Asthma

JungeChronisches Asthma bronchiale ist eine dauerhaft bestehende Erkrankung mit oft anfallsartig auftretenden Beschwerden wie Husten und Atemnot. Sie ist oft mit einer Allergie verbunden. Wenn Asthma nicht angemessen behandelt wird, kann es mit der Zeit die Funktionsfähigkeit der Lunge beeinträchtigen und die körperliche Belastbarkeit einschränken. Mit bestimmten Medikamenten ist es den meisten Menschen mit Asthma aber durchaus möglich, ihre Erkrankung gut unter Kontrolle zu bekommen und ein weitgehend beschwerdefreies Leben zu führen.

Wie bei anderen chronischen Erkrankungen kommt es darauf an, zu verstehen, was man selbst tun kann, und herauszufinden, welche Art der Therapie im persönlichen Fall am besten geeignet ist.

Bei jeder medizinischen Behandlung gilt es, mögliche Vor- und Nachteile abzuwägen. Je nach Schweregrad des Asthmas gibt es unterschiedliche Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Asthma verschlechtert sich aber nicht automatisch: Wer milde Asthmabeschwerden hat, muss also nicht damit rechnen, es eines Tages mit häufigen und starken Beschwerden zu tun zu haben.

Welche Behandlungen die besten Möglichkeiten bieten, wird ständig weiter erforscht. Mehr über die Möglichkeiten einiger für Sie infrage kommender Behandlungen können Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Hintergrund
    1. Was ist Asthma?
    2. Die gesunden Atemwege
    3. Die verengten Atemwege
    4. Erkrankungsursachen und Auslöser
  2. Asthma erkennen und beurteilen
    1. Krankheitszeichen und Symptome
    2. Diagnoseverfahren und -kriterien
    3. Peak-Flow-Protokoll und Behandlungsplan
    4. Asthma und andere Lungenerkrankungen
    5. Asthma-Schweregrade
    6. Erkrankungsverlauf
  3. Asthma- und Selbstmanagement
    1. Etwas über Asthma lernen
    2. Asthma selbst managen
    3. Disease Management Programme
  4. Möglichkeiten der Behandlung
    1. Medikamentöse Behandlung
    2. Komplementäre medizinische Maßnahmen
    3. Atemtraining
  5. Leben mit Asthma
    1. Raucherentwöhnung
    2. Körperliches Training
    3. Angst und Verunsicherung
    4. Familie und Freundeskreis
    5. Asthma-Auslöser in der häuslichen Umgebung
  6. Schlusswort
  7. Quellen

1. Hintergrund

1. Hintergrund

1.1. Was ist Asthma?

Chronisches Asthma bronchiale ist eine dauerhafte Erkrankung der Atemwege und oft eng mit einer Allergie verbunden. Asthmabeschwerden treten meist anfallsartig auf, nicht selten auch nachts. Bei Menschen mit Asthma sind die Atemwege übermäßig empfindlich. Bei Menschen mit häufigen Asthmabeschwerden sind insbesondere die Bronchien stets leicht entzündet. Dies geht mit Schleimhautschwellung, Ansammlung von zähem Schleim und angespannter Atemwegsmuskulatur einher. Dadurch sind die Atemwege verengt. [1] Unterschiedliche Einflüsse wie eine einfache Erkältung können die Verengung verstärken, und es entstehen vorübergehend oder dauerhaft Beschwerden wie

  • pfeifende Atmung,
  • Husten oder Hustenreiz,
  • Engegefühl in der Brust,
  • Kurzatmigkeit oder Luftnot.

Wie die meisten chronischen Erkrankungen betrifft Asthma nicht nur ein einzelnes Organ - in diesem Fall die Lunge -, sondern den ganzen Menschen. Wenn Asthmaanfälle zum Beispiel den Nachtschlaf stören, ist man tagsüber müde und unkonzentriert. Auch die körperliche Fitness kann leiden. [2],[3]

Georg, 70 Jahre

„Es war lange Zeit schwierig für mich mit Asthma zu leben. Es hat mich gestört, manchmal auch genervt. Heute habe ich mit meiner Erkrankung Frieden geschlossen.“

Asthma gilt bisher als nicht heilbar. Es ist aber möglich, mithilfe bestimmter Medikamente und Verhaltensweisen selbst schweres Asthma gut unter Kontrolle zu bekommen. Voraussetzung ist, die Erkrankung und ihre Behandlung zu verstehen. Obwohl häufig zwischen allergischem und nicht allergischem Asthma unterschieden wird, werden alle Asthmabeschwerden grundsätzlich mit den gleichen Medikamenten behandelt.

Asthma betrifft viele Menschen: Ungefähr 5 bis 10 von 100 Kindern (5 bis 10 Prozent) sowie etwa 5 von 100 Erwachsenen (5 Prozent) haben asthmatische Beschwerden. Es haben nicht alle Kinder mit Asthma auch später als Erwachsene Beschwerden.[4]

Frau Meier, Mutter von Lennard (9 Jahre)

„Wir haben immer noch die Hoffnung, dass das Asthma irgendwann weg ist oder dass es durch eine gute Therapie so weit reguliert werden kann, dass es ihn nicht mehr belastet, wenn er erwachsen ist. Von daher denken wir, ist die Diagnose nicht so sehr schlimm, wie wir am Anfang gedacht haben.“

1.2. Die gesunden Atemwege

Die Atemwege sind ähnlich aufgebaut wie ein Baum mit einem Stamm (der Luftröhre), zwei großen Hauptästen (den Hauptbronchien), zahlreichen kleinen Ästen und Zweigen (Bronchien und Bronchiolen) und - am äußersten Ende der kleinsten Zweige - vielen Blättern, den sogenannten Lungenbläschen oder Alveolen.

Beim Atmen reichert sich das Blut mit Sauerstoff aus der Luft an. Das funktioniert so: Die Lungenbläschen werden von Blut umspült. Dafür sorgen feinste Blutgefäße, die die Wände der Lungenbläschen umhüllen. Diese nehmen den Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft auf und geben Kohlendioxid (CO2) aus dem Blut ab. Die roten Blutkörperchen transportieren den aufgenommenen Sauerstoff in alle Regionen des Körpers. Dieser Austausch funktioniert nur in den Lungenbläschen. Deswegen ist es wichtig, dass die Atemluft durch die Luftröhre und die Bronchien ungehindert bis dorthin strömen kann.

Wir atmen in jeder Minute viele Male ein und aus. Das geschieht normalerweise unbewusst, also ohne dass wir darauf achten müssen. Dabei bleibt der "unbewusste" Atemrhythmus nicht immer gleich. Aus verschiedenen Gründen atmen wir manchmal automatisch schneller und flacher oder langsamer und tiefer ein und aus. Eine schnelle Atmung kann bei Belastung, zum Beispiel beim Sport, aber auch bei Erkrankungen der Lunge dafür sorgen, dass der notwendige Gasaustausch beschleunigt wird. In Ruhe oder im Schlaf dagegen genügt auch eine langsame Atemfrequenz, um genügend Sauerstoff ein- und Kohlendioxid auszuatmen.

Die Atemwege sind keine starren Rohre. Vielmehr sind die Bronchien und Bronchiolen von feinen Muskelfasern umgeben, die sich zusammenziehen und damit die Atemwege verengen können. Auch dies geschieht unbewusst. Innen sind die Atemwege mit Schleimhaut ausgekleidet. Diese enthält

  • Zellen, die Schleim produzieren,
  • Abwehrzellen, die unerwünschte Stoffe zerstören oder einkapseln und
  • Flimmerhärchen, die den Schleim in Richtung Luftröhre aus den Bronchien hinaustreiben.

Mit ihrer Fähigkeit sich zu verengen, Schleim zu produzieren und nach außen zu transportieren, verfügen die Atemwege über ein effektives Abwehrsystem. Allergieauslöser, Staub, Rauch und kleinere Fremdkörper, aber auch Bakterien und Viren können dieses Abwehrsystem aktivieren und zusätzlich einen Hustenreiz auslösen. Wenn wir beispielsweise bei einer Bronchitis Schleim abhusten, zeigt unser Organismus, dass er sich gegen Eindringlinge zur Wehr setzt.
Illustration Lunge
Abbildung: Aufbau der gesunden Lunge, Gasaustausch in den Alveolen

1.3. Die verengten Atemwege

Bei Menschen mit chronischem Asthma ist die Schleimhaut der Atemwege in einer ständigen Entzündungsbereitschaft. [1], [5] Wie bei jeder Entzündungsreaktion kommt es zu Rötung und verstärkter Durchblutung, die Schleimhaut schwillt an und ihre Zellen bilden zähen Schleim. Zusätzlich verkrampft sich die Bronchialmuskulatur. Alles zusammen führt dazu, dass der Durchmesser der Bronchien enger wird und die Atemluft nicht mehr ungehindert aus- und einströmen kann. Die Folge ist Atemnot. Ähnlich wie die Nasenschleimhaut eines Heuschnupfengeplagten reagieren die Atemwege eines Menschen mit Asthma auf eigentlich harmlose Reize mit einer viel zu heftigen Reaktion.

Diese Atemnot kann ein Mensch mit einer gesunden Lunge nachvollziehen, indem er versucht, einige Minuten durch einen Strohhalm zu atmen. Auch kräftiges "Hineinpusten" und "Einsaugen" hilft nicht, ausreichend Luft in die Lunge zu bekommen und wieder auszuatmen. Der Atemweg durch den dünnen Strohhalm ist zu eng.

Allerdings sind beim Asthma die Ein- und Ausatmung meist nicht gleichermaßen erschwert. Asthma äußert sich typischerweise durch eine erschwerte Ausatmung: Die Luft kommt hinein, aber nicht wieder heraus. Das Ausatmen kann bei der Verschlechterung eines Asthmas pfeifend oder rasselnd klingen. Die Medizin nennt dies "Giemen" (englisch: wheezing). Außerdem kann das Ausatmen von Hustenreiz oder von Husten begleitet sein.
Gesunde und verengte Atemwege
Abbildung: Gesunde und verengte Atemwege

1.4. Erkrankungsursachen und Auslöser

FamilieAsthma tritt in einigen Familien häufiger auf als in anderen, was auf ein gewisses familiäres Risiko schließen lässt. Weitere Risikofaktoren für Kinder, an Asthma zu erkranken, sind zum Beispiel andere allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Neurodermitis in der Familie oder beim Kind selbst sowie ein unterdurchschnittliches Geburtsgewicht. Jungen erkranken häufiger an Asthma als Mädchen. Der wesentliche vermeidbare Risikofaktor ist das Rauchen der Eltern.[6] Die Wissenschaft weiß noch nicht, warum diese Risikofaktoren bei manchen Menschen eine Anfälligkeit für Asthma auslösen und bei anderen nicht.

Georg, 70 Jahre

„Ich habe Asthma seit meinem fünften Lebensjahr, also seit 65 Jahren. Die Ursachen sind nicht genau bekannt. Vielleicht spielten damals die Bedingungen auf der Flucht eine Rolle: Eisige Kälte und eine Lungenentzündung. Eine andere Rolle spielt möglicherweise die Vererbung, denn meine Mutter hatte auch Asthma.

Einerseits sind bei mir Pollen Auslöser von Beschwerden, insbesondere blühende Bäume, Gräser, Roggen. Zum anderen weiß ich manchmal nicht, woran es liegt, dass ich asthmatische Beschwerden bekomme.“

Bei Menschen mit Asthma sind die Atemwege überempfindlich gegenüber bestimmten äußeren Reizen. Diese werden als Auslöser (englisch: trigger) bezeichnet. Solche Reize sind also nicht die Ursache von Asthma, sondern können Asthmabeschwerden auslösen oder ein bereits vorhandenes Asthma verschlechtern. Zwar reagieren nicht alle Menschen mit Asthma auf die gleichen Auslöser. Es gibt jedoch eine Reihe von Stoffen, Umweltbedingungen und physikalischen Reizen, die als problematisch gelten. Hierzu zählen Tabakrauch (aktives und passives Rauchen), Pflanzenpollen, Tierhaare, Exkremente von Hausstaubmilben, Nahrungsbestandteile sowie kalte Luft, Parfüme, Abgase oder bestimmte Chemikalien. Auch körperliche oder seelische Belastungen, die den Atem beschleunigen, lösen bei manchen Menschen asthmatische Beschwerden aus.

