Artikel: Fieber bei Kindern
Inhalt
Was ist Fieber?
Was kann Fieber verursachen?
Wie lässt sich Fieber messen?
Ist mein Kind ernsthaft krank und ein Arztbesuch erforderlich?
Was kann ich zu Hause für mein Kind tun?
Wie kann Fieber gesenkt werden?
Was ist ein Fieberkrampf?
Gemeinsam mit dem Fieber steigt bei vielen Eltern die Sorge um ihr Kind. Es ist aber normalerweise nicht das Fieber, sondern die zugrunde liegende Erkrankung, die bei einzelnen Kindern Grund zur Besorgnis sein könnte. Das Fieber zeigt lediglich an, dass der Körper Krankheitserreger oder einen anderen gesundheitlichen Missstand bekämpft. Kinder reagieren häufiger und leichter mit Fieber als Erwachsene.
Die meisten fiebernden Kinder haben eine harmlose Virusinfektion. Sie können problemlos zu Hause umsorgt werden und sind innerhalb von zwei, drei Tagen wieder gesund. Ihr Körper besiegt die Viren ganz alleine. Nur selten ist ein fieberndes Kind ernsthaft krank. Zwischen einer harmlosen und einer ernsthaften Erkrankung zu unterscheiden, ist für die Eltern jedes Kindes mit Fieber wichtig.
In diesem Artikel informieren wir Sie ausführlich, welche Anzeichen auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten können, wann ein Arztbesuch erforderlich ist und was Sie allgemein für Ihr fieberndes Kind tun können. Wenn Sie sich rasch einen Überblick verschaffen wollen, haben wir hier die wichtigsten Informationen auf einen Blick für Sie zusammengestellt.
Was ist Fieber?
Ein gesunder Körper funktioniert optimal, wenn seine Temperatur im Inneren etwa 37°C beträgt. Allerdings hat jeder seine persönliche „normale“ Körpertemperatur, die etwas höher oder niedriger liegen kann. Hinzu kommt, dass unser Organismus seine Temperatur ständig an die Umweltbedingungen anpasst: Wenn wir Sport treiben, steigt sie zum Beispiel an. Außerdem ist sie nachts geringer als am Tag und morgens geringer als am späten Nachmittag.
Die Temperatur im Körperinneren wird von einem Teil unseres Gehirns geregelt, dem Hypothalamus. Der Hypothalamus überprüft die aktuelle Temperatur und vergleicht sie mit der gewünschten von etwa 37°C. Ist die Körperinnentemperatur zu gering, sorgt er dafür, dass der Körper Wärme bildet und diese hält. Ist die aktuelle Körpertemperatur hingegen zu hoch, wird Wärme abgegeben oder Schweiß produziert, der die Haut abkühlt. Bei kleinen Kindern funktioniert die Temperaturregelung noch nicht immer einwandfrei. Sie reagieren deshalb schneller mit Fieber als Erwachsene.
Fieber entsteht, wenn das Gehirn die gewünschte Körpertemperatur höher einstellt als normalerweise. Dies passiert durch Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien, aber auch durch körpereigene Stoffe wie Prostaglandine, die im Kampf gegen die Krankheitserreger entstehen. Man spricht von Fieber, wenn die Temperatur im Körperinneren auf 38°C oder mehr ansteigt.
Wenn wir von Körpertemperatur sprechen, ist genau genommen die Temperatur im Hypothalamus und in lebenswichtigen inneren Organen gemeint. An diese kommen wir mit einem Fieberthermometer jedoch nicht heran. Deshalb messen wir die Körpertemperatur an anderen Körperstellen, die leichter zugänglich sind. Solche Messungen sind immer etwas ungenau.
Was kann Fieber verursachen?
Kinder sind anfällig für Fieber. Bereits heftiges Toben, größere Aufregung oder sehr warme Kleidung können dazu führen, dass die Körpertemperatur eines Kindes steigt, ohne dass es krank ist. Meistens lösen jedoch Krankheitserreger Fieber aus.
