Asthma: Lohnt sich ein spezielles Atemtraining?

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Gezieltes Atemtraining kann beruhigend wirken. Ob es Menschen mit Asthma darüber hinaus den Umgang mit ihrer Krankheit erleichtert, ist bislang aber nicht ganz klar.

Bei Menschen mit Asthma sind die Atemwege empfindlicher als bei gesunden Menschen. Sie reagieren auf bestimmte äußere Einflüsse und Reize viel stärker, als es eigentlich notwendig und sinnvoll wäre. Bei einem Asthmaanfall verkrampft sich die Muskulatur, die Schleimhäute schwellen an und bilden mehr Schleim. Dadurch verengen sich die Atemwege und es fällt schwer zu atmen. Asthma ist oft eng mit einer Allergie verbunden. Einen umfassenden Artikel zum Thema Asthma und mehrere Merkblätter mit weiteren Informationen finden Sie hier.

Für Menschen mit Asthma wird eine Vielzahl unterschiedlicher Atemübungen und -techniken angeboten. Sie sollen zum einen entspannend und beruhigend wirken, zum anderen während eines Asthmaanfalls eine ruhige, kontrollierte Atmung unterstützen. Atemtraining ist eine sehr alte Methode zur Entspannung und Konzentration. In Deutschland sind vor allem Yoga-Techniken populär. Auch Techniken wie Buteyko und physiotherapeutische Atemtherapie werden bei Asthma eingesetzt.

Yoga ist eine alte indische Lehre, die unter anderem aus Körper- und Atemübungen besteht. Bei Yoga-Atemtechniken lernt man unter der Anleitung einer Lehrerin oder eines Lehrers, bewusst zu atmen und dabei genau auf den eigenen Körper zu achten. Auch bei der Buteyko-Methode ist das Ziel, mit bestimmten Atemtechniken wieder bewusster zu atmen. Der Schwerpunkt liegt darauf, seltener ein- und auszuatmen, dafür aber effektiver.

Bei der physiotherapeutischen Atemtherapie werden unterschiedliche Techniken und Übungen eingesetzt. Dazu gehören Atemübungen, aber auch der Einsatz von Hilfsmitteln.

Allerdings muss man sich einige Zeit nehmen, um eine Atemtechnik zu erlernen und sie dann auch regelmäßig zu praktizieren. Die Frage ist deshalb, ob Aufwand und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Die Studienergebnisse


Um diese Frage zu beantworten, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Cochrane Collaboration sich auf die Suche nach aussagekräftigen Studien gemacht, in denen Menschen mit Asthma verschiedene Formen des Atemtrainings wie Yoga-Atemtechniken und Buteyko erprobt haben. Diese Suche verlief allerdings ernüchternd: Es gibt zwar eine Reihe von Untersuchungen zu Atemübungen, doch nur wenige konzentrieren sich auf Menschen mit Asthma. Bis 2003 lagen sieben Studien mit weniger als 400 Patientinnen und Patienten vor. Bei unserer aktuellen Suche im Jahr 2009 wurden sechs weitere Studien mit insgesamt 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gefunden.

Nach den Ergebnissen ist es durchaus möglich, dass Atemübungen Patientinnen und Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Asthma während einer Phase mit Atembeschwerden helfen können. Auch wenn eine Atemschulung nicht gegen die Ursache des Asthmas hilft, kann sie möglicherweise zu einer allgemeinen Verbesserung des Wohlbefindens und zur Entspannung beitragen.

Sicher beantworten lassen sich solche Fragen jedoch nur durch genauere Studien. Die Bewertung wird zusätzlich dadurch erschwert, dass in den ausgewerteten Studien viele verschiedene Atemtechniken untersucht wurden, die manchmal nur schwer miteinander vergleichbar sind. Solange keine genaueren Erkenntnisse vorliegen, kann man nur für sich selbst ausprobieren, ob einem eine Atemtechnik bei Asthma hilft oder nicht.


Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

  • Letzte Aktualisierung: 11. Dezember 2009 14:36
  • Erstellt am: 14. Februar 2006 10:00
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  • Quellen:

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