Entsprechende Reize, Stoffe oder Situationen im Alltag zu meiden, ist nicht leicht, manchmal auch unmöglich. Es kann zwar helfen herauszufinden, auf welche Auslöser man empfindlich reagiert. Das Vermeiden von Auslösern schützt jedoch nicht immer und überall vor Beschwerden [7]. Für die meisten Menschen mit Asthma gilt: Wenn sie ihre Dauermedikamente richtig anwenden, spielen Auslöser in der Regel nur noch eine geringe Rolle.

Daniel, 34 Jahre

„Früher, als Kind, hatte ich allergisches Asthma. Das hat sich mit der Zeit verändert. Jetzt habe ich ein gemischtes Asthma. Die meisten Anfälle können keinem konkreten Auslöser zugeordnet werden.

Was ich weiß ist, dass ich auf Zigarettenrauch reagiere, auch auf bestimmte Duftstoffe und bei Anstrengungen. Ich reagiere auch stark auf Wetterwechsel, zum Beispiel bei Nebel. Viele Anfälle sind aber einfach nicht erklärbar.“

2. Asthma erkennen und beurteilen

2.1. Krankheitszeichen und Symptome

Georg, 70 Jahre

„Bei einem Asthmaanfall ist es nicht so, dass ich überhaupt keine Luft mehr bekomme. Es ist so ein merkwürdiges Gefühl im Brustbereich: Es wird so eng. Ich habe Schwierigkeiten beim Atmen und es ist so ein ganz bestimmtes Unwohlsein.“

Asthma oder die Bereitschaft zu dieser Erkrankung wird oft schon im Kindes- oder Jugendalter festgestellt. Asthma lässt sich bei kleinen Kindern nur schwer feststellen. Viele Kleinkinder haben häufig Erkältungskrankheiten oder eine Bronchitis. Dies sind durch Viren ausgelöste Erkrankungen der Atemwege, die mit Husten und leicht pfeifender oder brummender Atmung einhergehen können. Eine Entzündung in den Bronchien (Bronchitis) ist bei kleinen Kindern oft kaum von einer beginnenden Asthmaerkrankung zu unterscheiden. Die Asthma-ähnlichen Beschwerden bei einer Bronchitis werden mit zunehmendem Alter immer seltener. Bleibendes Asthma bei Kindern ist häufig mit einer Allergie verbunden.

Andere typische Krankheitszeichen zeigen sich meist noch nicht. [3] Im jugendlichen und erwachsenen Alter äußert sich Asthma durch folgende Beschwerden:

  • Atemnot (oft anfallsartig)
  • Kurzatmigkeit bei Belastung
  • Geräuschvolle (Aus-)Atmung (Giemen, Pfeifen, Brummen)
  • Engegefühl in der Brust
  • Husten und / oder Hustenreiz

Wenn Sie selbst an Asthma erkrankt sind, wissen Sie aus eigener Erfahrung, dass nicht immer alle Beschwerden gleichzeitig auftreten. Außerdem können alle beschriebenen Krankheitszeichen auch durch andere Erkrankungen ausgelöst werden. Ob die genannten Beschwerden bei Ihnen oder Ihrem Kind durch Asthma ausgelöst werden oder ob sie eine andere Ursache haben, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit bestimmten Methoden untersuchen. Die Diagnose ist jedoch nicht immer einfach. [1]

Typisch für Asthma ist, dass die Beschwerden meist anfallsartig und häufig auch nachts auftreten. [1] Dies ist einer der Gründe, warum sich manche Menschen mit dieser chronischen Erkrankung müde und abgeschlagen fühlen. [2] Die Attacken können sich innerhalb von Stunden, Tagen oder Wochen langsam steigern und später wieder abklingen. Manchmal variieren die Beschwerden je nach Jahreszeit (zum Beispiel Pollen-Asthma) oder anderen äußeren Einflüssen (Auslösern). Sie können auch für einige Zeit ganz verschwinden.

Daniel, 34 Jahre

„Ein Asthmaanfall beginnt bei mir in der Regel mit einem Engegefühl in der Brust. Dann geht es relativ schnell und die Atmung fängt an zu pfeifen und es entsteht so ein brodelndes Geräusch. Das Ausatmen fällt schwer.“

Beim Asthma-Anfall steigert sich eine zunächst nur leicht erschwerte Atmung, Husten oder Giemen bis zu ernsthafter Atemnot. Weil das Ausatmen immer schwerer fällt, wird auch das Luftholen zum Problem. Häufig ist die zunehmende Luftnot mit einem bedrückenden Engegefühl in der Brust verbunden - eine Situation, die Angst machen kann. Zunehmende Angst kann die Symptome noch verstärken und leicht in einen Teufelskreis aus Atemnot und Panik führen. Auch für Eltern und Angehörige ist es oft äußerst beunruhigend und nur schwer erträglich, zu erleben, wenn ihr Kind, ihre Partnerin oder ihr Partner nach Luft ringt. [8], [9]

Bedrohlich wird ein Asthmaanfall aber erst, wenn die erschwerte und erschöpfende Atemarbeit zu einem Sauerstoffmangel führt. Dies lässt sich heutzutage bei den meisten Patientinnen und Patienten durch gut wirksame Medikamente vermeiden.

Helena, 31 Jahre

„Ich habe mit der Zeit festgestellt, mit wie wenig Luft ein Mensch auskommt, wenn man nicht in Panik gerät. Wenn ich mich schlechter fühle, mache ich meine Atemübungen. Das hilft mir.“

2.2. Diagnoseverfahren und -kriterien

Lena, 59 Jahre

„Ich wusste jetzt, woher meine Beschwerden kamen. Das war eigentlich schon fast wie eine Beruhigung für mich. Ich brauche nicht mehr nach den Gründen und Ursachen zu suchen.“

Helena, 31 Jahre

„Ich denke, dass ich schon seit meiner Kindheit Asthma habe. Die Diagnose wurde jedoch erst in meinem 25.Lebensjahr gestellt. Die Anzeichen in meiner Kindheit wurden nie wirklich ernst genommen.“

FamilieViele Menschen mit Asthma, oder die Eltern eines asthmakranken Kindes, haben eine Zeit voller Sorgen und Befürchtungen hinter sich, bevor sie zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen. [9] Wenn die Ursache für die Atemprobleme geklärt ist, ist es jedoch möglich, eine Behandlung zu beginnen. Bei Asthma bedeutet dies, nicht nur die Beschwerden lindern, sondern ihnen auch vorbeugen zu können.

Eine Aussage, ob Asthma oder eine andere Erkrankung für die Beschwerden verantwortlich ist, können Ärztinnen und Ärzte erst treffen, wenn sie die Schilderungen ihrer Patientinnen und Patienten und die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen zusammen betrachten. Die wichtigsten Diagnosemethoden bei Verdacht auf Asthma sind:

  • ein ausführliches Gespräch (Anamnese),
  • eine körperliche Untersuchung und
  • das Messen der Lungenfunktion (Peak-Flow-Messung und / oder Spirometrie).

Weitere Untersuchungen wie die Bodyplethysmographie können zur Abgrenzung anderer Ursachen nötig werden.

Gespräch und körperliche Untersuchung

Lena, 59 Jahre

„Seit meinen Kindheitstagen habe ich so einen seltsamen, leichten Husten. Morgens musste ich mich immer sehr lange und oft räuspern. Manchmal hatte ich auch Tage, an denen ich nur sehr schwer atmen konnte. Wenn ich bergauf gehen musste, war ich immer sehr schnell erschöpft. Ich habe gedacht, das wäre normal für mich.“

Mann mit EisbecherAuf dem Weg zur Diagnose sind das ausführliche Gespräch (Anamnese) und die anschließende körperliche Untersuchung grundlegend. Beschwerden, wie sie beim Asthma auftreten, können auch Anzeichen für andere Gesundheitsprobleme sein. Deshalb ist es wichtig, Ihrer (Kinder-) Ärztin oder Ihrem Arzt alle Ihre Beobachtungen und Erfahrungen zu schildern. Berichten Sie auch von Ihren Sorgen und alltäglichen Problemen im Zusammenhang mit den Beschwerden - jeder Hinweis kann wichtig sein, um der Ursache auf die Spur zu kommen.

Um sich ein genaues Bild machen zu können, wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt viele Fragen stellen, zum Beispiel:

  • welche Beschwerden wann auftreten,
  • unter welchen Bedingungen sie wieder abklingen,
  • ob andere Erkrankungen, insbesondere Allergien, vorliegen,
  • ob Sie als Kind häufig unter Husten oder pfeifender Atmung litten,
  • ob bei Familienangehörigen eine Asthmaerkrankung oder Allergien bekannt sind,
  • ob und falls ja, welche Medikamente Sie anwenden,
  • ob Sie in Ihrem häuslichen oder beruflichen Umfeld bestimmten Substanzen (Dämpfe, Rauch, Sprays) oder auch körperlichen oder seelischen Belastungen ausgesetzt sind.

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung prüft die Ärztin oder der Arzt neben dem allgemeinen gesundheitlichen Zustand auch die Funktion von Lunge, Herz und Kreislauf. Dies ist zum Teil auch deshalb nötig, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Prüfung der Lungenfunktion

Mit Hilfe von Lungenfunktionstests lässt sich darstellen, wie leistungsfähig die Lunge arbeitet. Bei Menschen mit Asthma ist es wichtig zu messen, ob die Atemluft frei und ungestört durch die Bronchien strömen kann oder ob der normale Atemfluss durch eine Verengung der Bronchien gestört ist. Um dies festzustellen, reichen die Peak-Flow-Messung und die Spirometrie normalerweise aus.

Die "Peak-Flow-Messung" (Messung des Spitzenflusses) ist eine wichtige Untersuchung, die man selbstständig zu Hause durchführen kann. Das Messinstrument, das "Peak-Flow-Meter", ist ein handliches Gerät, in das nach tiefem Luftholen mit aller Kraft kurz hineingepustet wird. Es misst die Geschwindigkeit des Luftstroms beim Ausatmen. Diese ist abhängig davon, wie weit oder verengt die Bronchien sind. Der gemessene Peak-Flow-Wert sagt vor allem etwas über die aktuelle asthmatypische Verengung der Bronchien aus.

Bei der "Spirometrie" (Atmungsmessung) wird zum einen die Geschwindigkeit des Luftstroms bei der Ausatmung und zum anderen die Menge der ausgeatmeten Luft gemessen. Dazu atmet man kräftig durch das Mundstück des Messgeräts, des Spirometers. Interessant ist hierbei unter anderem die Menge an Luft, die mit aller Kraft in einer Sekunde ausgeatmet werden kann, die sogenannte Einsekundenkapazität oder Sekundenluft (FEV1). Die Messung kann in der Regel bei der Hausärztin oder beim Hausarzt durchgeführt werden und eignet sich auch zur Kontrolle des Krankheitsverlaufs: Der Vergleich älterer und neuer Werte kann auf eine Besserung oder Verschlechterung der Lungenfunktion hinweisen.