Ursachen für Fieber können sein:
- Infektionen mit weit verbreiteten Viren oder Bakterien. Beispiele: Erkältung, Mittelohrentzündung, Magen-Darm-Infektionen. Hierzu gehören auch die typischen Kinderkrankheiten wie Dreitagefieber, Mumps, Masern, Röteln, Scharlach und Windpocken. Mehr Informationen über Grippe allgemein und über die Schweinegrippe (H1N1/2009) können Sie hier finden.
- Impfung
- Zahnen (das Kind bekommt Zähne)
- Durstfieber: Das Kind fiebert, weil sein Körper zu wenig Flüssigkeit hat und ausgetrocknet ist. Das kann passieren, wenn das Kind viel zu wenig trinkt oder wenn es stark erbricht und Durchfall hat.
- Andere Gründe, zum Beispiel Sonnenbrand, Sonnenstich, Hautkrankheiten wie die Nesselsucht (Urticaria)
- Seltene ernsthafte Infektionen mit Bakterien, Viren oder anderen Erregern. Beispiele: Lungenentzündung (Pneumonie), Harnwegsinfektion, Blinddarmentzündung, Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Encephalitis), Blutvergiftung (Sepsis), Gelenkentzündung (septische Arthritis), Knochenmarksentzündung (Osteomyelitis)
- In seltenen Fällen auch Stoffwechsel- und rheumatische Erkrankungen
- Sehr seltene allergische Reaktionen auf Lebensmittel oder Medikamente
Wenn das Kind in letzter Zeit in ferne Länder gereist ist, ist dies ein wichtiger Hinweis für die Ärztin oder den Arzt. Eine gezielte Untersuchung kann klären, ob und womit sich das Kind während der Fernreise angesteckt haben könnte.
Ist Fieber gefährlich?
Viele Eltern sorgen sich, dass zu hohes Fieber die Organe angreift oder sogar lebensgefährlich sein kann. Fieber an sich schadet jedoch nur in Ausnahmefällen und steigt zudem selten auf über 41°C an. Höhere Temperaturen können gefährlich werden, sind aber äußerst unwahrscheinlich.
Wenn Ihr Kind sehr hohes Fieber hat – besonders, wenn es außerdem andere Symptome wie einen steifen Nacken, Teilnahmslosigkeit, Erbrechen oder Zittern zeigt –, ist es aber in jedem Fall sinnvoll, es in die Kinderarztpraxis oder die Kinderklinik zu bringen oder gegebenenfalls auch einen kinderärztlichen Notdienst in Anspruch zu nehmen.
Wie lässt sich Fieber messen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Körpertemperatur zu messen. Gerade für kleine Kinder ist es wichtig, dass es schnell geht und mit möglichst wenig Aufwand wie An- und Ausziehen oder Stillhalten verbunden ist. Manche Kinder bevorzugen eine bestimmte Messmethode und es dürfte sich lohnen, auf solche Vorlieben einzugehen.
Oft kann man Kindern bereits ansehen, dass sie Fieber haben. Ein heißes, gerötetes Gesicht, müde wirkende oder glasige Augen und eine ansonsten blasse Haut sind typische Anzeichen. Viele Mütter und Väter legen als Erstes die Hand auf die Stirn des Kindes, wenn sie vermuten, dass ihr Kind Fieber hat. Wenn sich Stirn oder Nacken heiß anfühlen, könnte das Kind fiebern. Das Handauflegen geht schnell und ist praktisch. Allerdings kann nur ein Fieberthermometer die genaue Körpertemperatur angeben.
Die Körpertemperatur lässt sich vergleichsweise einfach mit einem Fieberthermometer bestimmen. Damit kann man Fieber im Mund (unter der Zunge), im Po (After), in der Achselregion, im Ohr oder auf der Stirn messen. Die genauesten Messergebnisse liefern vermutlich Messungen im Po oder - bei älteren Kindern - im Mund. In der Achsel oder im Ohr Fieber zu messen ist jedoch für das Kind angenehmer und geht häufig schneller. Wie lange die Messung dauert, hängt davon ab, wo das Fieber gemessen und welches Thermometer verwendet wird – die Bedienungsanleitung gibt genauere Auskunft.
