Auf einen Blick: Menstruationsstörungen
Für viele Frauen ist die monatliche Regelblutung mit Schmerzen, allgemeinem Unwohlsein oder gar Krämpfen verbunden. Die Periode kann zudem ungewöhnlich stark oder unregelmäßig sein. Wenn die Beschwerden leicht sind, kommen Frauen oft gut damit zurecht. Sind sie stärker ausgeprägt, kann unter Umständen eine Therapie erforderlich werden. Wir geben einen kurzen Überblick über die verschiedenen Menstruationsstörungen und Möglichkeiten, damit umzugehen und sie zu behandeln. Ausführliche Informationen zu einzelnen Aspekten finden Sie in unserem Spezial.
Die Menstruation
Die erste und die letzte Regelblutung markieren die fruchtbaren Jahre einer Frau. Bei der Menstruation kommt es zur Abstoßung von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die sich jeden Monat neu aufbaut. Wenn es im Zyklus zu keiner Befruchtung gekommen ist, wird die Gebärmutterschleimhaut mit der Regelblutung ausgeschieden. Mehr drüber, wie der weibliche Zyklus funktioniert, erfahren Sie hier.
Schmerzen während der Regel
Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) entstehen, wenn sich die Gebärmuttermuskulatur zusammenzieht, um die Schleimhaut abzustoßen. Meist bleibt das Zusammenziehen der Muskeln unbemerkt oder verursacht nur ein leichtes Ziehen. Bei manchen Frauen sind die Schmerzen aber deutlich stärker. Sie können auf den Unterleib beschränkt sein, aber auch in den Rücken oder die Beine ausstrahlen. Manchmal stecken auch andere gesundheitliche Probleme hinter den Beschwerden, beispielsweise Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder Endometriose – eine Erkrankung, bei der die Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutterhöhle wächst. Daher kann es bei länger andauernden, starken Beschwerden sinnvoll sein, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen, um dies abzuklären. Mehr über die Endometriose können Sie hier lesen.
Behandlung von Regelschmerzen
Es gibt verschiedene Mittel und Methoden, um Regelschmerzen zu vermindern oder ihnen vorzubeugen. Nicht alles, was empfohlen wird, ist wissenschaftlich überprüft. Viele Frauen probieren verschiedene Möglichkeiten aus und lernen aus eigener Erfahrung, was ihnen am besten hilft. Nicht-medikamentöse Möglichkeiten sind unter anderem
- Bewegungs-, Entspannungs- und Atemübungen (zum Beispiel Yoga),
- Wärmeanwendungen (zum Beispiel Bäder, Wärmflaschen),
- Massagen,
- psychologische Schmerztherapien (zum Beispiel Verhaltenstherapie, Biofeedback),
- Ernährungsumstellungen und
- Verfahren, die den Schmerzreiz beeinflussen sollen (zum Beispiel Akupunktur).
Entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) können Menstruationsbeschwerden nachweislich lindern. Auch die Pille kann als hormonelles Verhütungsmittel bei Regelschmerzen helfen. Für alternative Verfahren (zum Beispiel Akupunktur) sowie für Nahrungsergänzungsmittel konnte hingegen nicht nachgewiesen werden, dass sie helfen. Mehr über Regelschmerzen können Sie in unserem Merkblatt lesen.
Starke Regelblutung
Manche Frauen verlieren während der Menstruation ungewöhnlich viel Blut. Die Ursache von starken Regelblutungen (Hypermenorrhoe) sind meist gutartige Wucherungen in der Gebärmutter: Dies können entweder Wucherungen in der Gebärmuttermuskulatur sein, sogenannte Myome, oder Wucherungen in der Gebärmutterschleimhaut – dann spricht man von Polypen. Manche Frauen kommen auch mit einer verstärkten Blutung recht gut zurecht. Bei anderen kann die starke Regelblutung zu Eisenmangel und dadurch zur Blutarmut (Anämie) führen. Hauptsymptome einer Anämie sind Schwäche und Abgeschlagenheit. Eine starke Regelblutung wird oft auch im Alltag als störend oder peinlich empfunden und kann zu Stimmungsschwankungen sowie Antriebsarmut führen.