Lena, 59 Jahre

„Sie (die Ärztin, Anm. d. Red.) hat einen Lungenfunktionstest bei mir durchgeführt und ich habe ihr meine Vorgeschichte erzählt. Es stellte sich heraus, dass ich wahrscheinlich schon lange Asthma hatte, ohne dass ich es wusste.“

Asthmabeschwerden können sehr variabel sein. Auch wenn Sie an Asthma erkrankt sind, ist es möglich, dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bei der ersten Lungenfunktionsprüfung gar keine krankhaften Befunde feststellt. [1] Fast alle Untersuchungen zielen darauf ab, den Grad der Verengung der Bronchien zu messen. Wenn Sie jedoch gerade beschwerdefrei sind, sind auch Ihre Bronchien fast normal weit. Um sicherzugehen, kann deshalb nach der ersten Messung:

  • eine Substanz verabreicht werden, die bei Menschen mit Asthma zu einer kurzzeitigen Verengung der Atemwege führt (Provokations-Test).
  • ein Belastungstest auf einem Trainingsfahrrad oder Laufband durchgeführt werden. Dies verschlechtert bei vielen Menschen mit Asthma die Werte der zweiten Messung (Belastungs-Test).
  • ein Asthmaspray gegeben werden, das die Atemwege erweitert. Ergibt eine zweite Messung danach bessere Werte, weist dies auf Asthma hin (Lysetest).

Die Ursache für die Atembeschwerden können aber auch andere Erkrankungen wie zum Beispiel eine chronisch obstruktive Bronchitis sein. Auch können typische und mit den üblichen Diagnosemethoden messbare Beschwerden wie Kurzatmigkeit durch Rauchen, Übergewicht und eine allgemein schlechte körperliche Kondition mitbedingt sein.

Allergietests und andere Untersuchungen

Herr Meier, Vater von Lennard (9 Jahre)

„Er hatte als kleines Kind häufig spastischen Husten. Unser Kinderarzt hat dann allergisches Asthma diagnostiziert. Die Diagnose war eine Überraschung für uns.“

Asthma wird anhand der beschriebenen Diagnoseverfahren und -tests festgestellt. Um herauszufinden, ob das Asthma durch Allergene ausgelöst wird, kommen weitere Untersuchungen, wie Bluttests oder Provokationstests, zum Einsatz. Beim Provokationstest wird unter kontrollierten Bedingungen geprüft, ob ein bestimmtes Allergen Asthmaanfälle auslöst.

Senioren Wiese Allergieauslösende Substanzen gehören für viele, aber nicht für alle Menschen mit Asthma zu den Asthma-Auslösern. Es gilt also zunächst festzustellen, ob überhaupt eine Allergiebereitschaft vorliegt. Erst dann kann die Suche nach den einzelnen Allergieauslösern (sogenannten Allergenen) beginnen, zum Beispiel mit speziellen Hauttests. Allerdings beweist ein positiver Hauttest allein noch kein Asthma.

Dabei ist es wichtig, der Ärztin oder dem Arzt die eigenen Beobachtungen mitzuteilen: Wann oder wodurch sind die Beschwerden aufgetreten: an sonnigen Frühsommertagen, in kalter Winterluft, morgens oder abends zu Hause oder während der Arbeit, nach dem Genuss bestimmter Lebensmittel, durch den Kontakt mit Haustieren, beim Wohnungsputz?

Eine Röntgenuntersuchung der Lunge, eine Untersuchung des Blutes im Labor oder eine Blutgasanalyse (dabei wird Blut aus dem Ohrläppchen entnommen, um zu prüfen, ob das Blut des Körperkreislaufs genügend Sauerstoff enthält) sind bei der Erstuntersuchung normalerweise nur dann sinnvoll, wenn die Beschwerden und Untersuchungsbefunde für Asthma nicht typisch sind und die Ärztin oder der Arzt eine andere Erkrankung, zum Beispiel eine Lungenentzündung, ausschließen möchte.

2.3. Peak-Flow-Protokoll und Behandlungsplan

Herr Meier, Vater von Lennard (9 Jahre)

„Mit der Messung der Lungenfunktionswerte ist es oft nicht so einfach. Wenn es ihm nicht gut geht, dann merkt er das ja und dann nimmt er auch von sich aus den Peak-Flow-Meter und misst. Ansonsten müssen wir ihn dazu ein wenig anstoßen und auffordern.“

Georg, 70 Jahre

„Jeden Morgen messe ich meinen Peak-Flow-Wert. Das gehört wie das Zähneputzen dazu.“

Die Schwere der Atemwegsverengung beim Asthma ist veränderlich - entsprechend variabel ist auch die Stärke der Beschwerden. Um über diese Schwankungen und die sie beeinflussenden Faktoren - zum Beispiel Medikamente - eine Übersicht zu bekommen, kann es sinnvoll sein, eine Art Tagebuch anzulegen, ein Protokoll der Beschwerden. Zusätzlich können Sie Ihre Peak-Flow-Werte messen, die die Verengung der Atemwege in Zahlen ausdrücken, und die Werte in eine Tabelle eintragen, das "Peak-Flow-Protokoll". Dabei kommt es weniger auf die Einzelwerte an als auf den zeitlichen Verlauf. Ein Asthma-Tagebuch ist ein Kalender mit einem Peak-Flow-Protokoll, in den Sie aufgetretene Beschwerden, vermutete Auslöser und benutzte Medikamente eintragen können.

Frau schreibt TagebuchPeak-Flow-Protokoll oder Asthma-Tagebuch werden manchmal zur Diagnosestellung verwendet: Werden bei der Lungenfunktionsprüfung in der Arztpraxis keine Auffälligkeiten festgestellt, kann ein Peak-Flow-Protokoll den entscheidenden Hinweis liefern. Dazu führen Sie zu Hause unter Alltagsbedingungen etwa ein bis zwei Wochen ein Peak-Flow-Protokoll mit mehrfachen Messungen am Tag. Liegen zwischen den einzelnen Messwerten größere Schwankungen (zum Beispiel über 20 Prozent), kann das die typische Variabilität der asthmatischen Atemwegsverengung widerspiegeln.

Ein Behandlungs- und Notfallplan ist ein handliches Formular, das Sie zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorbereiten. Der Behandlungsplan enthält neben Ihren persönlichen Daten und Notfall-Telefonnummern Angaben über die Medikamente, die Sie täglich und nach Bedarf anwenden. Der Notfallplan beschreibt, unter welchen Umständen Sie bestimmte Medikamente in festgelegter Dosierung zusätzlich anwenden können.

Daniel, 34 Jahre

„Wenn meine Peak-Flow-Werte plötzlich ganz stark fallen, weiß ich, welche Medikamente ich nehmen muss. Ich muss dann nicht jedes Mal den Notarzt rufen. Ich versuche es selbst unter Kontrolle zu bringen. Dafür habe ich einen Notfallplan.“

Asthmaprotokoll, -tagebuch und Behandlungsplan können bei der Diagnose oder im Umgang mit der Erkrankung hilfreich sein. Ob und in welchen Fällen sie die Einstellung des Asthmas verbessern oder für eine Diagnose nötig sind, lässt sich derzeit nicht sicher beurteilen. Wissenschaftliche Untersuchungen zu diesen Fragen haben zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt. [10], [11], [12], [13]

2.4. Asthma und andere Lungenerkrankungen

SpaziergangNicht immer lassen die Beschwerden und die Untersuchungsergebnisse eine eindeutige Diagnose zu. Gerade bei kleinen Kindern lässt sich eine Neigung zu häufigen Atemwegsinfektionen nur schwer von einem beginnenden Asthma abgrenzen. Zudem gibt es eine Vielzahl von Erkrankungen, die zwar selten vorkommen, aber asthmaähnliche Beschwerden hervorrufen können. Schließlich können Beschwerden wie Luftnot oder Kurzatmigkeit auch durch andere Organe als die Lunge hervorgerufen werden, beispielsweise durch das Herz. Treten Atembeschwerden erst im mittleren Lebensalter auf, kommen auch andere Lungenerkrankungen in Betracht, zum Beispiel die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem.

An einer chronisch obstruktiven Bronchitis (URL: http://www.gesundheitsinformation.de/index.251.de.html) (COPD, chronic obstructive pulmonary disease) erkranken meist ältere Menschen, oft infolge einer langjährigen Belastung der Atemwege mit Schadstoffen wie Tabakrauch oder Staub. Das Lungenemphysem ist eine dauerhafte Verminderung der Lungenoberfläche. Bei beiden Erkrankungen werden die Lungenbläschen, über die der Sauerstoff von der Atemluft ins Blut gelangt, geschädigt. Die ständige Atemnot von Menschen mit einer fortgeschrittenen COPD oder einem Lungenemphysem ist von ausgeprägten Asthmaformen manchmal schwer zu unterscheiden.

Doch Asthma, chronisch obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem sind keinesfalls dasselbe. Sie haben unterschiedliche Ursachen und Symptome, werden verschieden behandelt und betreffen zumeist Menschen mit unterschiedlichen Veranlagungen und körperlichen Voraussetzungen.

2.5. Asthma-Schweregrade

Asthmabeschwerden können vom leichten, gelegentlichen Hustenreiz bis zur starken Luftnot beim Asthmaanfall in ganz unterschiedlicher Stärke auftreten. Medizinerinnen und Mediziner teilen die unterschiedlichen Ausprägungen der Asthmabeschwerden in sogenannte Schweregrade ein. [1],[4] Diese Schweregrade dienen als Grundlage für erste Entscheidungen über die Art und Dosierung der Asthmamedikamente. Sie werden sowohl anhand des Beschwerdebildes als auch anhand verschiedener Untersuchungsergebnisse festgelegt:

  • Schweregrad I - zeitweise auftretend: Gelegentliche Beschwerden tagsüber und / oder kurzzeitige Beschwerdezunahme von einigen Stunden bis zu einigen Tagen und / oder nächtliche Beschwerden bis zu zweimal im Monat. Bei Kindern und Jugendlichen: zeitweise auftretender Husten / leichte Atemnot mit beschwerdefreien Zeiträumen über zwei Monate.
  • Schweregrad II - geringgradig dauerhaft: Beschwerden tagsüber einmal pro Woche bis einmal am Tag und / oder nächtliche Beschwerden mehr als zweimal im Monat und / oder Beeinträchtigung der körperlichen Aktivität und des Schlafs infolge Beschwerdezunahme. Bei Kindern / Jugendlichen: Intervall zwischen den Beschwerden unter zwei Monate.
  • Schweregrad III - mittelgradig dauerhaft: Tägliche Beschwerden und / oder nächtliche Beschwerden mehr als einmal pro Woche und / oder Beeinträchtigung der körperlichen Aktivität und des Schlafs infolge Beschwerdezunahme und / oder tägliche Bedarfsmedikation erforderlich. Bei Kindern / Jugendlichen: Beschwerden an mehreren Tagen in der Woche und auch nachts.
  • Schweregrad IV - schwergradig dauerhaft: Anhaltende tägliche Beschwerden und / oder häufige Beschwerdezunahme und / oder häufige nächtliche Beschwerden und / oder Einschränkung der körperlichen Aktivität. Bei Kindern / Jugendlichen: anhaltende tägliche Beschwerden, häufig auch nachts.

2.6. Erkrankungsverlauf

Georg, 70 Jahre

„Als Jugendlicher hatte ich eine relativ unbeschwerte Zeit. Ich war zwar ein wenig für Erkältungen anfällig, aber im Großen und Ganzen spielte Asthma in meiner Jugend keine große Rolle. Als ich dann älter wurde, so als junger Erwachsener, wurde es mit dem Asthma wieder etwas schwieriger. Ich hatte relativ oft Infekte.“

Der Verlauf der Erkrankung ist veränderlich und führt nicht automatisch zu einem immer höheren Schweregrad. Im Gegensatz zu anderen chronischen Lungenerkrankungen wie der COPD oder dem Lungenemphysem schränkt Asthma die Lungenfunktion nicht zwangsläufig immer weiter ein. Manche Kinder oder Jugendliche haben später als Erwachsene kaum noch oder gar keine Beschwerden. [14]

Asthma kann in jedem Lebensalter erstmals auftreten. Häufig fällt Asthma aber zuerst im Kindes- oder Jugendalter auf. Menschen mit Asthma haben oft schon zuvor mit allergischen Erkrankungen Probleme (Erkrankungen des sogenannten atopischen Formenkreises): Heuschnupfen, allergische Bindehautentzündung, trockene, reizbare Haut bis hin zur Neurodermitis. Genau so, wie es irgendwann aufgetreten ist, kann Asthma auch wieder verschwinden. Manchmal treten dann andere allergische Beschwerden wieder in den Vordergrund. Bei Erwachsenen bedeutet eine längerfristige Beschwerdefreiheit allerdings noch keine Heilung. Bei Beeinträchtigungen können bestimmte Medikamente und unterstützende nichtmedikamentöse Maßnahmen jedoch helfen, ein nahezu normales Leben zu führen.

