Auf einen Blick: Fieber bei Kindern – worauf sollte ich achten?

Die meisten fiebernden Kinder haben eine harmlose Virusinfektion. Sie können problemlos zu Hause umsorgt werden und sind innerhalb von zwei, drei Tagen wieder gesund. Ihr Körper besiegt die Viren ganz alleine. Zeit, Ruhe und liebevolle Zuwendung dürften in den allermeisten Fällen die besten Heilmittel sein.

Kinder sind anfällig für Fieber. Bereits heftiges Toben, größere Aufregung oder sehr warme Kleidung können dazu führen, dass die Körpertemperatur eines Kindes steigt, ohne dass es krank ist. Meistens lösen jedoch Krankheitserreger Fieber aus. Ausführliche Informationen über Fieber bei Kindern, die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie in unserem Artikel.

Nur etwa eines von 100 fiebernden Kindern (1 %) hat eine ernste Erkrankung. Zwischen einer harmlosen und einer ernsthaften Erkrankung zu unterscheiden, ist für die Eltern jedes Kindes mit Fieber wichtig.

Ist mein Kind ernsthaft krank und ein Arztbesuch erforderlich?

Es ist nicht immer leicht, zu entscheiden, ob ein Besuch bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt erforderlich ist. Wenn Sie unsicher sind, sich Sorgen machen oder sich überfordert fühlen, ist es besser, ärztlichen Rat einzuholen. Es muss Ihnen nicht unangenehm sein, wenn die Ärztin oder der Arzt sagt, dass das Fieber harmlos und keine Behandlung vonnöten ist.

Wenn Ihr Kind eines oder mehrere der in der Tabelle beschriebenen Anzeichen aufweist, könnte es ernsthaft erkrankt sein. Dann ist es wichtig, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Wenn Sie Ihre Kinderarztpraxis nicht erreichen oder am Wochenende ärztliche Hilfe benötigen, sind Notfallpraxen und Notfallambulanzen von Krankenhäusern und Kinderkliniken zuständig. Adressen von wohnortnahen Ansprechpartnern erhalten Sie beispielsweise im Telefonbuch, im Internet, in Ihrer Kinderarztpraxis oder von Ihrer Krankenkasse. Eine solche Liste hilft, im Bedarfsfall schnell handeln zu können. Im Notfall können Sie über die Rufnummer 112 deutschlandweit einen Krankenwagen und / oder Notarzt rufen.

Mögliche Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung

Fieber bei Babys:
  • Das Kind ist weniger als drei Monate alt und hat eine Körpertemperatur von mindestens 38°C.
  • Das Kind ist zwischen drei und sechs Monate alt und hat eine Körpertemperatur von mindestens 39°C.
Krankes Erscheinungsbild:
  • Das Kind sieht sehr schlecht und krank aus.
  • Das Kind reagiert gar nicht oder äußerst teilnahmslos, wenn Sie es ansprechen oder ihm ein Spielzeug zeigen; es lächelt nicht mehr.
Inaktivität und Schläfrigkeit:
  • Das Kind ist auffallend inaktiv und bewegungslos.
  • Das Kind lässt sich nicht aufwecken, bleibt nicht wach oder wacht nur nach längeren Aufweckversuchen auf.
Blässe und Hautausschlag:
  • Das Kind ist sehr blass oder kreidebleich oder seine Haut ist fleckig oder bläulich.
  • Das Kind hat einen rötlichen Hautausschlag.
Schreien:
  • Das Kind schreit schwächlich, schrill oder ununterbrochen.
Kein Appetit:
  • Das Kind verweigert Essen oder Trinken.
Kurzatmigkeit und Atemgeräusche:
  • Das Kind bekommt nicht richtig Luft oder öffnet beim Einatmen die Nasenflügel sehr weit.
  • Sie hören beim Atmen des Kindes in seiner Brust ungewöhnliche Geräusche, ähnlich einem Knistern.
  • Das Kind stöhnt beim Atmen.
  • Das Kind ist sehr kurzatmig. Wenn Sie die Atmung überprüfen wollen, können Sie die Anzahl der Atemzüge pro Minute messen:
    Wenn das Kind pro Minute mehr als 60 Atemzüge macht, ist ein sofortiger Arztbesuch nötig.
    Wenn das Kind zwischen sechs und zwölf Monate alt ist und pro Minute mehr als 50 Atemzüge macht, ist ein Arztbesuch ratsam.
    Bei Kindern, die älter als ein Jahr sind und pro Minute mehr als 40 Atemzüge machen, ist ebenfalls eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.
Erbrechen oder kein Urin:
  • Das Kind erbricht stark oder erbricht Galle (gelblich-grünliche Flüssigkeit).
  • Das Kind lässt weniger oder keinen Urin.
Andere äußerliche Veränderungen und Auffälligkeiten:
  • Das Kind hat einen Krampfanfall. Es könnte sich zwar um einen - meist harmlosen - Fieberkrampf handeln. Dennoch ist es sinnvoll, über den Notruf 112 ärztliche Hilfe zu rufen.
  • Ein Arm, Bein oder ein Gelenk ist geschwollen und gerötet.
  • Das Kind hat Schwellungen am Körper, zum Beispiel geschwollene Lymphknoten am Hals.
  • Bei einem Kleinkind ist die Fontanelle vorgewölbt oder wulstig. Die Fontanelle ist eine Knochenlücke im oberen, vorderen Schädel. Sie ist angeboren und schließt sich etwa bis zum zweiten Lebensjahr von alleine.
  • Das Kind hat eine eingesunkene Fontanelle.
  • Das Kind hat einen steifen Nacken, das heißt, es kann den Kopf nur schwer auf die Brust nehmen.
  • Das Kind hat nicht die Kraft, zu gehen oder zu stehen.
  • Das Kind zeigt andere neurologische Ausfälle, zum Beispiel eine gelähmte Körper- oder Gesichtshälfte.


Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)


  • Letzte Aktualisierung: 31. Juli 2009 11:28
  • Erstellt am: 30. Juli 2009 13:28
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  • Quellen:

    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Artikel: Fieber bei Kindern. Köln: IQWiG. Juli 2009. [Volltext]

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