Anzeichen für Magen-Darm-Geschwüre und ihre Komplikationen

Ein Geschwür im Magen oder im Zwölffingerdarm tritt auf, wenn die Darmschleimhaut ihre Schutzfunktion nicht mehr richtig erfüllt. Dadurch sind der Magen und der Zwölffingerdarm nicht mehr ausreichend vor der Magensäure geschützt und es kann zu Verletzungen der Darmwand kommen. Ein solches Geschwür wird auch als Ulkus bezeichnet. Ein Magen-Darm-Geschwür kann zu ernsthaften Komplikationen führen. Für Menschen, die eine größere Wahrscheinlichkeit für Magen-Darm-Geschwüre haben, ist es daher wichtig, die Anzeichen für Komplikationen zu kennen.

Anzeichen für Magen-Darm-Geschwüre

Magen-Darm-Geschwüre machen sich vor allem bemerkbar durch Schmerzen im Oberbauch – das ist der Bereich zwischen Bauchnabel und Brustbein. Manchmal treten die Schmerzen besonders nachts auf. Daneben können andere Symptome auftreten wie Völlegefühl oder Übelkeit, bei Zwölffingerdarmgeschwüren lassen die Schmerzen nach dem Essen oft auch vorübergehend nach. Manchmal verursachen die Geschwüre lange Zeit keine Beschwerden und werden erst bemerkt, wenn es zu Komplikationen kommt.

Anzeichen für Komplikationen

Die häufigste Komplikation von Magen-Darm-Geschwüren sind Blutungen. Insgesamt gesehen sind sie zwar relativ selten, da es sich jedoch um eine ernsthafte Komplikation handelt, ist es wichtig, die Anzeichen für eine Magen- oder Darmblutung zu erkennen und rechtzeitig eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Anzeichen, die auf eine Magenblutung hindeuten können, sind:

  • Erbrochenes Blut (rot oder schwarz gefärbtes Erbrochenes)
  • Blutspuren im Stuhl (dunkelrot oder schwarz gefärbter Stuhl)
  • Anzeichen einer Blutarmut wie Abgeschlagenheit, Luftnot oder Blässe


Selten kann ein Ulkus zu einem Durchbruch der Magenwand führen (Magenperforation). Diese Komplikation macht sich durch plötzlich auftretende und sehr starke Bauchschmerzen bemerkbar und stellt einen unmittelbaren Notfall dar. Bei Verdacht auf einen Magendurchbruch sollte daher unverzüglich der Notruf gewählt werden.

Was das Risiko eines Magen-Darm-Geschwürs erhöht

Fast alle Geschwüre im Magen oder Zwölffingerdarm sind auf zwei Ursachen zurückzuführen: Zum einen können sie Folge einer Infektion mit bestimmten Bakterien sein; diese werden Helicobacter pylori genannt. Die andere häufige Ursache von Magen-Darm-Geschwüren ist die Einnahme sogenannter nicht-steroidaler Antirheumatika (NSAR). Dies sind entzündungshemmende Schmerzmittel, die häufig bei Arthrose oder Arthritis angewendet werden. Neben ihrer entzündungshemmenden Wirkung blockieren diese Mittel die Bildung des Gewebehormons Prostaglandin. Dieses Hormon fördert unter anderem die Bildung von Magenschleim und von Stoffen, die die Magensäure neutralisieren. Bei einem Mangel an Prostaglandinen ist die Magenschleimhaut anfälliger und nicht mehr ausreichend vor der Magensäure geschützt.

Zu den entzündungshemmenden Schmerzmitteln, die Geschwüre verursachen können, gehören zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS wie in Aspirin), Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Wenn die Medikamente nur kurzzeitig eingenommen werden, um vorübergehende Schmerzen zu behandeln, verursachen sie meist wenig Probleme. Bei längerer Einnahme über mehrere Monate steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit für ein Magen-Darm-Geschwür – insbesondere bei Menschen mit bestimmten Risikofaktoren. Dazu gehören vor allem Menschen, die

  • über 65 Jahre alt sind,
  • bereits ein Magen-Darm-Geschwür hatten,
  • mehrere NSAR gleichzeitig nehmen,
  • zusätzlich zu den NSAR Kortison anwenden oder
  • zusätzlich zu den NSAR ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer einnehmen (beispielsweise Citalopram, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin oder Escitalopram).


Gerade für Menschen, die längerfristig NSAR nehmen und Risikofaktoren haben, ist es wichtig, auf Anzeichen für Geschwüre und ihre möglichen Komplikationen zu achten, auch weil sie seltener als andere Menschen mit einem solchen Geschwür Bauchschmerzen oder andere typische Beschwerden haben.

Näheres zur Vorbeugung von Magen- und Darmgeschwüren können Sie hier lesen.

Mehr zum Thema unerwünschte Wirkungen: hier

Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)


  • Letzte Aktualisierung: 08. Juli 2010 09:03
  • Erstellt am: 30. Juni 2010 16:39
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