Fiebermessen im Po
Zum Fiebermessen im Po wird das Fieberthermometer in den After eingeführt. Dies funktioniert am besten, wenn das Thermometer vorher dünn eingecremt wird, damit es besser rutscht und dem Kind nicht weh tut. Babys und kleinere Kinder werden gewöhnlich auf den Rücken gelegt und ihre Beine hochgehalten. Ältere Kinder liegen vermutlich lieber auf dem Bauch. Es ist wichtig, Hände und Fieberthermometer nach dem Messen gründlich zu reinigen, weil sich im Analbereich Krankheitserreger befinden können.
Fiebermessen im Po liefert die zuverlässigsten Ergebnisse, kann aber als unangenehm empfunden werden. Es gibt einzelne Berichte, denen zufolge Babys, bei denen mit einem Quecksilberthermometer Fieber im Po gemessen wurde, Verletzungen beispielsweise am Darm aufwiesen.
Fiebermessen im Mund
Um Fieber im Mund zu messen, wird das Fieberthermometer unter die Zunge gelegt und im hinteren Bereich der Zunge (hinter den Backenzähnen) in der rechten oder linken Einbuchtung platziert. Im Mund Fieber zu messen, ist vergleichsweise genau. Das Kind muss allerdings mitmachen, damit die Messung gelingt, das heißt, den Mund während der Messung geschlossen und die Zunge ruhig halten. Das dürfte insbesondere kleinen Kindern sehr schwer fallen. Die Messung wird verfälscht, wenn das Kind kurz zuvor heiße oder kalte Getränke getrunken hat.
Fiebermessen in der Achselregion
Fiebermessen in der Achsel ist einfach, komfortabel und sicher. Das Fieberthermometer wird in der Achsel platziert und der Arm eng am Körper gelassen. Bei Neugeborenen ist die Achselmessung recht genau. Bei etwas älteren Babys und Kleinkindern können die gemessenen Werte hingegen bis zu 2°C von der wirklichen Körpertemperatur abweichen. Die Körpertemperatur wird im Durchschnitt um 0,5°C unterschätzt.
Ohr- und Stirnthermometer
Es gibt spezielle Thermometer für das Fiebermessen im Ohr oder auf der Stirn. Bei Ohrthermometern ist es wichtig, dass der Messfühler des Thermometers das Trommelfell des Ohrs berührt. Nur dann werden relativ genaue Messergebnisse erzielt. Für Ungeübte ist es nicht ganz einfach, die richtige Stelle im Ohr zu finden. Wie Sie ein Ohrthermometer korrekt anwenden, ist in der Bedienungsanleitung beschrieben.
Stirn- oder Schläfenthermometer ermöglichen ein Fiebermessen auf der Stirn. Sie sind einfach zu bedienen, angenehm für das Kind und funktionieren auch, wenn es schläft. Allerdings arbeiten sie vermutlich ungenau (bei Infrarotthermometern) oder unzuverlässig (bei chemischen Thermometern).
Die früher sehr verbreiteten Quecksilberthermometer sind seit April 2009 in der Europäischen Union (EU) verboten. Sie enthalten das giftige Schwermetall Quecksilber, das entweichen kann, wenn das Thermometer Schaden nimmt. Am häufigsten werden heutzutage batteriebetriebene digitale Thermometer (Kontaktthermometer) verwendet. Sie können die Körpertemperatur im Po, im Mund oder in der Achsel messen. Sie kosten gewöhnlich weniger als Infrarot- und chemische Thermometer und arbeiten besonders genau.
Ist mein Kind ernsthaft krank und ein Arztbesuch erforderlich?
Wenn das Kind Fieber hat, haben viele Mütter und Väter Fragen wie: Ist es etwas Ernstes? Soll ich eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt aufzusuchen? Ist es erforderlich, das Fieber zu senken?
Sie selbst können am besten einschätzen, ob sich Ihr Kind anders verhält als üblich, ob es anders auf Sie oder beispielsweise ein Spielzeug reagiert, ob es viel weniger aktiv ist, sich sehr unbehaglich fühlt oder nicht mehr trinkt. Ihre Einschätzung und Erfahrung ist sehr wichtig - auch für die Kinderärztin oder den Kinderarzt.