3. Asthma- und Selbstmanagement

3.1. Etwas über Asthma lernen

Georg, 70 Jahre

„Ende der 90er Jahre war ich wieder zu einer Rehabilitationsmaßnahme. Das war für mich ein Schlüsselerlebnis. Es gab dort nicht nur eine therapeutische Behandlung, sondern auch sogenannte Patienten-Schulungen. Ich bekam vermittelt, wie ich meine Krankheit und mich selber besser kennen lernen konnte. Ich bekam ein anderes Krankheitsbewusstsein. Für mich wurde dort klar, dass Asthma Teil meines Lebens ist und ich mit der Erkrankung leben muss.“

Wenn Sie gut über Ihre Asthmaerkrankung oder die Ihres Kindes, deren Ursachen und Auslöser sowie über die Wirkungsweisen der Medikamente informiert sind, fällt es Ihnen wahrscheinlich leichter, mit der Krankheit im Alltag umzugehen. Ärztlicher Rat, eine gute Schulung oder die Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe können Ihnen dabei helfen, selbst eine Expertin oder ein Experte im Umgang mit Ihrem Asthma zu werden.

Frau Meier, Mutter von Lennard (9 Jahre)

„Wir versuchen jetzt seit etwa zwei Jahren, dass er mehr Verantwortung für sich und seine Krankheit übernimmt. Er soll lernen, daran selber zu denken und ein Bewusstsein zu entwickeln.“

Asthmaschulungen werden unter anderem von Lungenfachärztinnen und -ärzten sowie von Rehakliniken angeboten. Eine Asthmaschulung sollte vermitteln,

  • wie Asthma entsteht und wie es behandelt werden kann,
  • woran man frühe Symptome eines Asthmaanfalls erkennt,
  • wie sich Auslöser vermeiden lassen und
  • wie sich Erkrankte und Angehörige im Notfall verhalten sollen.

Frau und Mann im GesprächAsthma-Selbsthilfegruppen sind selbst organisierte Zusammenschlüsse von Menschen, die Asthma haben oder deren Angehörige an Asthma erkrankt sind. Sie bieten die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Dies kann bei der Bewältigung des Lebens mit Asthma hilfreich sein und zur Aufklärung über die Erkrankung beitragen. Dabei ist die Qualität der in Selbsthilfegruppen oder übergeordneten Selbsthilfeorganisationen vermittelten Informationen nicht immer gleich.

Georg, 70 Jahre

„Für die Bewältigung meiner Erkrankung habe ich sehr viel Kraft aus der Selbsthilfe geschöpft. Der gegenseitige Austausch mit anderen Betroffenen war besonders wichtig für mich.“

3.2. Asthma selbst managen

Helena, 31 Jahre

„Nach der Diagnose habe ich versucht, mein Leben dementsprechend einzurichten. Das Leben war ja am Anfang von der Krankheit bestimmt. Asthma war der Mittelpunkt meines Lebens. ... Jetzt bin ich froh, dass ich sie als einen Teil von mir akzeptiert habe.“

Eine chronische Krankheit kann starke Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Menschen und ihrer Angehörigen haben, vor allem wenn sie schwer erkrankt sind. Es ist nicht leicht, sich darauf einzustellen, mit einer dauerhaften Erkrankung leben zu müssen. Wer Asthma hat, möchte deshalb aber nicht als krank oder schwach angesehen werden. [2], [15], [16], [17]

Viele Menschen möchten eine langfristige Anwendung von Medikamenten vermeiden, weil sie unerwünschte Wirkungen haben können. [16],[18], [19], [20] Medikamente sind jedoch oft unverzichtbar, um die Erkrankung gut unter Kontrolle zu behalten und Asthmaanfällen vorzubeugen. Ausreichende ausführliche Informationen und ein gutes Selbst- und Krankheitsmanagement können dazu beitragen, Sie im Umgang mit Ihrer Erkrankung zu stärken und Sie unabhängiger zu machen. [10]

Frau Meier, Mutter von Lennard (9 Jahre)

„Lennard ist nicht öfter krank als seine Klassenkameraden. Die Medikamente scheinen so entzündungshemmend zu sein, dass er eher weniger krank ist als seine Freunde. Er macht auch Sport, das ist alles kein Problem.“

Asthmaanfälle können Angst machen. Eltern von asthmakranken Kindern empfinden besonders nächtliche Asthmaanfälle als bedrohlich. [8], [9] Wenn aber jeder in der Familie gelernt hat, was in Notfällen zu tun ist, kann dies das Kind und auch die Eltern beruhigen und in die Lage versetzen, sich richtig zu verhalten. Ein gutes Krankheitsmanagement kann also einen großen Unterschied bedeuten, zum Beispiel hat sich gezeigt, dass es dazu beiträgt, die Häufigkeit von Klinikeinweisungen aufgrund von Notfällen zu reduzieren. [10]

Neben den Notwendigkeiten im Umgang mit der Erkrankung können auch die Kosten der Asthmabehandlung zu einer Belastung werden. [18] Krankheitsmanagement heißt in diesem Fall, zu wissen, wie man die Angebote der Gesundheitsversorgung am besten nutzt, an wen man sich wenden kann, wo man die geeignete Unterstützung, Beratung und die bestmögliche Behandlung bekommt.

3.3. Disease Management Programme

Mutter mit KindSeit dem Jahre 2006 wird in Deutschland Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern über fünf Jahre mit Asthma von den gesetzlichen Krankenkassen die Teilnahme am "Disease-Management-Programm" (DMP, strukturiertes Behandlungsprogramm) Asthma angeboten. Ein Disease-Management-Programm ist ein umfassendes Behandlungsangebot für Menschen mit einer bestimmten chronischen Krankheit. Ärztinnen und Ärzte, die an einem solchen Programm teilnehmen, müssen bestimmte Qualitätsanforderungen einhalten. Sie können von Ihrer Krankenkasse erfahren, ob diese ein DMP für Asthma anbietet.

Ziel des Asthma-Programms ist es, die Anzahl der Situationen mit Atemnot zu verringern, das Fortschreiten des Asthmas aufzuhalten und die Lebensqualität der Teilnehmenden zu verbessern. Zu einem Programm gehören Hintergrundinformation und Schulungen sowie regelmäßige Gespräche und Untersuchungen. Darüber hinaus soll das Programm die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ärztinnen, Ärzten und Institutionen verbessern, die eine Patientin oder einen Patienten betreuen. Das betrifft die haus- und fachärztliche Versorgung sowie die Kliniken. Auf diese Weise sollen auch unnötige Doppeluntersuchungen vermieden werden. Menschen, die an einem DMP teilnehmen, verpflichten sich aber auch selbst zur aktiven Mitarbeit an ihrer Behandlung - zum Beispiel dazu, regelmäßig (alle drei oder sechs Monate) ihre Ärztin oder ihren Arzt aufzusuchen.

4. Möglichkeiten der Behandlung

Daniel, 34 Jahre

„Etwa mit 19 Jahren bin ich auf einen Lungenfacharzt gestoßen, bei dem ich mich sehr aufgehoben gefühlt habe. Er hat mich das erste Mal über Asthma aufgeklärt und mich medikamentös richtig eingestellt.“

Chronisches Asthma gut zu kontrollieren und zu "managen" heißt, Beschwerden sowohl zu behandeln als auch ihnen vorzubeugen. Die Vorbeugung (Prävention) beruht zum einen auf Medikamenten, zum anderen darauf, sicher festgestellte Auslöser von Beschwerden zu vermeiden. Die Behandlung mit Medikamenten erfolgt in Zusammenarbeit mit der Ärztin oder dem Arzt. Dabei ist es sehr wichtig, dass ihre Anwendung und Dosierung individuell an den jeweiligen Krankheitsgrad angepasst werden.

DanielErstes Ziel der Behandlung von Asthma ist es, die Häufigkeit und Stärke der Beschwerden so gering wie möglich zu halten. Gelingt dies, sprechen Medizinerinnen und Mediziner vom "gut kontrollierten" Asthma. Darüber hinaus soll eine Asthma-Behandlung ermöglichen, dass Menschen mit Asthma körperlich und sozial möglichst uneingeschränkt und aktiv ihren Alltag gestalten können. Nicht zuletzt ist wichtig, dass die Therapie möglichst wenig unerwünschte Wirkungen mit sich bringt.

Frau Meier, Mutter von Lennard (9 Jahre)

„Wichtig ist, dass man einen Arzt hat, zu dem man Vertrauen hat. Bei uns ist das ideal. Der Kinderarzt hat sich zusätzlich auf Lungenerkrankungen spezialisiert. Und dann ist es auch noch wichtig, Ruhe zu bewahren, sich in aller Ruhe zu informieren. Bei uns war das ein wenig hektisch, aber das Kind fällt ja von heut auf morgen nicht einfach um. Aber das hängt natürlich von der Schwere der Erkrankung ab. Bei uns ist das ja sehr unkompliziert.“

4.1. Medikamentöse Behandlung

Georg, 70 Jahre

„Ich bin ein sehr aktiver Mensch. Dank der Medikamente erlebe ich durch die Erkrankung keine Einschränkung meiner Lebensqualität. Heut gibt es wirklich hervorragende Medikamente und ich kann aktiv selber etwas für mich tun.“

Dauer- und Bedarfsmedikation

In der Behandlung des Asthmas werden zwei Hauptgruppen von Medikamenten eingesetzt, Dauer- und Bedarfstherapeutika, die die Medizin als "Controller" und "Reliever" bezeichnet. Controller sind Medikamente, die ihre Wirkung nicht sofort nach der Anwendung, sondern langsam entfalten. Sie "kontrollieren" das Asthma. Im Englischen heißen diese auch "Preventer" ("Vorbeuger"). Dies drückt zugleich aus, dass sie helfen sollen, Asthmaanfälle zu vermeiden. Diese dauerhaft einzunehmenden Medikamente unterdrücken unter anderem die ständige Entzündungsbereitschaft der Atemwege und wirken damit langfristig gegen das Hauptproblem der Asthmaerkrankung. [1] Dauermedikamente werden unabhängig von den jeweiligen Beschwerden täglich angewendet und "kontrollieren" das Asthma.

Georg, 70 Jahre

„Ich nehme regelmäßig täglich Medikamente. Es gab Zeiten, da habe ich das mit der regelmäßigen Medikamentenanwendung nicht so genau genommen – und hatte dann wieder asthmatische Beschwerden. Ohne die täglichen Medikamente geht es nicht.“

Kortikoide oder Glukokortikoide, die häufig auch als "Kortison" bezeichnet werden, sind wesentliche Dauermedikamente. Daneben werden langwirksame Substanzen aus der Gruppe der sogenannten Beta-2-Mimetika angewendet. Diese Mittel erweitern die Atemwege. Langwirksame Beta-2-Mimetika müssen stets mit Kortison kombiniert werden, weil sie sonst schädlich sein können. Es gibt Hinweise, dass eine alleinige Dauertherapie mit langwirksamen Beta-2-Mimetika zu lebensbedrohlichen Asthmaanfällen führen kann. [21] In bestimmten Fällen können zur dauerhaften Behandlung von Asthma auch "Leukotrienantagonisten" eingesetzt werden, meist zusätzlich zu Kortison. Diese sollen die Wirkung der "Leukotriene" blockieren. Leukotriene sind Botenstoffe, die eine Schlüsselrolle bei der Entzündungsreaktion der Atemwege spielen.

