuhören.

Auch wenn der Begriff „Nikotinersatztherapie“ etwas anderes vermuten lässt, wird das Nikotin bei dieser Art der Behandlung nicht durch eine andere Substanz ersetzt. Dem Körper wird dabei weiterhin Nikotin zugeführt, allerdings zu Behandlungszwecken. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Nikotinersatztherapien wirksam sind.

Nikotinersatz gibt es in verschiedenen Formen, etwa als Nikotinkaugummis, -inhaler, -pflaster und -tabletten zum Schlucken oder Lutschen. Diese Mittel sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich und müssen selbst bezahlt werden.

Bupropion (Zyban): bessere Erfolgschancen, aber häufig Schlafstörungen

Bupropion ist ein Medikament, das ursprünglich gegen Depressionen entwickelt wurde. Unter dem Handelsnamen Zyban ist es auch zur Raucherentwöhnung zugelassen, da man gemerkt hat, dass es auch gegen Nikotin-Entzugserscheinungen helfen kann. Es ist rezeptpflichtig und muss daher von einer Ärztin oder einem Arzt verschrieben werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Zyban nicht.

Eine Wissenschaftlergruppe hat Studien zu diesem Mittel systematisch ausgewertet. Sie zeigten, dass Bupropion etwa 7 von 100 Menschen half, rauchfrei zu werden.

Bupropion hat allerdings häufig Nebenwirkungen: Bei etwa 12 von 100 Personen führt es zu Schlafstörungen. Andere Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit und Übelkeit. Selten löst Bupropion auch Krampfanfälle aus. Vereinzelt ist vorgekommen, dass Menschen nach der Anwendung von Bupropion Depressionen oder Selbsttötungsgedanken hatten und sich ungewöhnlich verhielten.

Die Wissenschaftlergruppe wertete auch Studien zu anderen Medikamenten gegen Depressionen aus, um herauszufinden, ob diese ebenfalls beim Rauchstopp unterstützen können. Sie fand aber keine Hinweise dafür, dass auch andere Antidepressiva bei einer Raucherentwöhnung helfen.

Was Studien sagen

Vareniclin (Champix): kann helfen, führt aber häufig zu Übelkeit

Ein weiteres Medikament zur Raucherentwöhnung ist Vareniclin (Handelsname Champix). Es wurde 2006 in Europa zugelassen und wirkt auf zwei Arten: Zum einen dämpft es die Nikotin-Entzugserscheinungen, zum anderen mindert es das Vergnügen am Rauchen.

Vareniclin kann die Raucherentwöhnung erleichtern: Studien zeigen, dass es etwa 13 von 100 Menschen hilft, für mindestens ein halbes Jahr nicht mehr zur Zigarette zu greifen.

Auch Vareniclin hat einige Nebenwirkungen. Am häufigsten tritt Übelkeit auf: Bei etwa 20 von 100 Personen, die Vareniclin nehmen, verursacht das Medikament Übelkeit. Andere häufige Nebenwirkungen sind Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und seltsame Träume.

Vareniclin steht zudem im Verdacht, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhöhen und benommen zu machen. Es ist nicht auszuschließen, dass Vareniclin ähnlich wie Bupropion bei einigen Menschen auf die Psyche wirkt. Solche ernsthaften Nebenwirkungen sind selten. Solange man nicht weiß, wie man auf das Mittel reagiert, sollte man beim Autofahren und beim Bedienen schwerer Maschinen besonders vorsichtig sein.

Was Studien sagen

Hypnose, Akupunktur und andere Maßnahmen

Zu den weiteren Verfahren, die zur Raucherentwöhnung angeboten werden, gehören unter anderem Hypnose und Akupunktur. Sie sind allerdings nicht so gut erforscht wie zum Beispiel die Nikotinersatztherapie.

Eine aktuelle Auswertung von immerhin 33 Studien zu herkömmlicher Akupunktur mit Nadeln, zu Akupressur sowie Laser- und Elektro-Akupunktur lieferte widersprüchliche Ergebnisse.

Es bleibt daher unklar, ob eines dieser Verfahren die Chancen erhöht, über einen längeren Zeitraum erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören. Um die Wirkung verlässlich beurteilen zu können, ist weitere Forschung notwendig.

Was hilft in der Schwangerschaft?

Rauchen in der Schwangerschaft erhöht das Risiko, dass es zu einer Fehlgeburt kommt, dass das Kind zu früh geboren wird oder zu wenig wiegt. Vor oder während der Schwangerschaft hören daher viele Frauen auf zu rauchen. Dies fällt aber nicht allen leicht und viele brauchen Unterstützung.

Es werden unterschiedliche Programme angeboten, die Frauen bei der Entwöhnung helfen sollen. In solchen Programmen wird man beraten, informiert und kann sich untereinander austauschen. Medikamente werden dabei nicht angewendet.

Studien zeigen, dass Raucherentwöhnungsprogramme schwangere Frauen tatsächlich unterstützen können: Mit einem solchen Programm schafften es zusätzlich 4 von 100 Frauen, in der Schwangerschaft nicht zu rauchen.

Werde ich zunehmen, wenn ich aufhöre?

Die meisten Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, nehmen etwas zu. Gerade im ersten Jahr kann die Gewichtszunahme spürbar sein und liegt im Durchschnitt bei fünf Kilogramm. Der Grund ist nicht nur, dass man mehr isst oder öfter zu Knabbereien greift – auch der Stoffwechsel verändert sich. Außerdem unterdrückt Rauchen das Hungergefühl.

Die Gewichtszunahme muss jedoch nicht von Dauer sein.

Was Studien sagen

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