Es ist nicht immer leicht, zu entscheiden, ob ein Besuch bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt erforderlich ist. Die Höhe des Fiebers spielt aber gewöhnlich keine Rolle, es sei denn, es handelt sich um ganz kleine Kinder oder die Temperatur überschreitet 40°C. Wenn Sie unsicher sind und sich Sorgen machen, ist es besser, ärztlichen Rat einzuholen. Es muss Ihnen nicht unangenehm sein, wenn die Ärztin oder der Arzt sagt, dass das Fieber harmlos und keine Behandlung vonnöten ist.
Anzeichen, die auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten
Wenn Ihr Kind eines oder mehrere der in der Tabelle beschriebenen Anzeichen aufweist, könnte es ernsthaft erkrankt sein. Dann ist es wichtig, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Wenn Sie Ihre Kinderarztpraxis nicht erreichen oder am Wochenende ärztliche Hilfe benötigen, sind Notfallpraxen und Notfallambulanzen von Krankenhäusern und Kinderkliniken zuständig. Adressen von wohnortnahen Ansprechpartnern erhalten Sie beispielsweise im Telefonbuch, im Internet, in Ihrer Kinderarztpraxis oder von Ihrer Krankenkasse. Eine solche Liste hilft, im Bedarfsfall schnell handeln zu können. Im Notfall können Sie über die Rufnummer 112 deutschlandweit einen Krankenwagen und / oder Notarzt rufen.
Mögliche Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung
| Fieber bei Babys: |
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| Krankes Erscheinungsbild: |
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| Inaktivität und Schläfrigkeit: |
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| Blässe und Hautausschlag: |
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| Schreien: |
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| Kein Appetit: |
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| Kurzatmigkeit und Atemgeräusche: |
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| Erbrechen oder kein Urin: |
|
| Andere äußerliche Veränderungen und Auffälligkeiten: |
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Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind eine Kinderkrankheit hat, ist ein Besuch bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt sinnvoll. Wenn beispielsweise im Hort einige Kinder an Windpocken erkrankt sind, könnte sich auch Ihr Kind angesteckt haben. Kinderkrankheiten äußern sich häufig in Form eines charakteristischen Hautausschlags. Die Ärztin oder der Arzt kann klären, welche Behandlung in Frage kommt und ob Ihr Kind andere Kinder anstecken könnte und deshalb beispielsweise nicht in den Kindergarten gehen darf.
Kann ich die Kinderärztin oder den Kinderarzt auch anrufen?
Ob das Kind ärztliche Hilfe braucht oder ob es sich um eine harmlose Erkrankung handelt, die zu Hause kuriert werden kann, ist manchmal schwer zu entscheiden. Oder man hat nur eine kleine Frage, die sich vielleicht auch am Telefon klären lässt. Manche Eltern rufen in solchen Situationen in der Kinderarztpraxis an.
Manchmal können einfache Fragen telefonisch beantwortet werden, häufiger aber möchte die Ärztin oder der Arzt das Kind lieber sehen, damit sie oder er es gründlich untersuchen kann.
Was kann ich zu Hause für mein Kind tun?
Die allermeisten Kinder mit Fieber können zu Hause gut versorgt werden. Wenn Ihr Kind keins der oben beschriebenen Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung zeigt oder die Ärztin oder der Arzt eine harmlose Viruserkrankung diagnostiziert hat, spricht nichts gegen die Pflege zu Hause. Allerdings ist es sinnvoll, das Kind weiterhin zu beobachten und auch nachts nach seinem Wohl zu sehen. Es gibt verschiedene Umstände, die dann doch einen Arztbesuch verlangen oder rechtfertigen:
- Das Kind bekommt einen Fieberkrampf. Was das ist, erklären wir weiter unten.
- Sie haben das Gefühl, dass es dem Kind seit dem letzten Arztbesuch schlechter geht.
- Das Fieber hält mehrere Tage an.
- Sie fühlen sich mit Ihrem kranken Kind hilflos und vielleicht sogar überfordert.
