Hautkrebs: Welchen Nutzen hat die Positronen-Emissions-Tomografie für die Behandlung von malignen Melanomen?

Foto mit Mann am Strand

Es ist unklar, ob eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET) oder eine PET / Computertomografie (PET/CT) die Behandlung von Menschen mit malignem Melanom verbessert. Auch wie genau diese Verfahren die Größe, Lage und Ausbreitung eines Melanoms erkennen können, ist offen.

Das maligne Melanom, kurz Melanom, ist ein bösartiger Tumor, der aus den Pigmentzellen der Haut (Melanozyten) entsteht. Er wird auch als schwarzer Hautkrebs bezeichnet. Melanome sind relativ selten, aber aggressiver als andere Hautkrebsarten: Etwa 5 von 100 Hautkrebserkrankungen entfallen auf Melanome, sie verursachen jedoch die Mehrzahl aller Todesfälle durch Hautkrebs.

Das Risiko, im Laufe des Lebens an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, wird von verschiedenen Dingen beeinflusst:

  • Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) in Form von Sonnenlicht oder künstlicher Strahlung in Solarien ist ein wichtiger Risikofaktor.
  • Sonnenbrände können auch Melanome fördern.


Weitere Faktoren, die wir nicht durch unser Verhalten beeinflussen können, sind:

  • Der Hauttyp,
  • Ob wir viele oder atypische Pigmentmale haben,
  • Ob Hautkrebs in der Familie vorkommt.


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Erkennen von malignen Melanomen

Um festzustellen, ob jemand an Hautkrebs erkrankt ist, fragt die Ärztin oder der Arzt nach allem, was das Risiko dafür beeinflussen könnte. Im Anschluss sieht sie oder er sich die Haut am ganzen Körper nach einem festen Ablaufschema genau an, einschließlich der Kopfhaut und der Schleimhäute der Geschlechtsorgane. Liegt eine auffällige Hautveränderung vor, wird diese genauer untersucht, beispielsweise, indem etwas Gewebe entnommen und im Labor untersucht wird. Oder der verdächtige Bereich wird gleich vollständig entfernt.

Man nimmt an, dass Melanome besser behandelt werden können und weniger Menschen daran sterben, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Ist das Melanom auf die oberste Hautschicht beschränkt, sind die Chancen auf Heilung am größten. Wächst der Tumor hingegen in die Tiefe, kann er sich über Blut- und Lymphgefäße im ganzen Körper ausbreiten und Absiedlungen (Metastasen) bilden. Wie gefährlich ein Melanom wird, hängt wesentlich davon ab, ob und wie viele Metastasen es bildet, wo sich diese befinden und wie schnell sie wachsen.

Behandlung und weitere Untersuchungen einschließlich Positronen-Emissions-Tomografie (PET)

Viele Melanome lassen sich mit einem kleinen Hautschnitt entfernen. Es gibt jedoch auch solche, die schon weiter fortgeschritten sind, wenn sie erkannt werden. Dann sind zusätzlich zum Entfernen der verdächtigen Hautstelle noch ergänzende Behandlungen wie zum Beispiel eine Chemotherapie notwendig.

Um zu bewerten, wie weit der Krebs fortgeschritten ist, werden auch bildgebende Verfahren eingesetzt. Hierzu zählen beispielsweise Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen, Magnetresonanztomografie (MRT) und Computertomografie (CT). Eine weitere bildgebende Untersuchung ist die Positronen-Emissions-Tomografie (PET), die aber bislang nicht routinemäßig bei Melanomen eingesetzt wird.

Ein möglicher Vorteil der PET gegenüber anderen Verfahren ist, dass sie lebendes Krebsgewebe erkennen kann, weil sie den Stoffwechsel des Gewebes misst. Dadurch ließe sich besonders schnell wachsendes Tumorgewebe besser erkennen, dies trifft zum Beispiel für Tumorgewebe von Metastasen zu. Wie eine PET-Untersuchung funktioniert, können Sie hier genauer lesen.

Inzwischen gibt es auch die Möglichkeit, CT und PET in einem Gerät zu kombinieren, eine sogenannte PET/CT. Dabei werden die Informationen der Computertomografie über die Lage und Ausbreitung des Tumorgewebes mit den Informationen über den Stoffwechsel aus der PET-Untersuchung verknüpft.