Im Gegensatz zu den Dauermedikamenten lindern die Bedarfsmedikamente ("Reliever") akute Asthmabeschwerden. Ihre Wirkung tritt schnell ein und hält je nach Wirkstoff unterschiedlich lange an. [1] Es sind vor allem Medikamente, die eine Entspannung der verkrampften Atemwegsmuskulatur bewirken und so die Bronchien erweitern. Häufig eingesetzte rasch wirksame Medikamente enthalten Beta-2-Mimetika wie zum Beispiel den Wirkstoff Salbutamol. Sie werden angewendet, wenn Asthmabeschwerden auftreten oder erwartet werden (zum Beispiel, wenn eine körperliche Anstrengung bevorsteht), und schaffen schnelle Erleichterung. Reliever werden also, im Gegensatz zu den Controllern, nicht dauerhaft angewendet, sondern nur bei Bedarf. Daher nennt man sie auch "Bedarfsmedikation". Solche Notfallmedikamente helfen rasch gegen die akute Verengung der Atemwege, jedoch nicht gegen die zu Grunde liegende Entzündung.

Üblicherweise wenden Menschen mit chronischem Asthma vorbeugende Medikamente (Controller) also regelmäßig jeden Tag an, schnell wirksame (Reliever) hingegen nur bei Bedarf. Dauer- und Bedarfsmedikamente werden dabei individuell unterschiedlich und abhängig vom jeweiligen Schweregrad der Erkrankung eingesetzt. Die Behandlung richtet sich immer nach der Stärke der Beschwerden. [22] Dabei reicht das Spektrum von zeitweise auftretendem Asthma, bei dem keine regelmäßigen Medikamente nötig sind, bis zu medizinischen Verfahren, die bei schwerem anhaltendem Asthma angewendet werden.

Möglicherweise erwähnt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Medikamentenbehandlung nach dem sogenannten Stufenschema, das die unterschiedliche Intensität der Asthma-Behandlung in vier ansteigenden Stufen beschreibt. [4] Mehr darüber können Sie bei Ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten oder in einer Schulung erfahren.

Lena, 59 Jahre

„Einmal im Jahr gehe ich zu meiner Lungenfachärztin zur Kontrolle und bespreche mit ihr, wie es mir geht. Wenn es mir nicht gut gehen würde oder ich merken würde, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist, dann würde ich sofort zu ihr gehen.“

Viele Menschen mit Asthma bevorzugen Medikamente, deren Wirkung sofort spürbar wird. Sie nehmen hauptsächlich dann Medikamente ein, wenn die Beschwerden bereits da sind. Dabei besteht die Gefahr, die vorbeugenden Medikamente, die auf längere Sicht dafür sorgen, dass Asthmaanfälle seltener und weniger heftig auftreten (Controller), zu vernachlässigen. Eine dauerhafte Behandlung kann aber nur dann wirken, wenn sie regelmäßig angewandt wird.

Frau Meier, Mutter von Lennard (9 Jahre)

„Seine Medikamente nimmt er schon, aber nicht immer regelmäßig. Da müssen wir ein wenig hinterher sein. Besonders, wenn es ihm gut geht. Dann fehlt ihm ein wenig der Zusammenhang. Er versteht es noch nicht, warum er die Medikamente auch nehmen soll, wenn es ihm gut geht.“

Darreichungsformen und unerwünschte Wirkungen

Mögliche Darreichungsformen sind Sprays, Pulverinhalationen, Tabletten und falls nötig Injektionen. Auf jeder Stufe der Asthmatherapie werden bestimmte Kombinationen von Medikamenten benutzt. Manche Präparate werden mit einer festen Dosierungsvorschrift verordnet, andere können und sollen von Patientinnen und Patienten in der Dosis an den Bedarf angepasst werden.

Damit die Wirkstoffe auch bis in die kleineren Bronchien gelangen können, ist es wichtig, das richtige "Einatmen" des Medikaments zu erlernen. Vor allem Kindern fällt das manchmal schwer. Deshalb gibt es eine Reihe von Inhalationssystemen, die die Aufnahme des Medikaments in die Atemwege erleichtern sollen. Über die Vor- und Nachteile der einzelnen Geräte, ihre Handhabung und Reinigung können Sie sich bei Ihren Ärztinnen und Ärzten oder in einer Schulung informieren.

Bei schweren Asthmaanfällen ist es wegen der Verengung der Atemwege und der vermehrten Schleimbildung schwierig, inhalierbare Medikamente einzusetzen. In Notfallsituationen können Medikamente auch direkt über Spritzen oder Infusionen gegeben werden. Ziel der regelmäßigen, kontrollierten Behandlung ist es unter anderem, solche Notfallsituationen zu verhindern.

Jeder wirksame Medikamenten-Wirkstoff kann auch unerwünschte Wirkungen haben. Werden Asthma-Medikamente inhaliert, verursachen sie in der Regel weniger Nebenwirkungen als bei der Einnahme in Tablettenform. Bei sehr leichtem Asthma können die unerwünschten Wirkungen einiger Medikamente größer sein als der mögliche Nutzen. Die Vor- und Nachteile einer Behandlung können Sie zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abwägen. Mittelschweres oder schweres Asthma muss medikamentös behandelt werden, um dauerhafte Beschwerden und Beeinträchtigungen der körperlichen Leistungsfähigkeit zu vermeiden.

Viele Menschen befürchten insbesondere bei der Anwendung von Kortikoiden langfristige Nebenwirkungen. In den meisten Fällen können Kortikoide jedoch als Spray oder Pulverinhalat angewendet werden. Bei sachgemäßer Auswahl und Anwendung des Medikaments muss eine Dauerbehandlung keine negativen Effekte nach sich ziehen. [23], [24], [25], [26], [27], [28] Für die Therapie mit Kortikoiden spricht vor allem, dass sie die Häufigkeit von schwerwiegenden oder gar lebensbedrohlichen Asthmaanfällen deutlich verringern kann. [1] Bei schwerem Asthma stellen Asthmaanfälle ein viel größeres Risiko dar als mögliche langfristige Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie.

Daniel, 34 Jahre

„Ich habe mich immer dagegen gewehrt, Kortison zu nehmen. Ich habe immer gedacht, dass es aufgrund der Nebenwirkungen gefährlich ist. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es mir besser geht, wenn ich es nehme.“

Mehr über unerwünschte Wirkungen der medikamentösen Asthmabehandlung können Sie hier (URL: http://www.gesundheitsinformation.de/index.254.de.html) lesen.

4.2. Komplementäre medizinische Maßnahmen

Alternative oder komplementäre Behandlungsmethoden werden von vielen Menschen mit Asthma angewendet. [29], [30] Komplementärmedizin (von lat. complementum = Ergänzung) oder "Alternativ-Medizin" versteht sich als Ergänzung der konventionellen Medizin und ärztlichen Versorgung. Das alternativmedizinische Spektrum umfasst traditionelle Verfahren aus dem Bereich der Volksmedizin und anderen Kulturen bis hin zu neu entwickelten Therapieansätzen. Es gibt bisher nur zu wenigen Verfahren der komplementären Medizin Studien, die eine verlässliche Aussage über ihre Wirkungen und unerwünschten Wirkungen bei Asthma zulassen. Über neue Forschungsergebnisse zu diesem Thema werden wir Sie weiterhin aktuell informieren.

Komplementärmedizinische Methoden sind bei Asthma nicht alle gut untersucht. Häufig ausprobierte Methoden sind zum Beispiel [29]:

  • Atemtechniken
  • Homöopathie
  • Pflanzliche Arzneimittel
  • Entspannungsverfahren
  • Yoga, Yoga-Atemübungen
  • Massage
  • TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), zum Beispiel Akupunktur
  • Diäten, Nahrungsergänzungsmittel
  • Mentales Training, Hypnose

MassageEs gibt Hinweise, dass Massage, Yoga und bestimmte Atemübungen für Menschen mit Asthma hilfreich sein könnten. Die vorhandenen wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema sind nicht sehr aussagefähig und zeigen zum Teil widersprüchliche Ergebnisse, deshalb sind mehr qualitativ hochwertige Untersuchungen nötig. [30]

Bei pflanzlichen Mitteln treten manchmal Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf. [31] Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt deshalb darüber, wenn Sie pflanzliche oder andere komplementäre Arzneimittel einnehmen.

In der Homöopathie kommen pflanzliche, tierische oder mineralische Substanzen stark verdünnt ("potenziert") zum Einsatz. Nach dem Grundsatz "Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt" werden Erkrankungen mit Wirkstoffen behandelt, die unverdünnt selbst ähnliche Symptome hervorrufen wie die zu behandelnde Krankheit. Wissenschaftler der Cochrane Collaboration haben insgesamt sechs Studien mit 556 Teilnehmenden zu homöopathischen Behandlungsverfahren bei Asthma analysiert. Da die Studien sehr verschieden angelegt und von unterschiedlicher Qualität waren, konnten die Forscher keine ausreichenden Nachweise für die Wirkung homöopathischer Methoden bei Asthma finden.[32]

Akupunktur ist eine alte Behandlungsform der traditionellen chinesischen Medizin. Durch Nadeln an bestimmten Punkten des Körpers sollen Energieströme beeinflusst und Unausgewogenheiten "harmonisiert" werden. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit von elf Studien mit insgesamt 324 Teilnehmenden konnte anhand der vorhandenen Daten keine Belege für eine Wirkung von Akupunktur bei Asthma finden.[33]

Ohne Wirkungsnachweis aufgrund unzureichender Daten aus Studien bleiben bisher folgende komplementärmedizinischen Vorgehensweisen:

  • Höhlentherapie: wiederholter mehrstündiger Aufenthalt in Höhlen oder Stollen, die aufgrund verschiedener Kriterien wie zum Beispiel Luftreinheit, Mineralgehalt, Strahlung, Luftdruckverhältnissen oder klimatischen Bedingungen für geeignet gehalten werden, Asthma positiv zu beeinflussen.[34]
  • Alexandertechnik: eine bewusstere Körperwahrnehmung und die Veränderung für ungünstig gehaltener Bewegungsgewohnheiten und Haltungsmuster soll die Atmung verbessern. [35]
  • Manuelle Therapie durch Physiotherapie oder Chiropraktik: Mit speziellen Handgrifftechniken sollen Blockierungen im Bereich des Brustkorbs gelöst und so die Atmung erleichtert werden. [36]

4.3. Atemtraining

Für Menschen mit Asthma wird eine Vielzahl unterschiedlicher Atemübungen und -techniken angeboten. Sie sollen zum einen entspannend und beruhigend wirken, zum anderen im Notfall eine ruhige, kontrollierte Atmung unterstützen.

Entspannungs- und Atemübungen, zum Beispiel aus dem Yoga, können möglicherweise hilfreich sein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Cochrane Collaboration konnten jedoch keine ausreichend großen Studien finden, in denen ein genereller Nutzen bei Asthma belegt werden konnte. [37] Mehr dazu können Sie hier (URL: http://www.gesundheitsinformation.de/sl.29.94.de.html) lesen.

RuheZu den atemerleichternden Übungen für den Notfall gehören bestimmte Techniken, deren Anwendung das ruhige und kontrollierte Atmen im (beginnenden) Asthmaanfall ermöglichen soll. Bedingt durch Unruhe und Angst kann es in solchen Situationen zu uneffektivem "Hecheln" oder Hyperventilieren kommen.

Selbst beim stärkeren Asthmaanfall gelingt den meisten Betroffenen das Einatmen noch relativ gut. Mühsam dagegen ist das Ausatmen. In Asthmaschulungen können die "Lippenbremse", die "Torwarthaltung" und der "Kutschersitz" gelernt werden, durch die die Atmungsorgane entlastet und die Ausatmung unterstützt werden sollen.

5. Leben mit Asthma

Daniel, 34 Jahre

„Ich versuche das Leben zu genießen, so wie es am besten geht. Ich liebe die Natur und die Tiere. Wenn es mir mal nicht so gut geht, dann suche ich einen Ort auf, wo ich mich entspannen kann.

