Antibiotika richtig anwenden
Wussten Sie schon, dass die meisten Atemwegserkrankungen – also Schnupfen, Husten, Bronchitis und Grippe – durch Viren verursacht werden? Und dass Antibiotika nur Bakterien bekämpfen? Wenn Antibiotika bei einer Vireninfektion eingesetzt werden, sind sie aber nicht nur nutzlos: Sie können auch schaden. Sie haben oft unerwünschte Wirkungen.
Zudem kann ein zu häufiger oder falscher Einsatz von Antibiotika dazu beitragen, dass Bakterien immer widerstandsfähiger (resistent) werden und die Mittel nicht mehr wirken, wenn sie wirklich gebraucht werden.
Warum sind Antibiotika-resistente Bakterien gefährlich?
Resistente Bakterien können mit vielen Antibiotika nicht mehr behandelt werden. Sie können sich immer mehr ausbreiten. Infektionen, die zuvor effektiv mit Antibiotika bekämpft werden konnten, heilen nur noch schlecht aus oder werden sogar lebensbedrohlich, wie zum Beispiel eine Lungenentzündung. Besonders für Kleinkinder, für ältere und chronisch kranke Menschen mit schwachem Immunsystem kann eine Infektion mit resistenten Bakterien ernste Folgen haben.
Wie wenden Sie Antibiotika richtig an?
Wenn Sie an einer Infektion erkrankt sind und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen ein Antibiotikum verschreibt, ist es wichtig, dass Sie wissen, aus welchen Gründen und wie Sie das Mittel genau anwenden. Fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unklar geblieben ist.
- Sprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt über den Nutzen und die möglichen Folgen der Antibiotika-Anwendung. Dies ist auch deshalb sinnvoll, weil Antibiotika häufig unerwünschte Wirkungen wie allergische Reaktionen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder Pilzinfektionen haben. Wenn Sie Antibiotika anwenden, ist es wichtig, sie genauso einzunehmen, wie sie Ihnen verordnet wurden – das bedeutet, in ausreichender Dosis, regelmäßig und so lange, bis die ganze Packung aufgebraucht ist.
- Antibiotika müssen je nach Erkrankung in der Regel über mehrere Tage, manchmal auch Wochen eingenommen werden, damit sie ausreichend viele Krankheitserreger vernichten können.
- Antibiotika lindern die Beschwerden meist sehr rasch. Dass die Symptome verschwunden sind, heißt aber nicht, dass auch schon genug Bakterien beseitigt werden konnten. Wenn Sie eine Antibiotika-Behandlung zu früh abbrechen, riskieren Sie einen Rückfall. Zudem könnten die restlichen Bakterien resistent werden.
- Allgemeine Hinweise zur Einnahme sind eine wichtige Hilfe: Können die Tabletten geteilt oder zerkleinert werden? Werden sie vor oder nach Mahlzeiten eingenommen? Könnten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten?
- Der Inhalt einer Packung ist normalerweise genau auf die nötige Behandlungsdauer abgestimmt. Falls doch einmal Tabletten übrigbleiben, sollten Sie sie nicht für eine spätere Anwendung aufheben und auch nicht an andere Menschen weitergeben.
- Medikamentenreste geben Sie am besten in der Apotheke ab. Sie über den Hausmüll oder über die Toilette zu entsorgen, belastet die Umwelt.
Wo bekommen Sie mehr Informationen zur richtigen Anwendung?
Ausführliche Informationen über Dosis, Häufigkeit und Dauer der Anwendung und allgemeine Anwendungshinweise gibt Ihnen zunächst Ihre Ärztin oder ihr Arzt. Darüber hinaus können Sie sich in der Apotheke und mithilfe der Packungsbeilage informieren.
- Letzte Aktualisierung: 18. Januar 2011 16:26
- Erstellt am: 17. November 2008 18:04
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