Wie der Nutzen von PET und PET/CT untersucht wird

Auch wenn die PET mehr Informationen liefert, heißt das nicht zwangsläufig, dass Patientinnen und Patienten davon einen Nutzen haben. Für Menschen mit einem malignen Melanom ist die eigentlich entscheidende Frage, welchen Einfluss das Ergebnis einer Untersuchung auf den Erfolg der Behandlung insgesamt hat. Denn eine zusätzliche Untersuchung ist nur dann medizinisch sinnvoll, wenn sie auch zu einer besseren Behandlung führt oder hilft, unnötige Behandlungen zu vermeiden.

Das unabhängige wissenschaftliche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) – Herausgeber dieser Website – hat gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden Studien zu der Frage ausgewertet, welchen Nutzen PET und PET/CT bei malignen Melanomen haben.

Diese Frage kann man am besten mit bestimmten Studien klären: In sogenannten randomisierten kontrollierten Studien (RCT) werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip in zwei oder mehrere Gruppen aufgeteilt. Bei einer Gruppe wird beispielsweise eine CT durchgeführt, in der anderen Gruppe eine PET oder eine Kombination aus beiden Verfahren. Danach werden die Patientinnen und Patienten beider Gruppen je nach Untersuchungsergebnis behandelt.

Am Ende der Studie werden die Behandlungsergebnisse beider Gruppen verglichen. So lässt sich herausfinden, ob sich eine der beiden Untersuchungen besser dazu eignet, eine erfolgreiche Behandlung zu finden. Mehr dazu können Sie hier lesen.

Der Nutzen einer PET und PET/CT für Menschen mit malignen Melanomen ist unklar

Die Forschergruppe des IQWiG fand keine einzige randomisierte kontrollierte Studie, die untersucht hat, wie sich der Einsatz der PET bzw. PET/CT auf die Behandlungsergebnisse auswirkt.

Es bleibt also offen, ob Menschen mit einem malignen Melanom davon profitieren, wenn die PET- oder PET/CT-Methode eingesetzt wird, um Tumorausbreitung oder Rückfälle zu erkennen. Ein möglicher Nutzen wäre, wenn Betroffene dadurch länger leben, weniger Komplikationen durch Krankheit oder Behandlung oder eine höhere Lebensqualität haben.

Die Forscher fanden aber zu einer anderen Fragestellung mehrere Studien: Ob eine PET verlässlichere Ergebnisse bietet als eine Computertomografie (CT), um die Größe, Lage und Ausbreitung eines Melanoms zu bestimmen. Die Forschergruppe fand insgesamt 17 sogenannte diagnostische Studien.

In solchen Studien wird versucht, die Genauigkeit einer Untersuchung einzuschätzen, indem unterschiedliche Untersuchungen miteinander verglichen werden. Wichtig zu wissen: Auch wenn sich eine Methode als genauer und zuverlässiger herausstellt, heißt das nicht, dass sie dadurch automatisch zu besseren Behandlungsergebnissen führt.

Die diagnostischen Studien zum Vergleich von PET und CT beim malignen Melanom waren allerdings so unterschiedlich oder so klein, dass sie keine verlässliche Aussage über die Zuverlässigkeit der PET zuließen.

Wie gut die PET einen Rückfall erkennen kann, bleibt ebenfalls unklar – hierzu gab es nur eine einzige geeignete Studie mit wenigen Teilnehmenden.

Insgesamt sind also bislang keine sicheren Aussagen zu den Vor- und Nachteilen der PET-Untersuchung bei malignen Melanomen möglich.

Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)


Hinweis

Die vorliegende Gesundheitsinformation gibt die Inhalte des wissenschaftlichen Gutachtens des IQWiG wieder und ist keine leistungsrechtliche Bewertung der Behandlungsmethode, aus der Rückschlüsse auf die Kostenerstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung zulässig wären. Die Entscheidung über die Kostenübernahme diagnostischer und therapeutischer Verfahren ist per Gesetz dem Gemeinsamen Bundesausschuss vorbehalten. Der Gemeinsame Bundesausschuss bezieht die Gutachten des IQWiG in seine Beschlussfassung ein. Informationen zu den Entscheidungen des Gemeinsamen Bundesausschusses erhalten Sie auf dessen Website unter www.g-ba.de.


  • Letzte Aktualisierung: 10. November 2011 11:36
  • Erstellt am: 25. Oktober 2011 16:32
  • Quellen:

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Positronenemissionstomographie (PET) und PET/CT bei malignem Melanom. Abschlussbericht D06-01F. Version 1.0. Köln: IQWiG. Mai 2011. [Volltext]


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