Ein fieberndes Kind benötigt ausreichend Flüssigkeit. Sie können darauf achten, dass Ihr Kind regelmäßig trinkt. Wenn es noch gestillt wird, können Sie ihm immer wieder Muttermilch anbieten. Ärztliche Hilfe ist nötig, wenn das Kind das Trinken verweigert oder Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels bestehen bleiben. Ein Flüssigkeitsmangel kann sich äußern durch
- eine eingesunkene Fontanelle bei Kleinkindern, das heißt, die Knochenlücke im oberen, vorderen Schädel ist größer als sonst,
- einen trockenen Mund und trockene Lippen,
- eingesunkene Augen,
- fehlende Tränen,
- ein insgesamt schlechtes Aussehen des Kindes.
Kinder spüren recht genau, was ihnen gut tut. Sie tun Ihrem Kind einen Gefallen, wenn Sie auf seine Bedürfnisse eingehen. Vielleicht fragen Sie einfach, was es gerne essen oder trinken möchte. Mit Kleidung können Sie versuchen, dafür zu sorgen, dass es weder friert noch überhitzt ist. Es kann sein, dass Ihr Kind trotz Fieber den ganzen Tag spielt. Solange es nicht wild tobt, ist das völlig in Ordnung.
Wie kann Fieber gesenkt werden?
Ein fieberndes Kind benötigt nicht automatisch ein fiebersenkendes Mittel. Zudem ist nicht immer klar, ob seine Beschwerden vom Fieber verursacht werden oder von der zugrunde liegenden Erkrankung. Fiebermittel sind außerdem nicht geeignet, Fieberkrämpfe zu verhindern. Eine Behandlung des Fiebers kann aber wünschenswert sein, wenn sich das Kind äußerst unwohl fühlt.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von fiebersenkenden Maßnahmen:
- Medikamente
- Äußerliche Anwendungen
Viele Eltern probieren außerdem homöopathische Medikamente aus. Dazu gehören beispielsweise Aconitum D12, rot Belladonna D12 und Chamomilla D12. Sie werden gewöhnlich als Milchzuckerkügelchen (Globuli) eingenommen. Man weiß aber nicht, ob diese Mittel nützlich sind, weil es keine aussagekräftigen Studien gibt, die ihre Wirksamkeit bei Kindern mit Fieber untersucht haben.
Medikamente
Fiebersenkende Medikamente hemmen die Bildung von körpereigenen Stoffen wie Prostaglandinen, die Fieber auslösen. Zu den fiebersenkenden Wirkstoffen, die für Kinder geeignet sind, zählen Paracetamol und Ibuprofen. Es gibt sie in Form von Zäpfchen, Brausegranulat und Saft sowie für ältere Kinder auch als Tabletten.
Paracetamol und Ibuprofen werden bei Kindern mit Fieber am häufigsten angewendet. Es ist nicht abschließend geklärt, ob Paracetamol das Fieber bei Kindern senken kann. Das bedeutet aber nicht, dass Paracetamol nicht wirkt, sondern in erster Linie, dass zuverlässige Studien fehlen. Es ist dennoch vertretbar, fiebernden Kindern Paracetamol zu geben, wenn sie sich unwohl oder elend fühlen.
Wie viel Paracetamol ein Kind einnehmen darf, richtet sich nach seinem Alter und Körpergewicht. Bei der Anwendung ist zudem ein Mindestabstand zur vorhergehenden Einnahme einzuhalten. Genauere Informationen finden Sie in der Packungsbeilage; wenn Sie unsicher sind, fragen Sie ruhig in der Arztpraxis oder Apotheke nach. Als unerwünschte Wirkungen von Paracetamol können beispielsweise Gänsehaut und Schüttelfrost, aber auch Durchfall und Erbrechen auftreten.
Ibuprofen ist eine Alternative zu Paracetamol. Es ist möglich, dass Ibuprofen Fieber bei Kindern schneller und nachhaltiger senken kann als Paracetamol. Paracetamol und Ibuprofen haben vergleichbare Nebenwirkungen. Allerdings wird Paracetamol schon länger bei Kindern angewendet, sodass mehr Erfahrung über mögliche unerwünschte Wirkungen vorliegt.