Nach meiner Meinung kann man heute mit Asthma und den Beschwerden ganz gut leben.“

Asthmabeschwerden zu bekommen und die Diagnose "Asthma" zu erhalten, ist für die meisten Menschen zunächst beunruhigend und schwierig. Doch die Erkrankung zu bewältigen wird leichter, wenn man beginnt, die Behandlung selbst aktiv zu gestalten und das Asthma in den alltäglichen Abläufen zu berücksichtigen. [3] [10] [38] Die meisten Menschen mit Asthma beschäftigt vor allem, wie sie Asthmaanfällen am besten vorbeugen und wie sie ihr Leben so normal wie möglich gestalten können. Mit der Unterstützung ihrer Familie, von Ärztinnen und Ärzten, durch Informationen und Asthmaschulungen, und auch indem sie ausprobieren, was ihnen gut tut und was nicht, finden die meisten einen Weg, um mit ihrer Erkrankung so gut wie möglich zu leben. Sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen und ihre Erfahrungen mit anderen Betroffenen auszutauschen, ist dabei für manche Menschen hilfreich.

Mutter und TocherGenauso wie sie die für sie persönlich am besten geeignete medikamentöse Behandlung erhalten möchten, suchen die meisten Menschen mit Asthma nach Möglichkeiten, ihr Leben so zu gestalten, dass ihre Erkrankung sie so wenig wie möglich belastet. Dabei ist ihnen auch wichtig, ihren Medikamentenverbrauch zu begrenzen und unerwünschte Wirkungen zu vermeiden. [19] [20] [38] Die Voraussetzung für ein gutes medikamentöses "Selbstmanagement" ist eine enge Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten.

Georg, 70 Jahre

„Heute sehe ich mich als Manager meiner Krankheit. Ich brauche zwar den Arzt, der mir die Medikamente verschreibt, aber die Dosierung passe ich oft selber an.“

Was sie tun können, um mögliche Asthma-Auslöser zu vermeiden, gehört dabei zu den wichtigsten Fragen. Unumstritten ist: Mit dem Rauchen aufzuhören ist ein wesentlicher Schritt, den man tun kann, um das eigene Asthma zu lindern - oder das Asthma der Menschen, mit denen man lebt oder arbeitet.

5.1. Raucherentwöhnung

Lena, 59 Jahre

„Früher habe ich auch geraucht. Ich glaube, deswegen bin ich jetzt besonders empfindlich. Wenn wir essen gehen, dann haben wir es uns angewöhnt, sehr zeitig in das Restaurant zu gehen. Dann sind nicht viele Leute da und es raucht vielleicht keiner. Ansonsten fange ich irgendwann an zu husten. Ich würde mich freuen, wenn in den Gaststätten nicht mehr geraucht werden darf.“

PassivraucherDas Rauchen von Tabak, egal in welcher Form, kann eine Vielzahl von Erkrankungen auslösen oder verstärken. [39] Doch gerade Menschen mit Asthma, deren Atemwege besonders empfindlich sind, profitieren davon, das Rauchen aufzugeben beziehungsweise gar nicht erst damit anzufangen. Beim Rauchen gelangen neben Nikotin und Teer mit jedem Zug viele weitere chemische, zum Teil giftige Substanzen wie Schwermetalle und Pestizide direkt in die Atemwege. So wie andere Auslöser können auch die Inhaltsstoffe des Zigarettenrauches die Entzündung der Bronchialschleimhaut verstärken und zu einer weiteren Verengung der Atemwege führen. Außerdem kann über lange Zeit immer wieder inhalierter Tabakrauch eine chronische Bronchitis auslösen. Das gilt nicht nur für Menschen, die selbst rauchen, sondern auch für Passivraucher. Oft sind es Kinder, die Tabakrauch in ihrer häuslichen Umgebung ungeschützt ausgesetzt sind. Eltern zu haben, die rauchen, ist für Kinder einer der Haupt-Risikofaktoren für Asthma. [14], [6] Über die Forschung zum Einfluss von Familie und Freunden auf das Rauchverhalten von Jugendlichen können Sie hier (URL: http://www.gesundheitsinformation.de/index.318.de.html) mehr lesen.

Jugendliche mit Asthma, die anfangen zu rauchen, können damit ihre Beschwerden verstärken. Aber es gibt Hinweise dafür, dass sie Gesundheitsrisiken durch Rauchen gleich häufig oder sogar noch öfter in Kauf nehmen als andere Teenager. [40]

Georg, 70 Jahre

„Früher habe ich auch geraucht – so ab dem Alter von 18 Jahren etwa sechs Jahre lang. Ich habe damit aufgehört, als ich wegen eines Atemnotanfalls ins Krankenhaus musste. Dann war mir klar, dass ich damit aufhören muss.“

Raucherinnen und Raucher wissen, wie schwer es ist, den Nikotinkonsum aufzugeben. Es gibt verschiedene Therapien, die die Rauchentwöhnung etwas erleichtern können. Hilfreiche Informationen zum Thema finden Sie auch hier (URL: http://www.gesundheitsinformation.de/merkblatt-nikotinersatztherapie-zur-raucherentwoehnung.222.de.html) .

5.2. Körperliches Training

Georg, 70 Jahre

„Bei einer Kur 1982 wurde dann einiges völlig anders. Es gab ein Umdenken: Es hieß nun, dass ich Sport treiben könnte und mich nicht wegen meines Asthmas schonen muss. Ein Jahr später habe ich mich entschlossen, mich der Lauftreff-Bewegung anzuschließen. Weitere zwei Jahre später bin ich meinen ersten Marathon gelaufen.“

Weil körperliche Anstrengung bei vielen Menschen zu den Asthma-Auslösern gehört, denken viele Betroffene, sie müssten deshalb auf sportliche Aktivitäten verzichten. [41] Medizinerinnen und Mediziner sprechen manchmal vom Belastungsasthma, wenn Anfälle durch körperliche Anstrengung ausgelöst werden. Gerade bei Kindern können Husten oder erschwerte Atmung nach dem Herumtoben erste Zeichen für eine beginnende Asthmaerkrankung sein. Wie auch bei anderen Asthma-Auslösern ist es jedoch das Ziel der Therapie, solchen Beschwerden vorzubeugen.

SportSport und körperliche Aktivität sind für die meisten Menschen mit Asthma wichtig. Untersuchungen mit sportlich aktiven Betroffenen zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge beiträgt. Sie verbessert die Sauerstoffaufnahme wie auch die Menge der Luft, die ausgeatmet wird. Insgesamt konnten bisher allerdings weder positive noch negative Wirkungen von Sport bei Asthma sicher nachgewiesen werden. [42],[43]

Lena, 59 Jahre

„Es hat schon was bewirkt, dass ich mich so viel bewege. Meine Ausdauer ist ganz gut und die Ärzte sagen, dass ich erstaunlich viel Luft habe.“

Wahrscheinlich lösen einige körperliche Aktivitäten, zum Beispiel das Schwimmen, seltener Belastungsasthma aus als andere. [44] Bevor jedoch Aussagen über mehr oder weniger "asthmafreundliche" Sportarten gemacht werden können, sind mehr wissenschaftliche Nachweise zur Wirkung bestimmter Aktivitäten nötig. Wichtig ist, Sportarten zu wählen, die Spaß machen und sich regelmäßig ausüben lassen.

Regelmäßig Sport zu treiben hilft zudem auch, das Körpergewicht im Griff zu halten. Starkes Übergewicht macht unbeweglich und führt auch bei Menschen ohne Asthma leicht zu Kurzatmigkeit.

Sportliche Aktivitäten oder eine aktivere Gestaltung des Alltags sind sicher nicht jedermanns Sache. Vielen fehlt die Zeit, andere meinen, sie seien allgemein zu unsportlich, und manche schaffen es einfach nicht, sich "aufzuraffen". Wenn Sie Hilfe und Unterstützung brauchen, um sich mehr zu bewegen, können Sie sich außer an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zum Beispiel an einen örtlichen Sportverein wenden. Mittlerweile besteht in vielen Städten auch die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Betroffenen in einer Lungensportgruppe aktiv zu werden und sich gründlich über mögliche sportliche Aktivitäten zu informieren.

5.3. Angst und Verunsicherung

Helena, 31 Jahre

„Jetzt habe ich eine positivere Lebenseinstellung. Als ich meine erste Lungenentzündung hatte, da war ich lange deprimiert und traurig und habe mit mir selber gehadert: Da hatte ich fast schon meinen Mut verloren. Jetzt sage ich mir, dass mir der Körper zeigt, wann er wieder eine Auszeit braucht, und die nehme ich mir. Das ist in Ordnung.“

Kleines MädchenBeim Asthma spielt, wie bei allen anderen chronischen Erkrankungen auch, die seelische Verfassung eine wichtige Rolle. Das Atmen ist eine der wesentlichen lebenserhaltenden Funktionen des Körpers. Deshalb ist Atemnot ein lebensbedrohliches Gefühl - sowohl für den Menschen mit einem Asthmaanfall als auch zum Beispiel für Eltern, die mit ansehen müssen, wie ihr Kind um Atem ringt. Die Angst vor der Atemnot und manchmal auch Enttäuschung über fehlgeschlagene Behandlungsversuche können Verunsicherung und Niedergeschlagenheit auslösen.

Bei vielen Menschen mit Asthma können seelische Belastungen auch Asthma-Anfälle auslösen: Gerade in anstrengenden Situationen, in denen sie sich unter Druck oder im Stress fühlen, ängstlich oder aufgeregt sind, atmen sie schneller, müssen husten oder bekommen Atembeschwerden. Verunsicherung, Angst und Niedergeschlagenheit können zu einer weiteren Verschlechterung des Asthmas und in einen Teufelskreis führen. Diesen gilt es zu durchbrechen, denn eine schlechte seelische Verfassung macht es schwieriger, selbstbestimmt mit der Erkrankung umzugehen. [2] Allerdings gibt es keine eindeutigen Belege dafür, dass psychologische Interventionen Asthmabeschwerden verbessern. [45], [46]

5.4. Familie und Freundeskreis

Daniel, 34 Jahre

„Ich glaube, dass meine Familie und mein Freundeskreis mehr Angst hat als ich selber.“

FamilieDie Unterstützung von Familie und Freundeskreis kann für Menschen mit Asthma eine große Hilfe bedeuten. [15] Es ist deshalb wichtig, dass auch Angehörige wissen, wie sie mit einem Notfall umgehen. Ängste und Sorgen können abnehmen und der Alltag kann sich normalisieren, wenn alle Beteiligten lernen, wie sie mit der Erkrankung am besten umgehen. [3]

Generell ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen über chronische Erkrankungen wie Asthma informiert sind. Denn gut informierte Mitmenschen können eine wichtige Unterstützung für Kinder wie für Erwachsene mit Asthma sein. Das gilt besonders für den Notfall, wenn es darauf ankommt, Hilfe zu leisten.

Frau Meier, Mutter von Lennard (9 Jahre)

„Wir haben da so ein Notfallpaket an Medikamenten. Das ist alles mit dem Arzt abgesprochen. Meistens ist es dann nach ein paar Tagen wieder in Ordnung. Bisher war es noch nicht so schlimm, dass wir zusätzliche Hilfe oder den Notarzt gebraucht haben.“

Asthma, vor allem bei Kindern, kann das familiäre Miteinander stark belasten. Vor dem Beginn einer Behandlung sind Atemnotanfälle für die Eltern erkrankter Kinder immer neuer Grund zur Sorge. Kleine Kinder können oft noch nicht verstehen, warum sie regelmäßig Medikamente nehmen müssen. Dies erschwert es auch den Eltern, die medikamentöse Dauerbehandlung ihrer Kinder durchzuhalten. Mit einer chronischen Erkrankung verantwortlich umzugehen, fordert den Kindern einiges ab und kann ihnen die Unbeschwertheit nehmen.

Manchmal lernen Kinder und Jugendliche aber auch, Husten und Atemnot zur Durchsetzung ihrer Wünsche einzusetzen. Wenn sich eine solche Konstellation aufschaukelt, kann sie den Familienfrieden gefährden. Eine gute Asthma-Schulung für Kinder bezieht daher diese Aspekte mit ein.

