Diabetes: Anzeichen einer Unterzuckerung erkennen

Wenn der Blutzucker zu niedrig ist, nennt man dies Unterzuckerung oder Hypoglykämie. Eine leichte Unterzuckerung hat in der Regel keine schädlichen Folgen. Es ist aber wichtig, rechtzeitig auf eine Hypoglykämie zu reagieren und beispielsweise etwas zu sich zu nehmen. Eine schwere Unterzuckerung führt zu Bewusstseinsstörungen. Dann kann in bestimmten Situationen ärztliche Hilfe erforderlich sein.

Wann kommt es zu einer Unterzuckerung?

Leichte Schwankungen des Blutzuckerspiegels sind völlig normal und kommen auch bei Gesunden täglich vor. Bei Gesunden bleibt der Blutzuckerspiegel zwischen etwa 60 und 140 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) Blut (3,3 bis 7,8 mmol/l). Die Maßeinheit Millimol pro Liter (mmol/l) gibt die Menge der Teilchen pro Liter an und richtet sich nach dem Gewicht der einzelnen Teilchen. Mehr über die Anzeichen eines hohen Blutzuckers können Sie hier (URL: http://www.gesundheitsinformation.de/index.265.de.html) lesen.



Bei Menschen mit Diabetes mellitus kann es auf folgenden Gründen zu einer Unterzuckerung kommen:

  • Sie haben zu viel Insulin gespritzt oder eine zu hohe Dosis bluzuckersenkender Tabletten eingenommen.
  • Sie haben nach der Medikamenteneinnahme zu wenig oder zu spät gegessen.
  • Sie haben sich körperlich außergewöhnlich stark angestrengt, besonders ohne Ihre Medikamentendosis oder Ihre Nahrungsmenge entsprechend anzupassen.
  • Sie haben sehr viel Alkohol getrunken.


Menschen, die ihren Diabetes allein mit bewusster Ernährung und körperlicher Bewegung behandeln, erleben im Allgemeinen keine Unterzuckerungen.

Wie erkennt man eine Unterzuckerung?

Folgende Anzeichen können auf eine Unterzuckerung hindeuten:

  • Schneller Puls
  • Kaltschweißigkeit
  • Blasse Gesichtsfarbe
  • Zittern
  • Unruhe und Nervosität
  • Angstgefühle
  • Konzentrationsstörungen
  • Verwirrtheit
  • Kopfschmerzen
  • Heißhunger
  • Weiche Knie


Diese Symptome treten nicht alle gleichzeitig auf. Wie sich eine Unterzuckerung bemerkbar macht, hängt nicht nur von der Blutzuckerhöhe, sondern auch von individuellen Faktoren ab. Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um eine Unterzuckerung handelt, können sie ihren Blutzucker messen, um sicherzugehen.

Wenn Sie erste Anzeichen einer Unterzuckerung spüren, ist es wichtig, schnell zu handeln. Menschen mit Diabetes, die bereits Erfahrung im Umgang mit ihrer Erkrankung haben, tragen für solche Fälle immer etwas Traubenzucker bei sich, den sie dann essen können. Auch eine zuckerhaltige Limonade genügt oft schon, um den Blutzuckerspiegel schnell wieder ansteigen zu lassen. Manchmal ist Hilfe von anderen nötig, um etwas zu sich zu nehmen. Man sollte aber auf keinen Fall versuchen, Bewusstlosen Flüssigkeiten einzuflößen oder ihnen etwas zu essen zu geben.

Bei einer deutlichen Unterzuckerung können starke Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit auftreten. Dann können Angehörige das Hormon Glukagon spritzen. Ist dies nicht möglich, ist es wichtig, umgehend die Notfallnummer 112 zu wählen und ärztliche Hilfe anzufordern.

Mehr zum Thema hier (URL: http://www.gesundheitsinformation.de/diabetes.518.56.de.html)

Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)


  • Erstellt am: 09. Juni 2010 11:11
  • Letzte Aktualisierung: 18. November 2011 08:50