Es gibt nicht genug verlässliche Nachweise dafür, ob es von Vorteil ist, Paracetamol und Ibuprofen gleichzeitig oder abwechselnd anzuwenden. Mögliche unerwünschte Wirkungen einer solchen Therapie sind nicht ausreichend erforscht. Allerdings wird vermutet, dass es bei einer Kombination beider Medikamente häufiger zu einer Überdosierung kommen könnte.
Wenn Sie Ihrem Kind Paracetamol oder Ibuprofen geben, das Fieber aber nach etwa drei Tagen immer noch nicht gesunken ist, ist es grundsätzlich ratsam, ärztliche Hilfe einzuholen.
Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) darf bei Kindern und Jugendlichen ausschließlich auf Anweisung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes angewendet werden, weil hier das Risiko einer seltenen, aber gefährlichen Nebenwirkung besteht („Reye-Syndrom“).
Äußerliche Anwendungen
Äußerliche Anwendungen kühlen den Körper von außen, ohne die Fieberursache zu behandeln. Hierzu zählen beispielsweise lauwarme oder kühle Bäder, das Befächern des Kindes mit Luft, das Öffnen eines Fensters und das Abtupfen mit einem feuchten Schwamm oder Tuch (auch Schwämmen genannt). Kalte Getränke oder eine besonders leichte Kleidung sind ebenfalls äußerliche Anwendungen. Damit das Kind sich nicht unwohl fühlt, gilt es immer darauf zu achten, dass es nicht friert oder zu sehr auskühlt.
Ein beliebtes Hausmittel sind Wadenwickel. Dafür werden zwei Tücher in meist lauwarmes Wasser getaucht, leicht ausgedrückt und um jeweils einen Unterschenkel gewickelt. Anschließend wird jeder Wickel mit einem trockenen Tuch umwickelt und so lange belassen, bis sich die Tücher erwärmt haben. Das dauert etwa 10 bis 20 Minuten. Wadenwickel sind nur ratsam, wenn die Füße warm sind und das Kind nicht friert. Sie sollten auch bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern bis zum 3. Lebensjahr nicht angewandt werden.
Es gibt kaum gute Studien zu der Frage, ob äußerliche Anwendungen helfen, bei Kindern Fieber zu senken. Am besten wurde das Abtupfen mit feuchten, lauwarmen Schwämmen untersucht. Auch hier gibt es jedoch nur wenige und schwache Hinweise darauf, dass das Schwämmen helfen kann. Eine fiebersenkende Wirkung wurde vor allem bei Kindern beobachtet, die gleichzeitig Paracetamol erhielten.
Nicht jedes Kind mag es, mit einem nassen Schwamm abgetupft zu werden. Manche Kinder weinen, wenn sie geschwämmt werden. Es kann zudem vorkommen, dass das Kind friert, eine Gänsehaut oder sogar Schüttelfrost bekommt, wenn die Kühlung zu schnell erfolgt oder zu stark ist.
Was ist ein Fieberkrampf?
Bei einem Fieberkrampf verkrampft sich die Muskulatur, sodass Arme und Beine zucken oder der Körper unnatürlich steif und gestreckt ist. Das Kind verdreht häufig die Augen, hat erweiterte Pupillen oder einen starren Blick. Manchmal erschlaffen die Arme und Beine plötzlich wieder. Ein Fieberkrampf dauert wenige Minuten und kommt vorwiegend bei Kindern im Alter zwischen drei Monaten und fünf Jahren vor.
Fieberkrämpfe können auftreten, wenn das Fieber schnell und stark ansteigt. Ihre Ursache ist unbekannt; man vermutet, dass Genetik und Umwelt eine Rolle spielen. Eine Infektion des zentralen Nervensystems ist nicht der Grund für den Anfall.
Wenn ein Kind einen Fieberkrampf hat, ist es wichtig, es vor Verletzungen zu schützen und, wenn möglich, zu beruhigen. Es kann sich während eines Krampfanfalls weh tun, wenn sein Körper oder seine Gliedmaßen unkontrolliert gegen Bett oder Wand schlagen, aber auch, wenn es zu stark festgehalten und in seinem Bewegungsdrang gehindert wird. Decken und Kissen können helfen, harte Gegenstände abzupolstern.