Behandlung von starken Regelblutungen
Die Antibabypille („Pille“) ist ein Hormonpräparat, das die Regelblutung bei manchen Frauen verringern kann. Sie enthält entweder Östrogen und Gestagen oder Gestagen allein. Frauen mit Hypermenorrhoe nehmen vergleichsweise häufig ein reines Gestagen-Präparat ein. Auch eine Hormonspirale kann die Beschwerden lindern. Beide Behandlungen verhindern aber gleichzeitig eine Schwangerschaft.
Verursachen gutartige Gewebewucherungen in der Gebärmutter wie Myome oder Polypen in der Gebärmutterschleimhaut die starken Blutungen, können diese durch eine Operation entfernt werden. Nach dieser Operation ist eine Schwangerschaft normalerweise noch möglich. Eine weitere Möglichkeit ist, die Gebärmutterschleimhaut zu entfernen, wobei die Gebärmutter erhalten bleibt. Die Gebärmutterschleimhaut kann aber nachwachsen und einen erneuten Eingriff erforderlich machen. Eine Entfernung der gesamten Gebärmutter (Hysterektomie) ist hingegen ein gravierender Schritt und belastender als die alleinige Entfernung der Gebärmutterschleimhaut. Es handelt sich um eine größere Operation, die manchmal ernsthafte unerwünschte Wirkungen hat, zum Beispiel Nachblutungen. Eine Frau kann nach einer Hysterektomie keine Kinder mehr bekommen. Allerdings sind die meisten Frauen nach einer Operation mit dem Ergebnis zufrieden, da sie keine Regelblutungen und somit keine Beschwerden mehr haben.
Tranexamsäure ist ein Medikament, das die Blutungsneigung verringert. Es ist nicht so wirksam wie die Hormonspirale und hat auch mehr unerwünschte Wirkungen als hormonelle Mittel wie die Pille, beispielsweise allergische Reaktionen und Sehstörungen. Auch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), die Regelschmerzen lindern können, verringern die Blutung möglicherweise etwas. Mehr über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie hier.
Wenn es durch die starke Regelblutung zu einer Blutarmut (Anämie) kommt, wird diese unter Umständen mit Eisentabletten behandelt.
Störungen des Menstruationsrhythmus
Wenn ein Zyklus nicht wie gewohnt verläuft, bedeutet dies nicht in jedem Fall, dass eine Erkrankung der Grund oder eine Behandlung erforderlich ist. Es kann jedoch sinnvoll sein, mit einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt zu sprechen, um dies auszuschließen.
Zyklen, die deutlich kürzer als 28 Tage sind (etwa unter 21 Tage), werden als Polymenorrhoe bezeichnet. Ist der Zyklus deutlich länger (etwa über 35 Tage), nennt man dies Oligomenorrhoe. Auslöser können hormonelle Veränderungen sein.
Bleibt eine Blutung über drei Zyklen gänzlich aus, spricht man von einer Amenorrhoe. Ursachen können neben dem Eintritt einer Schwangerschaft psychische oder körperliche Belastungen oder eine schwere Mangelernährung sein. Manche Frauen bekommen auch leichte Zwischenblutungen außerhalb der Menstruation, sogenannte Schmierblutungen. Zwischenblutungen können beispielsweise nur in der Zyklusmitte auftreten und wenige Tage dauern. Dies ist häufig eine Folge des Eisprungs und nicht bedenklich. Andere Frauen haben Zwischenblutungen nur in der zweiten Zyklushälfte, was auf Probleme wie beispielsweise eine Schwäche des Gelbkörpers (Corpus luteum) hinweisen kann. Dann kann es sinnvoll sein, mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen.
Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Nächste geplante Aktualisierung: April 2014. Mehr darüber, wie unsere Gesundheitsinformationen aktualisiert werden, erfahren Sie hier.
- Letzte Aktualisierung: 13. Mai 2011 11:19
- Erstellt am: 18. April 2011 11:24
- Historie: Liste anzeigen
- Quellen:
Beckermann MJ. Blutungsstörungen. In: Beckermann MJ, Perl FM (Hrsg). Frauen-Heilkunde und Geburts-Hilfe. Basel: Schwabe. 2004: 416-459.
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Regelschmerzen. Gesundheitsinformation.de-Merkblatt. Köln: IQWiG. Juli 2009. [Volltext]
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Starke Regelblutung (Hypermenorrhoe). Gesundheitsinformation.de-Merkblatt. Köln: IQWiG. Januar 2010. [Volltext]
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