5.5. Asthma-Auslöser in der häuslichen Umgebung

Herr Meier, Vater von Lennard (9 Jahre)

„Wir haben uns zuerst viele Gedanken gemacht. Es gibt da ja sehr viele Empfehlungen, wie beispielsweise keinen Teppichboden, keine Haustiere, kein Federbett, Ledercouch. Wir haben uns viel informiert und uns Gedanken gemacht, wahrscheinlich mehr als wir hätten machen müssen.“

Neben Zigarettenrauch gibt es eine Reihe von Stoffen und Reizen, die für viele Menschen mit Asthma problematisch sind. Wer zum Beispiel gegen Pollen oder Tiere allergisch ist, kann durch diese Auslöser oft auch Asthmabeschwerden bekommen. Bei anderen Menschen können Asthma-Verschlechterungen durch physikalische Reize wie kalte Luft oder auch von Medikamenten wie ASS (Acetylsalicylsäure) ausgelöst werden. [47] Haushaltschemikalien oder Kosmetika können ebenfalls Asthmabeschwerden auslösen.

Asthma ist eine komplexe Erkrankung, und es ist nicht sicher, dass der Versuch, Auslöser zu vermeiden, die oft große Mühe lohnt. [7] Bestimmte Veränderungen in der Wohnungseinrichtung zum Beispiel können manchen Menschen mit Asthma vielleicht helfen, aber es ist nicht gesagt, dass dies für die meisten anderen Betroffenen auch gilt. [7]

Tiere

Junge mit HundKatzen, Hunde oder Meerschweinchen, insbesondere die Hautschuppen behaarter Haustiere, sind als häufige Allergie-Auslöser bekannt. Der Auslöser ist dabei ein Protein, das unter anderem in der Haut, in den Talgdrüsen der Haut, im Speichel und im Urin zu finden ist. Das Protein gelangt mit dem Talg und der Fellpflege der Tiere auf ihre Haare. Über Hautschuppen verteilen sie sich in der Luft und im Hausstaub. Um dies zu vermeiden, wird üblicherweise empfohlen, die Lebensbereiche von Mensch und Tier im Haus zu trennen, das Haustier häufig abzuduschen oder zu baden oder, falls nötig, abzugeben. Wissenschaftliche Studien, ob dies allein Asthmabeschwerden verhindern kann, liegen bisher nicht vor. Ein Nutzen von Geräten zur Luftfilterung konnte nicht nachgewiesen werden. [48]

Herr Meier, Vater von Lennard (9 Jahre)

„Am Anfang haben wir sehr oft Staub gesaugt, aber das hat sich mit der Zeit wieder normalisiert. Lennard reagiert ja vorwiegend auf Tierhaare allergisch. Das müssen wir vermeiden.“

Hausstaubmilben

Die winzigen Hausstaubmilben sind überall dort zu finden, wo Menschen leben, arbeiten oder zur Schule gehen, denn sie ernähren sich von Hautschuppen. Kot und abgestorbene Teile der Milben finden sich vor allem in und auf Matratzen, Bettdecken und Kopfkissen, Teppichen, Gardinen und Kuscheltieren. Die Milben-Allergene gelangen leicht in die Atemwege und stellen wahrscheinlich die häufigsten Auslöser für allergisches Asthma dar. Hausstaubmilben gibt es in jeder Wohnung und an jedem Arbeitsplatz. Sie sind kein Zeichen für unhygienische Zustände.

Ob physikalische und chemische Maßnahmen zur Reduktion der Milbenbelastung (zum Beispiel durch milbenundurchlässige Matratzenüberzüge und Milbensprays) Asthmabeschwerden vermindern, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. [7], [49] Wissenschaftlich umstritten ist auch der Nutzen der üblicherweise empfohlenen Methoden, zum Beispiel:

  • unnötige "Staub- und Milbenfänger" wie Teppiche, Kissen, Überdecken und dicke Vorhänge aus dem Schlafzimmer entfernen,
  • den Raum kühl und trocken halten,
  • die Bettwäsche häufig wechseln und bei mindestens 60° C waschen,
  • Wohn- und Schlafräume regelmäßig lüften, häufig staubsaugen.

Es ist unmöglich, Hausstaubmilben komplett zu beseitigen beziehungsweise mit solchen Methoden zu vermeiden. Wahrscheinlich ist dies einer der Gründe, warum sie so wenig vorbeugende Wirkung haben. [7], [49] Die Erklärung dafür ist aber möglicherweise komplizierter [7], und die Forschung sucht noch nach Antworten.

Federn im Bettzeug

Kleinkind im BettEine andere gängige Empfehlung für Menschen mit Asthma und Allergien lautet, Daunen und Federn in Bettdecken und Kopfkissen durch synthetische Füllmaterialien zu ersetzen. Dies soll nächtlichen Asthmabeschwerden vorbeugen. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass beim Gebrauch von Federbetten tatsächlich weniger Beschwerden auftreten.[50] Auch dieses Thema lässt derzeit noch viele Fragen offen, und es zeigt gleichzeitig, warum verlässliche Studien so wichtig sind: Denn derzeit wissen wir nicht einmal, ob sich die bisherige Empfehlung, auf Federn zu verzichten, am Ende nicht sogar als nachteilig herausstellt.

6. Schlusswort

Asthma ist eine chronische Krankheit, die mit wiederkehrenden Beschwerden einhergeht und die persönliche Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen kann. Eine ausreichende Asthmabehandlung und -kontrolle trägt dazu bei, die Lebensqualität zu verbessern. Menschen mit Asthma können heute, in enger Zusammenarbeit mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt, eine an ihre persönliche Situation und ihre Beschwerden angepasste Therapie mit den verfügbaren, sehr wirksamen Medikamenten anwenden. Sie können zudem in ihrem alltäglichen Leben wichtige Grundlagen für den Behandlungserfolg und einen selbstbestimmten Umgang mit ihrer Erkrankung schaffen. Dazu gehört es, aktives oder passives Rauchen zu vermeiden. Sowohl die Medikamententherapie als auch Änderungen des Lebensstils erfordern persönliches Engagement und Sorgfalt, damit die Behandlung ihr Ziel erreichen kann: ein weitgehend beschwerdefreies Leben mit Asthma.

Glossar

Cochrane Collaboration

Die Cochrane Collaboration ist ein internationaler Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich zusammengetan haben, um in einzelnen Teams ("Cochrane Review Groups") zu medizinischen Fragen sogenannte systematische Übersichten (Reviews) zu erstellen, mit deren Hilfe wissenschaftlich begründete Aussagen über die Wirksamkeit medizinischer Therapien möglich werden. Zu diesem Zweck haben die Mitglieder der Cochrane Collaboration Methoden entwickelt, um systematisch und umfassend die verfügbaren Informationen über klinische Studien und die Wirksamkeit medizinischer Maßnahmen zu sammeln. Das Ziel der Cochrane Collaboration ist es, Ärztinnen, Ärzten, Patientinnen und Patienten wissenschaftlich fundierte Hilfen für informierte Entscheidungen zur medizinischen Versorgung zu geben und somit medizinische Entscheidungen insgesamt zu verbessern. Die deutsche Internetadresse der Cochrane Collaboration, auf der sich die Organisation selbst vorstellt, lautet www.cochrane.de.

Allergie

Bei einer Allergie reagiert der Körper überempfindlich auf eine körperfremde Substanz. Er produziert Antikörper wie gegen einen Krankheitserreger, obwohl die Substanz keine Gefahr für den Körper darstellt. Symptome einer Allergie hängen zum Teil vom Auslöser, dem Allergen, ab. Menschen mit Allergien haben häufig Schnupfen, tränende Augen, Jucken, Hautauschläge, Magen-Darm-Probleme, Asthma u.a. Typische Auslöser für eine Allergie sind Pollen, Tierhaare, Eiweiße in bestimmten Nahrungsmitteln, Kot von Hausstaubmilben.

Asthma

Asthma (Asthma bronchiale) ist eine dauerhaft bestehende (chronische) Erkrankung mit oft anfallsartig auftretenden Beschwerden wie Husten und Atemnot. Bei Menschen mit Asthma sind die Atemwege übermäßig empfindlich. Asthma entsteht oft im Zusammenhang mit einer Überreaktion auf fremde Stoffe oder physikalische Reize, häufig im Zusammenhang mit einer Allergie.

Hypnose

Mit Hypnose wird versucht, das Bewusstsein eines Menschen so zu beeinflussen, dass er Teile seiner Wirklichkeit, z.B. Schmerzen, nicht mehr wahrnimmt. Unter Hypnose ist die Aufmerksamkeit eingeschränkt, man reagiert nur auf bestimmte Signale der Therapeutin oder des Therapeuten.

Kurzatmigkeit

Kurzatmigkeit ist auch unter den Begriffen "Atemnot" oder "Luftnot" bekannt. Eine Person hat zeitweise oder ständig das Gefühl, zu wenig Luft beim Atmen zu bekommen. Bei starker Luftnot haben Menschen ein beklemmendes Gefühl oder sogar die Angst, zu ersticken. Sie atmen angestrengt, das Durchatmen fällt ihnen schwer. Atemnot erfahren Menschen mit Lungenkrankheiten wie Asthma oder einer Lungenentzündung, aber auch während eines Herzinfarkts oder bei extremem Übergewicht.

Sauerstoffaufnahme

Unter Sauerstoffaufnahme versteht man im medizinischen Zusammenhang die Menge Sauerstoff, die ein Körper aufnimmt und verbraucht. Sie ist abhängig von Atemfrequenz und Atemtiefe, von der Funktion des Sauerstoff-Transportsystems im Blut sowie der Fähigkeit der Muskeln, den Sauerstoff aufzunehmen und zu verwerten. Ärztinnen und Ärzte messen die maximale Sauerstoffaufnahme, um die Ausdauer einer Person zu ermitteln.

Akupunktur

Akupunktur ist eine alternative bzw. komplementäre Therapieform der traditionellen chinesischen Medizin. Die Ärztin oder der Arzt sticht feine Nadeln in genau definierte Punkte des Körpers. Dies soll angenommene Blockaden im Körper auflösen oder Organe anregen bzw. beruhigen.

Homöopathie

Homöopathie ist eine Behandlungsform der alternativen/komplementären Medizin. Sie geht auf den Mediziner Samuel Hahnemann zurück, der die Prinzipien Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt hat. Die Homöopathie geht davon aus, dass Substanzen, die bei einem gesunden Menschen bestimmte Symptome auslösen, dieselben Symptome bei Kranken lindern, nach dem Leitsatz "Heile Ähnliches durch Ähnliches". Nach diesem Prinzip soll z.B. Kaffee ein Heilmittel gegen Schlaflosigkeit sein. Neben den Symptomen bezieht die Therapeutin oder der Therapeut auch die Persönlichkeitsmerkmale der Patientin oder des Patienten in die Therapie mit ein. Arzneien werden in stark verdünnten Konzentrationen in Milchzuckerkügelchen, den Globuli, verabreicht, aber auch in flüssiger Form und als Tabletten. Die errechneten Konzentrationen können so niedrig ausfallen, dass sie tatsächlich keinen Wirkstoff mehr enthalten.

Alveolen

Wenn wir atmen, strömt die Luft durch den Kehlkopf hindurch und weiter in die Luftröhre. Diese gabelt sich in die zwei Hauptbronchien. Jede der Hauptbronchien verzweigt sich weiter in Bronchien und Bronchiolen. Am Ende der Bronchien und Bronchiolen befinden sich Anhäufungen von winzigen, luftgefüllten Bläschen, die Alveolen. Alveolen werden auch als Lungenbläschen bezeichnet.

Bronchien

Wenn wir Luft einatmen, gelangt diese über die Luftröhre in die Lunge. Dort wird sie durch ein verzweigtes Netz aus immer feineren Atemwegen (Bronchien) bis zu den Lungenbläschen geführt. In den Lungenbläschen findet der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxyd statt.

