Grauer Star: Operationen in der Tagesklinik oder im Krankenhaus?

Bei mehr als einer von zehn Personen über 40 Jahren trübt sich mit dem Alter langsam die Augenlinse ein. Diese Veränderung wird als "Grauer Star" oder "Katarakt" bezeichnet. "Katarakt" ist griechisch und bedeutet "Wasserfall". Die Bezeichnung kommt daher, dass man früher glaubte, eine Flüssigkeit im Auge sei für die Trübung verantwortlich.
Die Trübung der Augenlinse beeinträchtigt die Sehschärfe, vor allem feine Einzelheiten können nicht mehr klar gesehen werden. Anfangs kann eine Brille helfen - wenn die Augenlinse jedoch zu trübe wird, kann die Sehkraft nur durch eine Operation wiederhergestellt werden.
Katarakt-Operationen gehören zu den häufigsten Eingriffen in Deutschland: Üblicherweise genügt zur Entfernung der trüben Linse ein wenige Millimeter langer Schnitt in der Hornhaut. Durch den wird dann die Linse zertrümmert und durch eine Kanüle abgesaugt. Diese Operation wird auch "Phakoemulsifikation" genannt. Anschließend wird meist eine künstliche Linse eingesetzt, einige Patientinnen und Patienten erhalten jedoch eine spezielle Brille oder Kontaktlinsen, die die Funktion der Linse übernehmen.
Da der gesamte Eingriff unter örtlicher Betäubung erfolgen kann, hat man in Deutschland meist die Wahl, ob man sich lieber in ein Krankenhaus einweisen lässt oder eine ambulante Operation in einer Tagesklinik bevorzugt, bei der man nach wenigen Stunden wieder nach Hause gehen kann.
Um die Frage zu beantworten, ob eine Patientin oder ein Patient wegen der schnellen Entlassung schlechtere Operationsergebnisse riskiert, haben Wissenschaftler des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration die vorhandenen Studien für eine systematische Auswertung zusammengefasst. Sie fanden zwei Studien mit insgesamt etwa 1300 Teilnehmenden. Die kleinere der beiden Studien war jedoch bereits vor über 20 Jahren abgeschlossen worden, sodass sich die Wissenschaftler vor allem auf die zweite Studie stützten, die im Jahr 2001 mit 950 Teilnehmenden in Spanien stattgefunden hat. Auch eine erneute Suche der Cochrane-Wissenschaftler im Jahr 2008 lieferte keine zusätzlichen Resultate.
Das Ergebnis: Vier Monate nach dem Eingriff hatten die Patientinnen und Patienten eine vergleichbare Sehschärfe, unabhängig davon, ob sie ambulant in einer Tagesklinik oder stationär im Krankenhaus operiert worden waren. Vorübergehende Komplikationen waren zwar bei ambulant operierten Menschen etwas häufiger, sie hatten aber keine Bedeutung für den Operationserfolg. Da diese Bewertung letztlich nur auf einer Studie beruht, ist es jedoch möglich, dass die Operationsergebnisse von Klinik zu Klinik variieren können.
Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
- Erstellt am: 14. Februar 2006 10:00
- Letzte Aktualisierung: 11. Dezember 2009 14:31
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- Quellen:
Fedorowicz Z, Lawrence D , Gutierrez P. Day care versus in-patient surgery for age-related cataract. Cochrane Database of Systematic Reviews 2009, Issue 1. [Cochrane-Zusammenfassung]
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