Fieberkrämpfe wirken beängstigend, obwohl sie meistens harmlos sind. Etwa eine Stunde nach dem Krampf hat sich das Kind normalerweise davon vollständig erholt. Viele Eltern fühlen sich dennoch hilflos oder überfordert. Es ist bei einem Fieberkrampf sinnvoll, unter der Rufnummer 112 eine Notärztin oder einen Notarzt zu rufen. Auch wenn Sie den Fieberkrampf ohne ärztliche Hilfe meistern, ist es sinnvoll, Ihr Kind im Anschluss von einer Ärztin oder einem Arzt untersuchen zu lassen.
Etwa 2 bis 5 von 100 Kindern haben bis zu ihrem fünften Lebensjahr mindestens einmal einen Fieberkrampf gehabt. Die meisten dieser Kinder haben nur einmal in ihrem Leben einen einfachen Krampf. Fiebersenkende Medikamente können einen Fieberkrampf nicht verhindern.
Kann mein Kind in den Kindergarten oder in die Schule gehen?
Ein Kind, das Fieber hat, ist nicht gesund, auch wenn es keinen besonders schwächlichen oder lustlosen Eindruck erweckt. In einer Gruppe zu sein, ist für jedes Kind immer auch anstrengend: Es muss sich mit den anderen Kindern verständigen und auseinandersetzen. Es ist deshalb sinnvoll, ein Kind nicht in die Kindertagesstätte, den Kindergarten, die Krabbelgruppe oder die Schule zu geben, so lange es Fieber hat.
In den meisten Fällen wird ein fieberndes Kind von alleine wieder gesund. Nur etwa eines von 100 fiebernden Kindern (1 %) hat eine ernste Erkrankung. Meistens handelt es sich um eine bakterielle Entzündung, die ärztlich behandelt werden muss, beispielsweise eine Lungenentzündung, Harnwegsinfektion, Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Welche Anzeichen auf eine solche Erkrankung hindeuten, haben wir oben für Sie zusammengefasst. Ansonsten gilt: Zeit, Ruhe und liebevolle Zuwendung dürften in den allermeisten Fällen die besten Heilmittel sein.
Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
- Letzte Aktualisierung: 01. August 2009 14:58
- Erstellt am: 30. Juli 2009 16:03
- Historie: Liste anzeigen
- Quellen:
Die IQWiG-Gesundheitsinformationen stützen sich auf Forschungsergebnisse aus der internationalen Literatur. Wir identifizieren die zuverlässigsten aktuell verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse, insbesondere aus sogenannten „systematischen Reviews“. Darin werden wissenschaftliche Studien zum Nutzen und Schaden von Behandlungen und anderen Maßnahmen der Gesundheitsversorgung zusammenfassend analysiert, sodass Fachleute und Betroffene deren Vor- und Nachteile abwägen können. Mehr Informationen dazu, wie systematische Reviews aufgebaut sind und warum sie die zuverlässigsten Belege liefern, finden Sie hier. Außerdem bitten wir stets die Autorinnen und Autoren der zentralen systematischen Reviews, auf denen unsere Informationen beruhen, um ihre Unterstützung, um die medizinische und wissenschaftliche Korrektheit unserer Produkte sicherzustellen.
Crocetti M, Moghbeli N, Serwint J. Fever phobia revisited: have parental misconceptions about fever changed in 20 years? Pediatrics 2001; 107: 1241-1246. [Volltext]
Hay AD, Costelloe C, Redmond NM, Montgomery AA et al. Paracetamol plus ibuprofen for the treatment of fever in children (PITCH): randomised controlled trial. BMJ 2008; 337: a1302. [Volltext]
Meremikwu M, Oyo-Ita A. Physical methods versus drug placebo or no treatment for treating fever in children. Cochrane Database of Systematic Reviews 2009, Issue 2. [Cochrane-Zusammenfassung]
Meremikwu M, Oyo-Ita A. Paracetamol versus placebo or physical methods for treating fever in children. Cochrane Database of Systematic Reviews 2009, Issue 2. [Cochrane-Zusammenfassung]
National Collaborating Centre for Women`s and Children's Health, National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE). Feverish illness in children: assessment and initial management in children younger than 5 years. London: NICE. 2007. [Volltext]
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