Bronchitis

Bei einer Bronchitis sind die Atemwege, die sogenannten Bronchien, entzündet. Dies äußert sich gewöhnlich dadurch, dass über einen längeren Zeitraum fast täglich gehustet und Auswurf produziert wird. Eine Bronchitis kann akut, also vorübergehend, oder chronisch, also dauerhaft, sein.

COPD

COPD ist die medizinische Abkürzung für den englischen Begriff "chronic obstructive pulmonary disease". Der deutsche Fachausdruck dafür ist "chronisch obstruktive Lungenerkrankung" (chronisch = dauerhaft, obstruktiv = verengt). Bei einer COPD sind die Atemwege also dauerhaft verengt und die Lunge geschädigt. Eine COPD ist kein Asthma - beide Erkrankungen können jedoch gleichzeitig vorliegen.

Flimmerhärchen

Die Innenwand der Bronchien ist mit kleinen beweglichen Härchen ausgekleidet. Man kann sich diese sogenannten Flimmerhärchen wie einen Teppich vorstellen, der über der Innenwand der Bronchien liegt. Die Flimmerhärchen sind von einer dünnen Schleimschicht bedeckt. An dieser Schleimschicht bleiben unerwünschte Partikel aus der Luft (wie Krankheitskeime und Staub) hängen, so dass sie nicht in die Lunge gelangen können. Die Flimmerhärchen sind ständig in Bewegung und transportieren die unerwünschten Partikel aus den Bronchien in Richtung Rachen, von wo aus sie heruntergeschluckt oder ausgehustet werden können.

Kortison

Kortison (Kortikoid) ist ein Wirkstoff, der entzündungs- und wachstumshemmend wirkt und die körpereigene Abwehr unterdrückt. Er zählt zu der Gruppe der Glukokortikoide. Kortison ist ein Hormon, das auch natürlicherweise im menschlichen Körper vorkommt.

Lungenbläschen

Wenn wir atmen, strömt die Luft durch den Kehlkopf hindurch und weiter in die Luftröhre. Diese gabelt sich in die zwei Hauptbronchien. Jede der Hauptbronchien verzweigt sich weiter in Bronchien und Bronchiolen. Am Ende der Bronchien und Bronchiolen befinden sich Anhäufungen von winzigen, luftgefüllten Bläschen, die Alveolen. Alveolen werden auch als Lungenbläschen bezeichnet.

Lungenemphysem

Bei einem Emphysem ist Luft an einer ungewohnten Körperstelle zu finden, oder aber es befindet sich eine unüblich große Luftmenge an einer bestimmten Körperstelle. Ein bekanntes Emphysem ist das Lungenemphysem. Beim Lungenemphysem sind die Lungenbläschen zerstört. Die eingeatmete Luft kann nicht mehr vollständig ausgetauscht werden, sodass sich Luft in der Lunge ansammelt.

Spirometrie

Die Spirometrie ist ein medizinisches Verfahren, mit dem die Lungenfunktion gemessen wird. Das dazu genutzte medizinische Gerät heißt Spirometer. Bei einer Spirometrie wird erfasst, wie viel und wie schnell Luft ein- beziehungsweise ausgeatmet werden kann. Dies geschieht, indem nach Anweisung in ein Mundstück geatmet und die Menge sowie die Geschwindigkeit an ein- und ausgeatmeter Luft erfasst wird.

Anamnese

Gespräch zwischen Ärztin / Arzt und Patientin / Patient zur Klärung der medizinischen Vorgeschichte und der von der Patientin oder dem Patienten wahrgenommenen Krankheitszeichen. Die Informationen aus der Anamnese sind der erste Schritt auf dem Weg zu einer Diagnose und dienen als Entscheidungsgrundlage für weitere Untersuchungen.

Belastungsasthma

Körperliche Anstrengung, die die Atmung beschleunigt, kann bei Menschen mit Asthma die typischen Beschwerden wie Husten und Atemnot auslösen. Treten Asthmasymptome oder -anfälle vor allem unter körperlicher Belastung auf, spricht man von "Belastungs-" oder "Anstrengungsasthma".

Beta-2-Mimetika

Beta-2-Mimetika sind Medikamente, die eine Erweiterung der Atemwege bewirken, indem sie die verkrampfte Atemwegsmuskulatur entspannen. Es gibt kurz- und langwirksame Beta-2-Mimetika. Erstere werden als Bedarfs- oder Notfallmedikamente gegen akute Asthmabeschwerden eingesetzt, letztere als Dauermedikation zur langfristigen Asthmakontrolle.

Blutkörperchen

Blutzellen (mikroskopisch kleine Strukturen im Blut), die entweder Sauerstoff durch den Körper transportieren (rote Blutkörperchen) oder Krankheitserreger erkennen und bekämpfen (weiße Blutkörperchen).

Bodyplethysmographie

Bei einer Bodyplethysmographie (Ganzkörper-Plethysmographie) sitzt die Patientin oder der Patient in einer luftdichten Glaskammer, die an eine Telefonzelle erinnert. Mit dieser Untersuchung können Druckunterschiede und bei der Atmung bewegte Luftmengen gemessen werden. Dies kann Hinweise auf mögliche Ursachen von Atembeschwerden geben.

Controller

Asthmamedikamente, die helfen, die Erkrankung auf Dauer zu kontrollieren und Asthmaanfällen vorzubeugen. Die auch Dauermedikation genannten Mittel beeinflussen die Entzündungsreaktion der Bronchien. Sie werden nicht bei akuten Beschwerden, sondern dauerhaft jeden Tag eingenommen.

Entzündung

(Abwehr-)Reaktion des Körpers auf eine Verletzung, Reizung oder Infektion. Um den Körper zu schützen, wird die betroffene Körperstelle stärker durchblutet. Dadurch fühlt sie sich wärmer an, schwillt an, rötet sich und wird meist empfindlich. Sind Schleimhäute entzündet, sondern sie zudem mehr Flüssigkeit ab als sonst. Dies hilft, eingedrungene Keime auszuschwemmen.

Peak-Flow-Messung

Die Messung der maximalen Strömungsgeschwindigkeit der Luft beim Ausatmen.

Reliever

Reliever sind Asthmamedikamente, die bei Asthmabeschwerden das Atmen erleichtern (engl. "to relieve" = erleichtern), indem sie die Atemwege erweitern. Die Mittel werden meist inhaliert. Schnell wirksame Medikamente können die Beschwerden innerhalb weniger Minuten lindern. Werden sie nur bei akuten Symptomen eingesetzt, heißen sie auch Bedarfsmedikamente.

Asthma bronchiale

Asthma (Asthma bronchiale) ist eine dauerhaft bestehende (chronische) Erkrankung mit oft anfallsartig auftretenden Beschwerden wie Husten und Atemnot. Bei Menschen mit Asthma sind die Atemwege übermäßig empfindlich. Asthma entsteht oft im Zusammenhang mit einer Überreaktion auf fremde Stoffe oder physikalische Reize, häufig im Zusammenhang mit einer Allergie.

DMP

Disease-Management-Programme (DMP; disease: engl. = Krankheit) sind umfassende Behandlungsangebote für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Sie werden seit 2002 von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland angeboten. DMP sollen sich an den Kriterien der evidenzbasierten Medizin ausrichten und dazu dienen, Krankheiten systematisch und koordiniert zu behandeln und eine gute Lebensqualität für die Patientin oder den Patienten zu ermöglichen. Zu den Programmen gehören regelmäßige Arzttermine mit Beratungsgesprächen und Untersuchungen sowie die Vermittlung von Hintergrundinformationen zum Beispiel durch Schulungen. Derzeit werden DMPs für Menschen mit Diabetes mellitus Typ I oder II, Asthma, Chronisch Obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), Brustkrebs und Koronarer Herzkrankheit angeboten.

Komplementärmedizin

Komplementär bedeutet „ergänzend“, das heißt, diese Art von Heilkunde wird häufig zusätzlich zur medizinischen Versorgung („Schulmedizin“) angewendet. In Deutschland versteht man unter Komplementärmedizin vor allem alternative Arzneimittel und Heilverfahren wie Homöopathie und Naturheilverfahren, aber auch Akupunktur. Die traditionelle chinesische Medizin, bestimmte Ernährungstheorien, Bachblütentherapie und bioenergetische Verfahren werden ebenfalls zur Komplementärmedizin gerechnet.

allergisches Asthma

Asthmatische Beschwerden und Asthmaanfälle, die durch eine Überreaktion des körpereigenen Immunsystems (Allergie) auf Umwelteinflüsse wie zum Beispiel Tierhaare, Pollen oder Hausstaub ausgelöst oder begünstigt werden.

Neurodermitis

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Die Haut ist an typischen Stellen rot, trocken, rau und kann stark jucken. Am häufigsten sind die Arm- und Kniebeugen, das Gesicht und der Nacken betroffen. Die Haut ist sehr empfindlich und kann leicht durch Bakterien oder Chemikalien, beispielsweise in Körperpflegeprodukten, oder andere Stoffe noch weiter gereizt werden. Der Begriff Neurodermitis stammt aus der Zeit, als man davon ausging, dass eine Nervenentzündung die Ursache der Hautauschläge sei (von „neuron“, griechisch: Nerv und von „derma“, griechisch: Haut). Diese Auffassung ist inzwischen widerlegt, der Begriff wird aber weiterhin verwendet. Bei Menschen mit Neurodermitis reagiert das Immunsystem überempfindlich auf Stoffe, die eigentlich harmlos sind. Die Abwehr entsendet spezielle Zellen in die Haut und es kommt dort zu einer Entzündungsreaktion. Dadurch werden bestimmte Nervenfasern irritiert und verursachen einen starken Juckreiz.

Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel sind Konzentrate aus zum Beispiel Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Ballaststoffen und / oder anderen Substanzen, die die Nahrung ergänzen sollen. Ihre Befürworter behaupten, dass sie im Körper eine bestimmte, häufig vorbeugende oder stärkende, Wirkung entfalten. Sie werden zum Beispiel als Kapseln, Tabletten, Pulver oder Ampullen angeboten. Nahrungsergänzungsmittel zählen rechtlich zu den Lebensmitteln und benötigen daher – im Gegensatz zu Arzneimitteln – keine behördliche Zulassung. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesinstituts für Risikobewertung: Zur Website des BfR

Diagnose

Mit dem Begriff Diagnose (von „diagnosi“, griechisch: Erkenntnis, Urteil) ist das Feststellen und Benennen einer Erkrankung gemeint. Die Diagnose sollte unter anderem anhand der Vorgeschichte, der vorhandenen Beschwerden und der Untersuchungsergebnisse gestellt werden. Zu den Untersuchungen gehören sowohl eine eingehende körperliche Untersuchung als auch beispielsweise die Bestimmung von Blutwerten oder apparative Untersuchungen wie Ultraschall oder Röntgen.

Therapie

Als Therapie (von „therapeia“, griechisch: Pflege, Heilung) wird in der Medizin die Behandlung von Krankheiten, einzelnen Beschwerden oder Verletzungen bezeichnet. Genauer sind damit die einzelnen Maßnahmen zur Behandlung einer Erkrankung gemeint. Diese Maßnahmen umfassen beispielsweise eine Änderung der Ernährungsweise, die Einnahme von Medikamenten, Operationen oder Krankengymnastik. Das Ziel einer Therapie ist Heilung oder zumindest eine Verbesserung der Beschwerden.

Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure (ASS) ist ein weit verbreiteter Wirkstoff, der schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend wirkt. Außerdem hemmt ASS die Aneinanderlagerung der Blutplättchen (Thrombozyten) und wirkt so gerinnungshemmend. Das Schmerzmittel gehört zur Gruppe der sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR).

ASS

Acetylsalicylsäure (ASS) ist ein weit verbreiteter Wirkstoff, der schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend wirkt. Außerdem hemmt ASS die Aneinanderlagerung der Blutplättchen (Thrombozyten) und wirkt so gerinnungshemmend. Das Schmerzmittel gehört zur Gruppe der sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR).

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